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Frauenfeindlicher Kommentar: Bolsonaro sorgt in TV-Duell für Eklat

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Von: Moritz Serif

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Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro und Lula da Silva attackieren sich im Wahlkampf hart. Der Amtsinhaber sei dabei, das Land zu „zerstören“.

Brasilia – Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro und sein Rivale Luiz Inácio Lula da Silva haben sich in einer Fernsehdebatte zur anstehenden Präsidentschaftswahl gegenseitig schwere Vorwürfe gemacht. Der rechtsextreme Bolsonaro nannte Lula gleich in seinem Eröffnungsstatement einen „Dieb“ und warf dem linksgerichteten Ex-Präsidenten vor, dass seine „Regierung die korrupteste in Brasiliens Geschichte war“.

Der Politiker der Arbeiterpartei (PT) wies die Anschuldigung des Amtsinhabers zurück und hob hervor, dass während seiner Regierungszeit in den Jahren 2003 bis 2010 viele Sozialreformen angestoßen worden seien. Bolsonaro sei nun aber dabei, das Land zu „zerstören“, sagte Lula.

TV-Duell vor Präsidentschaftswahl in Brasilien: Lula und Bolsonaro attackieren sich

Lula widmete sich im ersten Teil der Debatte lange dem Schutz der Umwelt - insbesondere des Amazonas-Regenwaldes, dessen Zerstörung nach Daten der brasilianischen Weltraumbehörde INPE im ersten Halbjahr einen Rekordwert erreicht hatte.
Lula hatte zwischen April 2018 und November 2019 nach einer Verurteilung wegen Korruptionsvorwürfen in Haft gesessen. 2021 erhielt er aber sämtliche politischen Rechte zurück, nachdem der Oberste Gerichtshof Brasiliens die Urteile gegen ihn wegen fehlender Zuständigkeit des Gerichts annulliert hatte.

Lula betonte mehrfach, dass seine Unschuld bewiesen worden sei. Beide Kandidaten bezichtigten sich gegenseitig der Lüge. Außer Bolsonaro und Lula beteiligten sich noch vier weitere der insgesamt zwölf Präsidentschaftskandidaten an der dreistündigen Debatte, darunter Ex-Finanzminister Ciro Gomes von der Mitte-links-Partei PDT und die Senatorin Simone Tebet von der Mitte-Partei MDB.

Lula, Simone Tebet und Amtsinhaber Bolsonaro lieferten sich ein hitziges TV-Duell.
Lula, Simone Tebet und Amtsinhaber Bolsonaro lieferten sich ein hitziges TV-Duell. © Andre Penner/dpa/picture alliance

Vor Brasilien-Wahl: Bolsonaro sorgt für Eklat

Amtsinhaber Bolsonaro sorgte in der Debatte für einen Sexismus-Eklat, als er auf eine Frage von Journalistin Vera Magalhaes mit frauenfeindlichen Kommentaren reagierte. Magalhaes hatte in ihrer Frage gesagt, Bolsonaro habe Falschinformationen über Impfungen gegen Covid-19 verbreitet.

Bolsonaro sagte darauf, an sie gerichtet, „Vera, du schläfst mit den Gedanken an mich ein, du hast eine Art Schwärmerei.“ Er warf ihr „falsche Anschuldigungen“ vor und sagte: „Du bist eine Schande für den brasilianischen Journalismus.“ Den späteren Vorwurf der Frauenfeindlichkeit durch eine andere Kandidatin wischte Bolsonaro beiseite.

Umfragen zur Brasilien-Wahl: Lula ist klar vorne

Umfragen sehen den 76 Jahre alten Lula vor der ersten Wahlrunde am 2. Oktober derzeit klar vor Bolsonaro. Laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Datafolha kann der Ex-Präsident mit 47 Prozent der Stimmen rechnen, der 67-jährige Amtsinhaber hingegen nur mit 32 Prozent. Erringt keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen, findet am 30. Oktober eine Stichwahl statt. (mse/AFP)

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