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Fall Breonna Taylor: Polizisten bei Ausschreitungen in Louisville angeschossen

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Breonna Taylor wurde während eines Polizeieinsatzes von sechs Kugeln in ihrer Wohnung getötet. Ein Gericht entscheidet, dass gegen die Polizisten nicht ermittelt wird. Das löst gewaltsame Proteste in Louisville aus.

  • Nach einer umstrittenen Entscheidung im Fall von Breonna Taylor kommt es in Louisville (USA) zu Protesten. Dabei fallen Schüsse.
  • Zwei Polizisten werden von Kugeln in Louisville verletzt.
  • Die Proteste entbrannten nach einer Entscheidung der Justiz in Kentucky, im Fall von Breonna Taylor nicht gegen die Polizisten zu ermitteln.

Louisville - Während Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky sind zwei Polizisten durch Schüsse verletzt worden. Die Verletzungen der Beamten seien nicht lebensgefährlich, teilte die örtliche Polizei am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Die Proteste hatten sich nach einer umstrittenen Entscheidung der Justiz im Fall von Breonna Taylor entzündet.

In Louisville demonstrierten am Mittwoch tausende Menschen. Dabei kam es zu Konfrontationen mit der Polizei, mehrere Menschen wurden festgenommen, wie Fernsehbilder zeigten.

Polizisten in Louisville sichern eine Kreuzung, nachdem zwei ihrer Kollegen angeschossen wurden.

Breonna Taylor: Keine Anklage gegen Polizisten trotz sechs Kugeln auf Sanitäterin

Die Empörung der Demonstranten war durch eine Entscheidung der Justiz von Kentucky ausgelöst worden, die auf eine Anklageerhebung gegen Polizisten wegen tödlicher Schüsse auf die Afroamerikanerin Breonna Taylor verzichtet hatte. Wegen befürchteter Gewaltausbrüche verhängte der Bürgermeister den Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre, die ab 21.00 Uhr Ortszeit galt.

Demonstrationen gegen die Justizentscheidung zum Fall Breonna Taylor fanden auch in zahlreichen anderen US-Städten statt, von Boston, New York und Washington an der Ostküste bis Los Angeles an der Westküste.

Breonna Taylor war am 13. März von weißen Polizisten in ihrer eigenen Wohnung in Louisville erschossen worden. Kentuckys Generalstaatsanwalt Daniel Cameron erhob jetzt zwar Anklage gegen einen der beteiligten Polizisten - allerdings nicht wegen der tödlichen Schüsse auf die 26-jährige Rettungssanitäterin.

Staatsanwaltschaft beruft sich im Fall von Breonna Taylor auf Notwehr

Die Anklage gegen den Polizisten Brett Hankison bezieht sich vielmehr auf seine Schüsse in eine Wohnung neben der von Taylor - sie lautet auf fahrlässige Gefährdung des Lebens Anderer. In dieser Wohnung hielten sich zum Zeitpunkt des nächtlichen Polizeieinsatzes drei Menschen auf. Sie blieben unverletzt.

Zwei andere Polizisten, die auf die 26-Jährige gefeuert hatten, bleiben hingegen von der Staatsanwaltschaft unbehelligt. Cameron sagte, die beiden hätten in Notwehr und damit rechtmäßig gehandelt, nachdem Breonna Taylors Freund auf sie geschossen habe. Sie könnten deswegen nicht juristisch belangt werden.

Breonna Taylor: Polizisten stürmen ihre Wohnung und eröffnen das Feuer

Die drei Beamten in Zivil hatten Breonna Taylors Wohnung bei einer Drogenrazzia gestürmt. Taylors Freund, der mit der 26-Jährigen im Bett lag, glaubte nach eigenen Angaben an einen Überfall, gab mit seiner Waffe einen Schuss ab und verletzte einen Beamten. Die drei Polizisten feuerten daraufhin ihre Dienstwaffen ab.

Laut Generalstaatsanwalt Cameron wurde die neben ihrem Freund stehende Breonna Taylor von sechs Kugeln getroffen, von denen eine tödlich war. Ihr Freund blieb unverletzt. Offenbar trafen nur der verletzte Beamte und der neben ihm stehende Polizist die junge Frau, nicht aber der nun angeklagte Hankison.

In den USA finden seit Monaten landesweite Demonstrationen gegen Rassismus und exzessive Polizeigewalt statt. Sie waren durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota ausgelöst worden. Während der Proteste wurden immer wieder auch Taylors Bild gezeigt und ihr Name genannt. (skr/afp)

Rubriklistenbild: © John Minchillo/dpa

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