+
Das Brettspiel „Freshwater Fly“ ist wie im echten (Angler-)Leben: Ein Bach voller Fische, bunte „Fliegen“ als Köder im Köcher - und man weiß nie genau, ob etwas anbeißt.

Brettspiel „Freshwater Fly“

Brettspiel „Freshwater Fly“: Fliegenfischen stimmig umgesetzt

Das Brettspiel „Freshwater Fly“ setzt das Thema Fliegenfischen zauberhaft und 100-prozentig stimmig um. Es fehlt nur, dass die Spieler mit Angelruten am Tisch sitzen.

Es gibt viele Spiele mit tollen Mechanismen, aber das Thema hat oft nur wenig mit dem Ablauf zu tun. Doch in „Freshwater Fly“ ist das Thema Fliegenfischen so zauberhaft und 100-prozentig stimmig in ein Brettspiel umgesetzt, dass gleich nach der Ankündigung viele darauf gespannt waren – zu Recht!

Im Grunde fehlt nur, dass die Spieler mit einer Angelrute am Tisch sitzen. Ansonsten – alles wie im echten Leben: ein Bach voller Fische, dazu hat der Angler lauter bunte „Fliegen“ als Köder im Köcher; wer den Angel-Marker auswirft, weiß nie genau, ob, wann und was anbeißt. Hängt der Fisch aber am Haken, muss man flott an der Kurbel, ein drehbares Element auf jedem Spielertableau, arbeiten, um ihn heraus zu holen. Und der tollste Angler ist am Ende natürlich der mit den meisten und dicksten Fischen.

Brettspiel „Freshwater Fly“: Auf dem zentralen Spielbrett liegen Fisch-Karten aus

Die Fische sind auf Karten dargestellt, die verdeckt auf dem zentralen Spielbrett (dem Bach) ausliegen. Wer dran ist und angeln will, setzt darauf den Angelmarker – und mit etwas Glück beißt der Fisch an. Sonst treibt die „Fliege“ auf der Wasseroberfläche flussabwärts und bietet dem Akteur zwei weitere Chancen auf einen „Biss“. Wo die „Fliege“ aufkommt, hängt von dem Würfel ab, den der Spieler wählt. Dazu muss man wissen: Zu Beginn jeder Runde lässt der Startspieler die neun Sechsseiter rollen. Wer am Zug ist, wählt einen – und davon hängen seine Optionen ab.

Ohne auf weitere Details – und die sind vielfach sehr naturnah nachempfunden – einzugehen, sei hier ein Blick auf die Möglichkeiten geworfen, wie aus diesem Ablauf Siegpunkte werden. In „Freshwater Fly“ geht es um „Set Building“, sprich: Man versucht bestimmten Kombinationen zu ergattern, erstens von Karten, und zweitens von den so genannten „Larvensteine“ (Spielsteine am Grund des Baches). Die Kombos sind für jeden Spieler unterschiedlich, aber stets auf dem eigenen Spielbrett gut ablesbar.

Brettspiel „Freshwater Fly“ mit Wettlaufcharakter

Der zweite Aspekt beim „Fliegenfischen“ ist der Wettlaufcharakter: Wer zuerst sieben Karten fängt, beendet das Spiel. Ob er dann die meisten Punkte aus dem Wasser gezogen hat … ist noch die Frage! Denn „Freshwater Fly“ ist trotz der vielen realistischen Anleihen ein Strategiespiel. So kann einem jede Drehung an der Angelkurbel kleine Vorteile einbringen.

Klar, mit einer hohen Würfelzahl dreht es sich flotter, doch eine kleinere beschert einem womöglich genau jenes Extra, das man im nächsten Zug braucht. Zum Beispiel: Wer seinen Fertigkeitswert (im Anglersprech: „Finesse“) erhöht, kann die Würfelzahl manipulieren. Da gilt es – munter wie ein Fisch im Wasser – sich auch mal flott und taktisch umzuorientieren, um die vielen kleinen, eng verzahnten Extraaktionen optimal zu nutzen. Wer das Fliegenfischen üben will, kann sich im Solospiel-Modus vorbereiten.

Freshwater Fly, von Brian Suhre, Illustration und Grafik Darryl T. Jones; 1 – 4 Spieler (ab 12 Jahren), 40 – 90 Minuten; ca 50 Euro (Verlag: Spielefaible)

Von Alexander Kraft 

Weitere Brettspiele 

Das Brettspiel „Terramara“ bietet ein exzentrisch klingendes Szenario und ein ungewöhnliches Spielbrett. Doch das Spiel bedeutet Planung und Strategie pur.

Im Brettspiel „Prêt-à-porter“ geht es um Mode, Design, Shows, Ruhm und Preis - und Sieger wird, wer über die meisten Moneten verfügt. „Ein knallhartes Wirtschaftsspiel“, sagt Autor Ignacy Trzewiczek. 

Alles andere als ein Kinderspiel: Bei „Dinosaur Island“ baut jeder Spieler seinen Jurassic Park. Das will sehr gut geplant sein, sonst wird's gefährlich. 

Ein Raumschiff auf dem Weg zu einem fernen Planeten: Bei „Black Angel“ müssen die Spieler clever planen, um am Ende nicht in einem defekten Blechkasten durchs All zu trudeln.

Sie suchen noch ein grandioses Strategie-Spiel? Wollen mit Monsterjägern um die Welt reisen? Oder nach verborgenen Schätzen tauchen? Hier finden Sie eine subjektive Auswahl feiner Brettspiele.  

Wer viele, viele neue Spiele selbst mal ausprobieren möchte, hat dazu auf der „Darmstadt spielt“ Gelegenheit. Hessens größte Messe für Brett- und Gesellschaftsspiele feiert Jubiläum - und lädt alle Spiele-Freaks ans Brett.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion