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Das Spiel mit Dinosauriern ist nicht ohne: Bei „Dinosaur Island“ ist eine gute Strategie gefragt. 

Brettspiel „Dinosaur Island“

Jurassic Park planen und unfallfrei betreiben: „Dinosaur Island“ verlangt viel Geschick 

Alles andere als ein Kinderspiel: Bei „Dinosaur Island“ baut jeder Spieler seinen Jurassic Park. Das will sehr gut geplant sein, sonst wird's gefährlich.  

Was für eine Vorstellung: Jeder baut seinen eigenen Jurassic Park, bevölkert von wahren Dino-Herden! In „Dinosaur Island“ wird das Realität. Allerdings sollte man nicht davon ausgehen, dass es ein Kinderspiel ist, erst Dinosaurier aus DNS zu züchten, dann sie in Gehegen unterzubringen und schließlich möglichst viele Besucher unfallfrei durch den Park zu schleusen. Im Gegenteil: „Dinosaur Island“ ist ein komplexes Strategiespiel, dessen Regeln jedoch überraschend überschaubar sind und das vor allem mit zwei für diese Spielekategorie etwas atypischen Zufallselementen aufwartet.

Das erste sind, ganz klassisch, Würfel: Für jede Runde werden abhängig von der Spielerzahl fünf bis neun der Sechsseiter geworfen. Sie zeigen „Dinosaurier-DNS“ in unterschiedlicher Struktur und Menge. Außerdem weist jede Seite noch 1 bis 3 „Bedrohungspunkte“ auf – dazu gleich mehr. Zunächst aber aktiviert jeder Spieler mit seinen drei Wissenschaftler-Figuren die Würfel und organisiert sich „Baupläne“ für Dinos. Davon gibt es drei Arten: Pflanzenfresser sowie kleine und große Fleischfresser. 

„Dinosaur Island“ startet mit klassischem Ressourcenmanagement

Nun gilt es, im Labor die richtige DNS-Zusammenstellung zu erzeugen – spielmechanisch gesprochen: Das ist klassisches Ressourcenmanagement, bei dem man unterschiedliche Mengen von bestimmten Rohstoffen benötigt, die sich natürlich tauschen und aufwerten lassen. Bei solchen Prozessen helfen einem „Experten“, die man in einer vorangegangenen Phase (für Geld) angestellt hat. Hat man dann den Dino quasi im Reagenzglas erzeugt, muss noch das passende Gehege für den Park her. Auch da können einem entsprechende „Experten“ helfen.

Nun kommt der spannende Moment: Das Publikum in Form kleiner Spielfiguren (Meeple) stürmt den Park – je mehr und je attraktivere Urzeitviecher man hat, desto größer ist der Andrang! Das Geld, man erinnert sich, brauchen die Spieler, um in der nächsten Runde Experten einzustellen oder Gehegeausbauten zu erwerben.

Die Dinosaurier können zur Bedrohung werden 

Die Meeple werden verdeckt aus einem Säckchen gezogen – das ist das zweite Zufallselement in „Dinosaur Island“. Denn leider gibt es außer zahlenden Gästen auch noch „Rowdys“! Die fiesen Burschen schleichen sich erstens an der Kasse vorbei, blockieren zweitens die besten Plätze und sind drittens als erste weg, sollte mal ein Dinosaurier ausbrechen. Das ist die finale Phase in jeder Runde: Alle Saurier weisen „Bedrohungspunkte“ auf (ein T. Rex natürlich besonders viele). Dazu werden die „Bedrohungspunkte“ der Würfel addiert. Wer nun nicht genügend Vorkehrungen getroffen oder Sicherheitspersonal („Experten“) eingestellt hat – der kriegt, happs, den einen oder anderen Besucher weggefuttert.

Das will man natürlich nicht, denn das bringt Minuspunkte. Und um die geht es am Ende. Außer Zählern für die Tiere erhalten die Spieler Punkte für Zusatzattraktionen im Park (Fahrgeschäfte, Imbissbuden) erhalten, für erfüllte Aufträge und für Geld. Wer für den Showdown im Jurassic Parc üben will, kann das in der Solovariante machen. Ein Wort noch zu Ausstattung, Preis und Gestaltung: Wie „Black Angel“ ist „Dinosaur Island“ ist nicht ganz günstig, aber der Gegenwert bei beiden ist eine prall mit Material gefüllte Box. Ob dann jedem das Comic-haft reduzierte Design mit leicht schrillen Farben gefällt, ist eine andere Frage.

Dinosaur Island, von Jonathan Gilmour und Brian Lewis, Illustration und Grafikdesign Kwanchai Moriya und Peter Wocken; 1 – 4 Spieler (ab 12 Jahren), 90 – 120 Minuten; ca. 70 Euro (Verlag: Feuerland Spiele)

Autor: Alexander Kraft 

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