+
Wegen neuer Buschfeuer im Süden Australiens haben die Behörden im Bundesstaat Victoria die Einwohner und zehntausende Touristen in der Region Gippsland aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Australien

Buschfeuer in Australien: 30.000 Touristen müssen Urlaubsregion räumen

Seit Oktober wüten Buschbrände in Australien. Jetzt drängen Einwohner und Politiker auf eine Absage des Silvester-Feuerwerks.

Update, Montag 30.12.2019, 10.55 Uhr: Wegen neuer Buschfeuer im Süden Australiens haben die Behörden im Bundesstaat Victoria die Einwohner und rund 30.000 Touristen in der Region Gippsland aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Wer bis zum Montagmittag (Ortszeit) nicht aus dem Urlaubsort Lakes Entrance rund 320 Kilometer östlich von Melbourne entkommen sei, dem sei nun der Weg durch die Flammen versperrt, sagte der Chef der örtlichen Rettungsdienste, Andrew Crisp, Reportern. Die Feuerwehr im benachbarten Bundesstaat New South Wales genehmigte unterdessen das umstrittene Silvester-Feuerwerk im Hafen von Sydney. 

Update, Montag 30.12.2019, 09.50 Uhr: Kurz vor Silvester hat die Feuerwehr in Australien keine Einwände gegen das traditionelle Neujahrs-Feuerwerk im Hafen von Sydney. Die geplante Pyrotechnik-Show könne trotz der andauernden Buschfeuer im Bundesstaat New South Wales stattfinden, teilte die Feuerwehr am Montag auf Twitter mit. Die Brandschützer prüften auch weitere Ausnahmen von dem Feuerverbot in der Region, hieß es weiter. Zuvor hatte es heftige Diskussionen um das Feuerwerk in Sydney gegeben.

Einen Tag vor Silvester dringen Politiker und Hunderttausende Einwohner Australiens darauf, das diesjährige Feuerwerk in Sydney wegen der anhaltenden Buschfeuer abzusagen.

Erstmeldung

Kurz vor Silvester dringen Politiker und Hunderttausende Einwohner Australiens darauf, das Neujahrs-Feuerwerk in Sydney wegen der anhaltenden Buschfeuer abzusagen. "Das Risiko ist zu hoch. Wir müssen die erschöpften Freiwilligen der Feuerwehr respektieren", schrieb der stellvertretende Premierminister des Bundesstaates New South Wales, John Barilaro, am Montag auf Twitter. Die australische Hauptstadt Canberra sowie viele kleinere Städte hätten ihre Silverfeuerwerke wegen der Feuergefahr bereits abgesagt, argumentierte Barilaro. Dem solle auch Sydney als Hauptstadt von New South Wales folgen.

Sydney generiert mit dem Feuerwerk rund 130 Millionen Australischen Dollar

Eine Online-Petition, die eine Absage des Feuerwerks in der Küstenmetropole fordert, hatte bis zum Montagmorgen mehr als 270.000 Unterschriften erhalten. Die Initiatorin Linda McCormick will erreichen, dass das normalerweise für die Knaller ausgegebene Geld stattdessen der Feuerwehr sowie betroffenen Landwirten und Tierschutzorganisationen zugute kommt. Sydneys Stadtverwaltung hatte Berichten zufolge im vergangenen Jahr rund 5,8 Millionen Australische Dollar (3,6 Millionen Euro) für die Feuerwerksshow ausgegeben.

Fast 1.000 Häuser bei Buschbränden zerstört

Die Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, und eine Sprecherin der Stadt Sydney hatten sich für das Feuerwerk ausgesprochen, solange die Behörden es für sicher halten. Die Pyrotechnik-Show zieht jedes Jahr über eine Million Besucher in den Hafen von Sydney und generiert so Einnahmen von rund 130 Millionen Australischen Dollar.

Die Buschbrände in Australien wüten bereits seit Oktober. New South Wales, das im Südosten des Landes liegt, ist besonders schwer betroffen. Allein hier ist mittlerweile eine Landfläche der Größe Belgiens abgebrannt. Fast 1000 Häuser wurden zerstört, neun Menschen kamen bisher ums Leben. Für Dienstag erwarten Meteorologen im Westen Sydneys Temperaturen von bis zu 43 Grad sowie Unwetter mit starken Winden. (dpa)

Das Dschungelcamp beginnt in Australien. Das Trash-Format wirft angesichts der Buschbrände in Australien mehr als sonst ethische Fragen auf.

Australien brennt, Menschen und Tiere leiden. Ein Thinktank fordert nun, auch die Kohleindustrie an den Kosten für den Wiederaufbau in Australien zu beteiligen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion