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Da muss man als Europäer durch: das traditionell ungesunde „Full English“. 

Brexit

Breakfast statt Brexit

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Warum es dazu kam – und warum das Beispiel der Briten eine Mahnung für Europa sein muss.

Harter Brexit, weicher Brexit, Brexit mit Vertrag, No-Deal-Brexit, ein bisschen Brexit, sehr viel mehr Brexit, Null-Problem-Brexit, Chaos-Brexit, Brexit sofort oder demnächst oder ...

Wer die Aufkündigung der britischen Mitgliedschaft in der Europäischen Union nachzuvollziehen sucht, der konzentriert sich in aller Regel auf die aktuelle politische Berichterstattung. Der eine oder die andere wird sich auch vielleicht an ausgewählte Werke des ständig wachsenden Stapels mehr oder minder kluger Brexit-Analysen durch britische Autoren wagen. Aber egal, welchen Weg man auch nimmt – ohne Fehl folgt immer wieder der gleiche Schluss: Der Brexit ist Wahnsinn, der ökonomische und politische Suizid einer Nation, eine brandgefährliche Bewegung gegen die ureigensten, egoistischen Interessen eines jeden Menschen auf den Britischen Inseln, vorangetrieben von ihnen selbst und von einigen zwielichtigen Rattenfängern.

Die meisten Briten scheinen das auch längst eingesehen zu haben. Weshalb allerspätestens jetzt, so kurz vor dem propagierten Datum des EU-Austritts, das Projekt Brexit doch bitteschön auf den Abfallhaufen historischer Fußnoten geworfen gehört. Passiert aber nicht. Niemand wird aus dem sturen Beharren zumindest von Teilen der britischen Polit-Kaste auf das Referendumsergebnis so recht schlau. Vielleicht verhelfen die üblichen Mittel und Wege schlicht nicht zur Erkenntnis, vielleicht bedarf es ganz anderer Herangehensweisen.

Vielleicht mittels der Kunst, der Geografie, der Kulturgeschichte, der Populär- und Alltagskultur. Vielleicht hilft sogar mal die Statistik.

Die Fakten: Am 23. Juni 2016 gingen nur 72 Prozent der wahlberechtigten britischen Staatsbürger zu den Referendumsurnen. Von diesen 72 Prozent stimmte nur eine relative Mehrheit von 52 Prozent für den Brexit. Das sind bezogen auf alle wahlberechtigten Briten wenig mehr als ein Drittel. Das Ergebnis des Referendums verpflichtet das britische Parlament oder die britische Regierung zu überhaupt nichts. Jede Behauptung der einen wie der anderen, „den Willen des Volkes“ durchzusetzen, ist eine Lüge. Das Austrittsdatum 29. März 2019 wurde von der just erst angetretenen Premierministerin Theresa May auf einer Veranstaltung ihrer konservativen Partei propagiert. Sie war nicht gezwungen, dieses oder irgendein anderes Datum zu nennen. Sie wollte nur ihren parteiinternen Kritikern, den Brexiteers, allen Wind aus den Segeln nehmen. Das ging schief.

Nackte Zahlen: Als das Brexit-Referendum gelaufen war, machten sich Großbritanniens Statistiker, regierungsamtliche wie privatwirtschaftliche, daran, die Gründe für das eine oder das andere Votum in Zahlen fassbar zu machen. Zur Verwunderung selbst einiger Leave-Streiter machten die Statistiker einen entscheidenden Grund aus, für den Brexit zu stimmen: den immer wieder vorgetragenen Hinweis der Leave-Kampagne, Großbritannien zahle jede Woche 350 Millionen Pfund an Brüssel. Das Geld könne man besser anlegen, suggerierten die Brexiteers, indem man das notorisch unterfinanzierte Gesundheitssystem National Health Service (NHS) aufpäppelt. Genügend Engländer – genügend für die Referendumsmehrheit – fielen auf diese Lüge rein. Eine Lüge, denn das Geld kommt quasi fast postwendend aus Brüssel zurück nach Großbritannien, als EU-Investitionen oder -Hilfen vornehmlich für Bildung und Landwirtschaft. Die Leave-Streiter bestätigten, dass nach ihren eigenen Erhebungen die 350-Millionen-Frage entscheidend für ihre Mehrheit war. In einer Art Zirkelschluss sehen sie ihren unzweifelhaften Betrug durch den Sieg beim Referendum gerechtfertigt.

„Water under the bridge“, wie der Brite sagt: vergossene Milch. Wichtig an dem Wahlbetrug ist, dass eine relative Mehrheit sich nicht gegen Europa entschied – sondern für etwas, auch wenn sich das als bloße Fantasie herausgestellt hat. So lässt dieses eigentlich positive – wenn auch negativ gewendete – Votum den Schluss zu, dass der vorherrschende Diskurs über Europafeinde versus Europafreunde nicht so relevant ist, wie Politik und Medien das unentwegt propagieren. Viele un- oder desinformierte Engländer dachten, sie hätten mit der EU einen schlechten Deal – und ohne die EU gäbe es einen besseren.

Das doppelte Pöttchen: 2017, so ein Jahr nach dem schicksalhaften Referendum präsentierte der englische Töpfer Grayson Perry der Öffentlichkeit zwei Vasen, „Leave“ und „Remain“, „Verlassen“ und „Verbleiben“. Perry, Multimedia-Künstler und -Essayist, ausgezeichnet mit dem wichtigen Turner Prize, ein praktisch denkender hochpolitischer Soziologe, bekennender Transvestit, lautstarker Nonkonformist und gewitzter Kanzler ehrenhalber der University of the Arts London, befragte online Befürworter und Gegner des Brexit nach ihrer Motivation und wollte wissen, was sie an Großbritannien gut finden.

Die beiden Vasen sind nun gepflastert mit Antworten und Porträts der Befragten. Und was fällt erstes auf? Dass die Keramiken praktisch nicht voneinander zu unterscheiden sind. Weder Pro noch Contra Brexit können direkt zugeordnet werden. Und auch in ihren unter der Glasur dokumentierten Vorlieben ähneln sich die beiden unversöhnlichen Lager.

Der Brexit zerteilt also die englische Gesellschaft nicht nach dem überkommenen Kastensystem, nicht nach Berufsgruppen, Einkommensklassen oder Herkunft und Wohnort. Nicht einmal die Unterscheidung nach Altersgruppen – man könnte vermuten: Jugend für Europa, Alte dagegen – hilft da weiter. Denn so mancher bald hundertjährige Weltkriegsveteran hat schon wütend zu Protokoll gegeben, dass er für den Brexit seinerzeit bestimmt nicht den Kopf hingehalten habe.

Insel(alb-)träume: Die „europäische Front“ verläuft demnach kreuz und quer über die britischen Inseln. Die einen sehen in einer Identifikation als „Europäer“ eine Geringschätzung ihres sehr speziellen Daseins als „Engländer“ oder „Briten“, als Insulaner, die eh nie zum verfemten „Brüsseler Club“ gehören wollten. Die anderen verstehen die europäische Zuschreibung als eine willkommene zusätzliche Identifikationsmöglichkeit: Zuerst ist man Engländer, dann in der Union mit Wales, Schottland und Nordirland Brite und im Verbund mit dem Kontinent schließlich Europäer.

Das sind aber erstmal alles Etiketten. Was man schon daran merkt, dass viele Engländer „Briten“ für ein Synonym ihrer selbst halten. Die anderen britischen Völker würden das als typisch englische Überheblichkeit brandmarken. Die Engländer würden dann mit Unverständnis und Empörung reagieren.

In seinem 2013 erschienenen Buch „Mein gelobtes Land“ über die fragile Identität der Israelis begeisterte sich der israelische Journalist Ari Shavit für „die tief verankerte Selbstsicherheit der englischen Identität“. Er verglich seine hyperaktive und allzu oft hysterische Heimat mit „der tiefen Ruhe“ Englands. Das würden die Engländer sofort unterschreiben – und nicht nur sie: Eine Marke mit Weltrang, eine verlässliche Größe, egal wie durcheinander die Welt ist, vornehm, exzentrisch, schwarzhumorig, zurückhaltend, trinkfreudig, traditionsbewusst ... Alles zweifelsohne richtig und doch nicht alles.

Tatsächlich ist die Identität der englischen Insulaner spätestens mit dem Offenbarungseid des Brexit-Referendums und seinen durchaus oft hysterischen Nachwehen als mindestens so fragil demaskiert wie die Israels.

Wie das? Die einstmals größte imperiale Macht und führende Handelsnation der Erde ist heute kaum mehr ein Schatten ihrer selbst. Übrig geblieben in der globalisierten Realität ist nur noch die romantisierte Erinnerung an und der sture Anspruch auf einen eigenen exklusiven Maßstab für Großbritannien (unter seiner traditionell englischen Führung). Der Gedanke an Maßlosigkeit muss da nicht fern sein.

Gleichzeitig existiert das, was Imperialisten im 19. Jahrhundert als „Little-Englandism“ geißelten, eine völlig in sich gekehrte Insularität, ein Isolationismus („splendid isolation“), der willentlich ignorierte, dass die neuntgrößte Insel der Welt (216 777 Quadratkilometer) den Rest der Welt nur zu ihrem machtpolitischen wie wirtschaftlichen Nachteil ignorieren kann. Die „Little-Englanders“ scheiterten fast auf ganzer Linie. Ihr Isolationismus überlebte nur als „typisch britischer“ Spleen – ein skurriler zivilisatorischer Exporterfolg.

Die Ära von imperialem Glanz und Gloria macht aber heute auch nicht mehr viel her. Tatsächlich lässt sie sich auf ein schmales Jahrzehnt von so 1870 bis 1880 reduzieren. Zuvor war Aufbau und Konsolidierung, danach trotz weiterer kolonialer Zugewinne nur noch Abbau. Das heraufziehende US-Imperium ließ dem britischen Laissez-faire-Empire keinen Platz mehr.

Bis das Vereinigte Königreich 1973 der Europäischen Gemeinschaft beitrat, war der imperiale Niedergang längst zur „englischen Krankheit“ degeneriert (die Kosten zweier Weltkriege hatten das noch zusätzlich beschleunigt): Der Wohlfahrtsstaat nach 1945 wurde schnell zur Geisel klientelistischer Gewerkschaften. 1979 zerschlug dann die selbsternannte Pro-Europäerin und kleinbürgerliche Erzkonservative Margaret Thatcher alte Großindustrien und Gewerkschaften, um das Königreich zu „modernisieren“ – tatsächlich, um die Fundamente für neoliberale Finanz-Jonglagen zu legen. Die klassische britische Linke zog sich daraufhin in eine Neuauflage des „Little-Englandism“ zurück: Man blieb zwar internationalistisch, pazifistisch, emanzipiert und vieles edles und gutes mehr, aber immer schön lokal begrenzt. Labours heutiger Parteichef Jeremy Corbyn ist ein Paradebeispiel dieser Geisteshaltung, für die das durch die Thatcher-Brille gesehene „Projekt Europa“ nur neoliberales Teufelszeug ist. Weshalb der Labour-Chef eigentlich auch für den EU-Austritt ist – zum Schrecken der absoluten Mehrheit aller Labour-Unterstützer. Eine positive progressive linke oder linksliberale Vision Europas ist auch im Königreich Fehlanzeige.

Linke Isolationisten wissen sich mit rechten Kollegen darin eins, dass ihr „green and pleasant land“ seit nun fast 953 Jahren keine Invasion mehr hat erleiden müssen (seit 1066 durch die Normannen), und das soll auch bitte so bleiben. Die Vorstellung, mehr Nähe zu Europa komme einer Invasion gleich, war lange nur der Lieblingshorror des äußersten rechten Rands britischer Politik. Heute gehört es für viele englische Politiker zum Prä-Brexit-Alltag, die EU als Sündenbock für alles Missgeschick abzustempeln und sie als einen Invasionsversuch mittels Gesetzen und Verordnungen zu verteufeln.

Von Bären und Kreuzzügen: Ein Organ der radikalen EU-Feinde ist das Massenblatt „Daily Express“. Darin gibt es oft rechtspopulistische Rüpeleien, noch öfter abstruse Verschwörungstheorien und manchmal unverhohlene Hasspredigten gegen alles – vorzugsweise muslimische – „Un-Englische“. Seit 1920 erscheint dort aber auch die Kinder-Comicserie „Rupert Bear“, die romantischen, teils magischen Erlebnisse des ewig zehnjährigen anthropomorphen Bären Rupert und seiner vielen tierischen wie menschlichen Freunde. Nur in Ausnahmen finden die rührend harmlosen Abenteuer woanders statt als in Ruperts Heimatort Nutwood und Umgebung. Und was soll man sagen? Seit gut 98 Jahren gibt es in der beschaulich kleinen Grafschaft Nutshire immer noch jeden Tag spannende Entdeckungen zu machen. Hinter jeder Hecke lauert ein Abenteuer. „Rupert“ beruht natürlich zum einen auf der Idee einer mythischen Zeitlosigkeit des kindlichen Erlebens. Zum anderen aber illustriert die Serie in dem Blatt, das sich seit 2013 als „Kreuzzügler“ gegen Europa bezeichnet, das ungemeine Potenzial Englands, per Nabelschau endlose kreative Vorstellungswelten zu schaffen. Mit jenen Hecken wurde die englische Subsistenz-Landwirtschaft arrondiert und für die frühindustrielle Entwicklung präpariert. Der tschechische Autor Karel Capek, Erfinder des Wortes „Roboter“, schrieb 1924 über den kulturellen Einfluss der englischen Hecken: „Sie grenzen ab, aber sie engen nicht ein.“ Ideale Voraussetzungen für die Imagination.

Von Pfannkuchen und Kohlesäcken: Die imaginative Kraft der Insulaner macht keineswegs bei der Jugendliteratur Halt. Jeden Februar unternehmen Abgeordnete in den Victoria Gardens neben den Houses of Parliament ein Benefizrennen, kostümiert mit Kochmütze und Schürze, ausgerüstet mit einer Pfanne, darin ein Pfannkuchen, den man während des Rennens alle naslang per Wurf wenden muss. Freitagnachmittags kann es passieren, dass die Londoner Tube via Informationstafel ihre Fahrgäste begrüßt mit: „Das Wochenende ist da, Leute – wie wäre es mit ein bisschen Tanzen auf den Rolltreppen?“ Länger als mancher Premier residiert in Downing Street 10 Larry. Ein Kater. Dem die Sicherheitsbeamten an der Tür grundsätzlich immer Einlass gewähren. Außerhalb von Llanwtyd Wells in Wales werden im August immer die World Bog Snorkelling Championships abgehalten, ein Schnorchelwettbewerb wild kostümierter Menschen in einem Bewässerungsgraben. Während des traditionsreichen Pferderennens in Ascot kann man schon mal einen Gentleman in Zylinder, Weste, Cut und mit Regenschirm in Londons Waterloo Station zum Regionalzug Richtung Berkshire rennen sehen. In einem englandtreuen Viertel in Belfast sind alte Hetzparolen übermalt mit dem Bild eines lesenden Schülers und der Parole „Bildung ist unser Zugang zur Zukunft. Morgen gehört jenen, die sich heute darauf vorbereiten“. In Gawthorpe in Yorkshire wird seit 1963 jeden Ostermontag ein Rennen organisiert, um an den schmutzigen Knochenjob der Kohlelieferanten von einst zu erinnern: Distanz ein Kilometer, Männer tragen 50-Kilo-Säcke, Frauen 20 Kilo.

Und an diesem ersten Märzwochenende wiederholte sich das „Wooferendum“, eine Demo von Hundebesitzern und ihren Wauwaus (Wau auf Englisch: Woof) gegen den Brexit – mit allerlei, natürlich unverwechselbar britischen Wortspielen: „Brexit – not a walk in the park“, „it’s a dog’s dinner (ein Schlamassel)“, „borders against borders“ (Border-Collies gegen Grenzen)...

Man könnte das alles abtun als spleenige Albereien – „typisch britisch“ halt –, aber so viel selbstbewusste Kreativität und lässige Spontaneität auf so engem Raum muss eine andere Nation den Briten erstmal nachmachen. Die Welt kann die englische Eigenart also nur zu gut gebrauchen, eine angeblich aus ihren traditionellen Fugen geratene Welt erst recht. Aber die Engländer haben vergessen, dass sie diese Stärke besitzen. Aus Angst.

Ach, damals: 1992 veröffentlichte der US-amerikanische Politologe Francis Fukuyama sein einflussreiches Essay „Das Ende der Geschichte“, worin er befand, nach dem Ende des Kalten Krieges sei die (wirtschafts)liberale Demokratie die Regierungsform, die den meisten Menschen den größtmöglichen materiellen wie kulturellen Wohlstand ermöglicht. Anfang dieses Jahres veröffentlichte Fukuyama die überfällige Korrektur seiner These: Heute würde sich die Weltpolitik eher an Fragen von Identität orientieren, „die sich mehr durch Kultur als durch Ökonomie“ definiere. Das Beispiel Brexit könnte da nicht besser passen. Ein britischer Wirtschaftszweig nach dem anderen erlebt gerade ein böses – angsterfülltes – Erwachen, wonach die Folgen des Brexit ihnen auf Jahre hinaus die Bilanzen verhageln werden.

Der Brexit ist Politik gewordene Angst. In politischen Auseinandersetzungen in Großbritannien geht es seit der Jahrtausendwende praktisch ständig um Angst: Angst vor Terror, vor Muslimen, vor Einwanderern, vor Überfremdung, Angst vor Werteverlust, vor wirtschaftlichem Niedergang, vor dem Verschwinden von Traditionen und Eigenheiten, Angst vor dem Ende dessen, was eine statistisch immer ältere Bevölkerung für ihren Nationalcharakter hält. Die allermeisten dieser Ängste besitzen keine politische oder demografische Realität – aber so ist das mit Angst: Realität oder Wahrheit sind das letzte, was sie braucht, um zu florieren.

Beispiel: der Nordosten Englands, der sich mehr zum schwerindustriellen 19. Jahrhundert nostalgisch hingezogen fühlt als realistisch zum teils in vierter Generation arbeitslosen 20. und 21. Jahrhundert. Und so wird dort heuer jeder dritte Mann unter 30 Jahren zum Suizidfall. Aber eine klare Mehrheit in der Region stimmte für den Brexit – allen Mahnungen zum Trotz. Die imaginative Kraft des Feindbildes vom neoliberalen Brüssel und eine sture Selbstüberschätzung waren einfach stärker. Dass viele Pro-Europäer das alte England als ewig gestrig verpönten – wie der TV-Journalist Robert Peston in seinem Buch „WTF?“ selbstkritisch anmerkt. Und dass die alte britische Parteienlandschaft keine neuen Ideen für ein neues Jahrtausend generierte und bis heute sehr offensichtlich nur auf den Erhalt seiner eigenen Pfründe bedacht ist, hat auch nichts für ein glückliches „green and pleasant land“ getan.

Dann lieber Frühstück: Was also bleibt Resteuropa übrig? Abwarten und Tee trinken? Bisher kamen die Engländer eigentlich meist von selbst darauf, was der brauchbarste Weg für sie – und für die Welt – war (wenn auch oft sehr spät). Wobei der Weg schon bekannt ist: Eine nationale Selbstfindung erledigt sich bedeutend sicherer innerhalb einer starken Europäischen Union. Stichwort stark: Will die EU nicht, dass auf den Brexit-Horror jedes andere Mitglied zu seiner Identifizierung blind um sich schlägt, braucht es die viel beschworene Reform, die die Union nach außen stärkt und nach innen diversifiziert. Dann kann uns Europäern auch das unfassbar ungesunde „full English breakfast“ – Spiegeleier mit Speck, Bohnen, gegrillte Würstchen gebratene Champignons und Tomaten plus sehr viel Toast und Kannen voller Tee mit Milch – nichts anhaben.

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