+
Im Brettspiel „Prêt-à-Porter“ geht es um Mode, Design, Shows, Ruhm und Preis - und Sieger wird, wer über die meisten Moneten verfügt.

Brettspiel „Prêt-à-Porter“

Brettspiel „Prêt-à-Porter“: Ein knallhartes Wirtschaftsspiel

Im Brettspiel „Prêt-à-Porter“ geht es um Mode, Design, Shows, Ruhm und Preis - und Sieger wird, wer über die meisten Moneten verfügt. „Ein knallhartes Wirtschaftsspiel“, sagt Autor Ignacy Trzewiczek.

„Na – das ist doch mal ein wirklich schönes Thema!“ Die Betrachterinnen auf der Spielemesse sind sich sofort einig. In „Prêt-à-Porter“ steckt, was der Name sagt: Es geht um Mode, Design, Shows, Modells, Ruhm, Ehre und Preise. Aber, und das war das erste, was Autor Ignacy Trzewiczek im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau sagte: „Das ist ein knallhartes Wirtschaftsspiel.“ Was ja im Grunde nur die zwei Seiten der Modebranche widerspiegelt: Vorne bildschön und betörend – und am Ende geht es ums Geld. Sieger in „Prêt-à-Porter“ wird, na klar, wer über die meisten Moneten verfügt.

Bis dahin müssen sich die zwei bis vier Spieler auf reichlich Denkarbeit in einem komplexen Strategiespiel einstellen. Ein erster Hinweis darauf ist das Spielmaterial. Das kommt zwar, verglichen mit klassischen Wirtschafts-Strategiespielen, in grell bunter Optik daher. Aber ein Blick auf das zentrale Brett sowie die Spielertableaus zeigt: Hier wird hauptsächlich das Material abgelegt und organisiert, da gibt es nichts zum herumschieben oder bauen oder dekorativ drapieren.

Brettspiel „Prêt-à-Porter“: Zentraler Spielmechanismus ist das „Worker Placement“

Das Spielertableau stellt den Firmensitz dar. Daran können Gebäudeausbauten oder neu angestellte Mitarbeiter angelegt werden. Die erwerben die Akteure von mehreren offenen Auslagen vom großen Spielbrett in der Tischmitte. Zentraler Spielmechanismus ist das in Spielerkreisen so genannte „Worker Placement“: Ein Markierungsstein stellt einen „Arbeiter“ dar, den platziert man auf einem Aktionsfeld. Womit man erstens zum Beispiel ein neues Gebäudeteil erwirbt, und zweitens diesen Einsatzplatz für die Nachfolgenden blockiert. In „Prêt-à-Porter“ verbessern neue Firmenteile beispielsweise die Kleiderproduktion oder die neu eingestellte „Buchhalterin“ spart einem Geld. Und natürlich kann man auch neue Designs sowie Nähmaterial (in Form von bunten Garnrollen) erwerben.

Das sind jetzt alles Zutaten, die erfahrene Brettspieler gut kennen. Der eigene Dreh bei „Prêt-à-Porter“ ist zum einen die Rundenleiste, zum anderen die Stringenz: Werden sonst üblicherweise Boni hier und per Zufallselement Goodies dort ausgeschüttet, muss der Akteur in der Modewelt alles hart erarbeiten. Klar, man kann zur Bank gehen und einen Kredit aufnehmen. Doch das schöne Geld ist gleich futsch nach der nächsten Modeschau!

Brettspiel „Prêt-à-Porter“: Hartgesottene Strategiespieler werden den Catwalk lieben

Damit jeder weiß, wann die ansteht, gibt es die genau auf ein Jahr getaktete Rundenleiste mit zwölf Abschnitten: Zwei Monate baut man am Firmensitz, akquiriert Helfer, besorgt Garne, schneidert die tollsten Klamotten, betreibt PR (ja, auch das) oder lotet Trends aus – im dritten Monat eines Quartals präsentiert man die Kollektion. Gewertet wird in mehreren Kategorien. Lohn sind „Prestigemarker“, die in der anschließenden Verkaufsphase die Preise für die Couture-Stücke natürlich in die Höhe treiben. Und wenn man das alles hinter sich hat – müssen Lohnkosten für die Angestellten und Unterhalt für die Gebäude berappt werden.

Fazit: Bei „Prêt-à-Porter“ sollte sich niemand vom glamourösen Thema verführen lassen, hart gesottenen Strategiespieler dagegen werden diesen Catwalk lieben.

Prêt-à-Porter, von Ignacy Trzewiczek, Illustration und Grafikdesign Kwanchai Moriya, Mateusz Kopacz, Maciej Janik; 2 – 4 Spieler (ab 12 Jahren), 90 – 120 Minuten; ca 50 Euro (Verlag: Portal Games)

Von Alexander Kraft

Weitere Brettspiele 

Das Brettspiel „Terramara“ bietet ein exzentrisch klingendes Szenario und ein ungewöhnliches Spielbrett. Doch das Spiel bedeutet Planung und Strategie pur.

Alles andere als ein Kinderspiel: Bei „Dinosaur Island“ baut jeder Spieler seinen Jurassic Park. Das will sehr gut geplant sein, sonst wird's gefährlich. 

Das Brettspiel „Freshwater Fly“ setzt das Thema Fliegenfischen zauberhaft und 100-prozentig stimmig um. Es fehlt nur, dass die Spieler mit Angelruten am Tisch sitzen.

Ein Raumschiff auf dem Weg zu einem fernen Planeten: Bei „Black Angel“ müssen die Spieler clever planen, um am Ende nicht in einem defekten Blechkasten durchs All zu trudeln.

Sie suchen noch ein grandioses Strategie-Spiel? Wollen mit Monsterjägern um die Welt reisen? Oder nach verborgenen Schätzen tauchen? Hier finden Sie eine subjektive Auswahl feiner Brettspiele.  

Wer viele, viele neue Spiele selbst mal ausprobieren möchte, hat dazu auf der „Darmstadt spielt“ Gelegenheit. Hessens größte Messe für Brett- und Gesellschaftsspiele feiert Jubiläum - und lädt alle Spiele-Freaks ans Brett.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion