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Demonstranten nach Sturz von Sklavenhalter-Statue freigesprochen
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Die vier Aktivisten Jake Skuse, Sage Willoughby, Milo Ponsford und Rhian Graham (l-r) wurden freigesprochen, nachdem sie bei Black Lives Matter-Protesten in Bristol eine Statue gestürzt hatten.

Black Lives Matter

Großbritannien: Kontroverses Urteil zum Sturz von Sklavenhalter-Statue

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
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In Großbritannien ist ein außergewöhnliches Urteil gefallen: Vier Black Lives Matter-Demonstrant:innen wurden im Prozess um den Sturz einer Statue freigesprochen.

Bristol – Vier Demonstrant:innen, die im Zuge der Black Lives Matter-Proteste eine Statue gestürzt hatten, wurden vor Gericht freigesprochen. Der Prozess vor dem Bristol Crown Court in England endete nach 24 Tagen am Mittwoch (05.01.2022), als eine Jury aus zwölf Geschworenen die sogenannten „Colston 4“ vom Vorwurf der Sachbeschädigung freisprach, wie das Portal Bristol Live berichtete.

Nach der Ermordung von George Floyd in den USA waren auch in Bristol Proteste im Rahmen der Black Lives Matter-Bewegung ausgebrochen. Die vier Aktivist:innen, bei denen es sich um drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 22 und 37 Jahren handelt, hatten dabei die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston in Bristol im Juni 2020 gestürzt. Auf Videos ist zu sehen, wie das Abbild von Colston mit einem Seil zu Fall gebracht und später in den Hafen von Bristol gestoßen wird. Die vier Angeklagten wurden freigesprochen, obwohl sie zugegeben hatten, an der Tat beteiligt gewesen zu sein.

Prozess um Black Lives Matter-Proteste geht zu Ende: Urteil in Bristol sorgt für Kontroverse

„Die Wahrheit ist, dass die Angeklagten niemals hätten angeklagt werden dürfen“, sagte einer der Anwälte der Verteidigung. Schon vor Gericht hatten die Vier den kriminellen Charakter ihrer Handlung bestritten und auf nicht schuldig plädiert. Die Demonstrant:innen sehen die Statue von Colston als Schande für Bristol an, da dieser zwischen 1672 und 1689 rund 100.000 westafrikanische Sklav:innen in die Karibik und die USA verkauft haben soll. Von anderer Seite wird der konservative Abgeordnete als Philanthrop gewertet, da er sein Vermögen für die Entwicklung von Bristol vorantrieb.

Auch neben dem Urteil über die „Colston 4“ hat seit den Protesten eine neue Phase der Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit von Großbritannien begonnen. So wurden in Bristol zwei Schulen und eine Veranstaltungshalle umbenannt, die Colstons Namen trugen. Dennoch hat das Urteil eine Kontroverse im Vereinigten Königreich ausgelöst, wobei Kritiker:innen dieses als Freibrief für Vandalen werten. Zu diesen Stimmen zählen auch konservative Abgeordnete, die eine weitere gerichtliche Verfolgung der Protestierenden fordern, wie die Daily Mail berichtete.

Black Lives Matter: Statue und Sockel werden zu Kunst in Bristol

Die Statue selbst war zwischenzeitlich wieder in Bristol zu sehen, als sie bei einer Ausstellung mit Fokus auf die Black Lives Matter-Bewegung gezeigt wurde. Währenddessen wurde auf den ehemaligen Standort des Colston-Abbildes kurzzeitig eine Statue der Black Lives Matter-Aktivistin Jen Reid gestellt. Diese wurde allerdings kurz darauf wieder von der Stadt Bristol entfernt, da es keine Genehmigung für sie gab.

Die Statue des Sklavenverkäufers Edward Colston wurde bei Black Lives Matter-Protesten in Bristol gestürzt. Später wurde sie bei einer Ausstellung gezeigt. (Archivbild)

Bei der Verkündigung des Urteils erschienen die vier Angeklagten mit T-Shirts, die der aus Bristol stammende Künstler Banksy entworfen hatte. Darauf zu sehen ist der leere Sockel der Colston-Statue sowie das Wort Bristol in Großbuchstaben. Die freigesprochene Rhian Graham dankte beim Verlassen des Gerichtssaals allen, die bei der Demonstration „im Namen der Gleichheit“ demonstriert hatten. (vbu/afp)

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