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Schwere Überschwemmungen in Brasilien: Mindestens 20 Tote - Wetterdienste warnen vor neuem Regen

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Von: Tobias Utz, Nadja Austel

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In Brasilien lösen anhaltende Regenfälle die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten aus. Über Weihnachten brechen nun auch noch zwei Dämme.

Update von Dienstag, 28.12.2021, 11.00 Uhr: Durch die Überflutungen in Brasilien sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer stieg am Montagabend auf mindestens 20 an. Das teilten lokale Behörden laut der Nachrichtenagentur Al Jazeera mit.

Besonders betroffen ist der Nordosten des Landes. Die Suche nach Überlebenden läuft noch. Allerdings gestalte sich diese schwierig, wie der Gouverneur des brasilianischen Bundesstaates Bahia betonte. Bislang konnten rund 200 Menschen aus ihren Häusern gerettet werden. Rettungskräfte patrouillieren in Kleinboten in den Gewässern.

Überschwemmungen in Brasilien
Mindestens 20 Menschen kamen durch die Überschwemmungen in Brasilien bereits ums Leben. © Camila Souza/AFP

Hinzu kommen neue Meldungen von Regenfällen in der Region. Die Wetterdienste warnen bereits. Insgesamt wurden durch die Überschwemmungen im Nordosten Brasiliens 16.000 Menschen obdachlos, wie die Nachrichtenagentur Reuters vermeldete. Sie zu versorgen und in Sicherheit zu bringen habe nun oberste Priorität, wie die Behörden betonten.

Schwere Überschwemmungen in Brasilien

Erstmeldung von Montag, 27.12.2021, 16.00 Uhr: Ilhéus – Anhaltende heftige Regenfälle haben im Nordosten Brasiliens Medienberichten zufolge die schwersten Überschwemmungen seit mehr als 30 Jahren ausgelöst. Bis Sonntag (26.12.2021) kamen im Bundesstaat Bahia mindestens 18 Menschen ums Leben, weitere 20.000 wurden obdachlos, wie es unter Berufung auf den Zivilschutz hieß. Insgesamt seien etwa 430.000 Einwohner von der Katastrophe betroffen. „An eine so große Tragödie kann ich mich in der jüngeren Geschichte Bahias nicht erinnern“, schrieb Gouverneur Costa auf Twitter.

In der Stadt Itabuna retteten Nachbarn mithilfe von Luftmatratzen eine 102-Jährige aus ihrem Haus, berichteten die örtlichen Medien. „Das Wasser stieg so stark an, dass es über die Treppe in die Wohnung kam“, sagte ihr Neffe den Reportern. Der Pegel des Flusses Cachoeira sei um bis zu zehn Meter gestiegen.

Eine Luftaufnahme der Überschwemmungen: Bäume und die Häuser eines Stadtteils versinken zur Hälfte in den Wassermassen.
In Brasilien lösen starke Regenfälle die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten aus. © Manuella Luana/dpa

Derartige Überflutungen gab es in Bahia seit Jahrzehnten nicht mehr: Weite Teile des Bundesstaates von Brasilien stehen unter Wasser. Bahia ist flächenmäßig etwa so groß wie Frankreich. Rui Costa versprach, die Schäden zu beheben, doch zunächst gelte es, Menschenleben zu retten, so der Gouverneur. „Hier im Süden Bahias geht die Welt unter, und niemand sieht uns“, klagte die 24-jährige Lorena Vicente in der Zeitung O Globo über die Situation vor Ort. Ihre Eltern hätten in den Fluten alles verloren. „Wir werden sehr hart arbeiten, um die Schäden zu beheben“, versprach Gouverneur Costa. Für 72 Städte und Ortschaften des Bundesstaates wurde der Notstand ausgerufen.

Costa machte aber auch klar: „Priorität hat im Moment, Leben zu retten.“ Dazu würden Hubschrauber und Boote eingesetzt, sagte er bei einem Besuch betroffener Gebiete. Auch das Militär helfe mit. Der Gouverneur selbst teilte auf Twitter ein Video, das zeigt, wie ein Mann mit einem Helikopter vom Dach eines Hauses gerettet wird. Den Angaben zufolge hatte dieser dazu von innen ein Loch durch die Dachziegel geschlagen.

Brasilien: Nach Überschwemmung brechen zwei Dämme

Bahia leidet bereits seit November unter schweren Unwettern, die nicht nur ganze Landstriche unter Wasser setzen, sondern auch Erdrutsche auslösten. Am Weihnachtswochenende kam der Bruch zweier Dämme in der Region hinzu. Die Verwaltungen der Gemeinden Itambé und Jussiape riefen die Bewohner über soziale Medien dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Rund zehn weitere Dämme würden in der Region nun genauer inspiziert, meldeten Medien unter Berufung auf die Feuerwehr. Bereits Anfang des Jahres 2019 waren bei einer Staudamm-Katastrophe im brasilianischen Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais mindestens 260 Menschen von einer Schlammlawine getötet worden.

Überschwemmungen in Brasilien: Wetterdienste geben noch keine Entwarnung

Mittlerweile gehe der Pegel des Flusses Cachoeira etwas zurück, twitterte Gouverneur Costa am Montag (27.12.2021). Eine Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden, hieß es in Medienberichten unter Berufung auf Wetterdienste: Es werde erwartet, dass die Regenfälle noch eine Woche andauern werden.

Auch in Kanada war es im November 2021 zu einer Flutkatastrophe gekommen. Zeitweise war die Großstadt Vancouver gänzlich vom Rest des Landes abgeschnitten. (na/tu mit dpa/AFP/KNA/epd)

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