Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Brasilien

Blutbad in Rio de Janeiro - 25 Tote bei Anti-Drogen Einsatz

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
    schließen

Bei einer Schießerei in Rio de Janeiro werden mindestens 25 Menschen getötet, darunter ein Polizist.

Rio de Janeiro - Rio de Janeiro gilt als die gefährlichste Stadt Brasiliens. Weite Gebiete der Metropole stehen unter der Kontrolle von Kriminellen, von denen viele mit einflussreichen Banden des Drogenhandels in Verbindung stehen. Am Donnerstag (Ortszeit) sind bei einem Großeinsatz der Polizei gegen solche mutmaßlichen Drogenbanden mindestens 25 Menschen getötet worden. Unter den Opfern sei auch ein Polizeibeamter, teilte die Polizei am Abend mit.

Die Sicherheitskräfte waren in den frühen Morgenstunden mit einem Großaufgebot angerückt, um Drogenhändler in dem Armenviertel Jacarezinho im Norden der Stadt festzunehmen. Anwohner:innen luden in den Online-Netzwerken Videos von Explosionen und schweren Gefechten hoch. Mindestens zwei Passagiere einer U-Bahn gerieten in die Schusslinie und wurden verletzt, wie die Nachrichtenwebsite G1 berichtete.

Blutbad in Rio: Razzia im Armenviertel Jacarezinho

Die Razzia richtete sich gegen mutmaßliche Drogenhändler, die beschuldigt werden, Minderjährige für ihre illegalen Aktivitäten zu rekrutieren. Jacarezinho ist eine Hochburg der Bande Comando Vermelho (Rotes Kommando), die als größte Verbrecherorganisation Rio de Janeiros gilt.

Die Polizei führt einen Einsatz gegen mutmaßliche Drogenhändler in der Favela Jacarezinho durch.

Die Polizei teilte mit, die 24 von den Einsatzkräften Getöteten seien „Verdächtige“ gewesen. Die Beamten hätten sich an alle Einsatzregeln gehalten, bevor sie das Feuer eröffneten. Ein Sprecher der Behörden bestätigte den Tod eines ihrer Beamten. Polizeichef Ronaldo Oliveira sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass es bei der Razzia am Donnerstag „die größte Anzahl von Todesfällen bei einem Polizeieinsatz in Rio“ gegeben hätte.

Rio de Janeiro: Polizeieinsätze während der Pandemie nur in Ausnahmefällen

Menschenrechtsaktivist:innen kritisierten den Einsatz als unverhältnismäßig und rassistisch: „Wer sind die Toten? Junge Schwarze. Deswegen spricht die Polizei von ‚24 Verdächtigen‘“, sagte die Leiterin des Netzwerks der Beobachtungsstellen für öffentliche Sicherheit an der Universität Candido Mendes, Silvia Ramos. Die Behörden würden „Leichen anhäufen“ und ständig sagen: „Das sind Kriminelle“.

Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Instituto Fogo Cruzado (Kreuzfeuer-Institut), die Daten zur Waffengewalt in Brasilien sammelt, war es der tödlichste Einsatz seit Gründung der NGO vor fünf Jahren. Das brasilianische Verfassungsgericht hatte kürzlich entschieden, dass solche Polizeieinsätze während der Corona-Pandemie nur unter „außergewöhnlichen Umständen“ zulässig seien. (skr mit afp)

Rubriklistenbild: © Silvia Izquierdo/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare