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Erdrutsche in Brasilien: Einsatzkräfte suchen weiter nach Verschütteten – Zahl der Toten steigt

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Von: Sarah Neumeyer, Lucas Maier, Alina Schröder

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Feuerwehrleute, der Zivilschutz und die Bevölkerung suchen am Samstag in Morro da Oficina, in der Gemeinde Petropolis, in der Bergregion von Rio de Janeiro, nach Opfern.
Feuerwehrleute, der Zivilschutz und die Bevölkerung suchen am Samstag (19.02.2022) in Morro da Oficina, in der Gemeinde Petropolis, in der Bergregion von Rio de Janeiro, nach Opfern. © Carlos Santtos

Extreme Regenfälle führen in einer Bergregion nahe Rio de Janeiro zu verheerenden Erdrutschen. Behörden melden weitere Todesopfer.

Update vom Sonntag, 20.02.2022, 14.46 Uhr: Nach Erdrutschen und Überschwemmungen nördlich der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro ist die Zahl der Todesopfer auf 152 gestiegen. Weitere 165 Menschen wurden noch immer vermisst, wie das Nachrichtenportal G1 am Sonntag (20.02.2022) unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. Fast 1000 Menschen wurden bei dem Unwetter obdachlos.

Seit Tagen gehen in der Region heftige und anhaltende Regenschauer nieder. Allein am Dienstag (15.02.2022) regnete es nach Angaben des Wettersenders Climatempo in sechs Stunden mehr, als für den ganzen Monat Februar erwartet worden war. Hänge rutschten ab, Straßen wurden überflutet, Autos von den Wassermassen mitgerissen.

Die Suchmannschaften hofften noch immer, weitere Verschüttete bergen zu können. Bislang wurden 24 Menschen lebend gerettet. Das unbeständige Wetter behinderte aber immer wieder die Bergungsarbeiten.

Erdrutsche in Brasilien: Zahl der Vermissten steigt sprunghaft an – „Es ist ein Bild des Krieges“

+++ 19.26 Uhr: Nach Erdrutschen und Überschwemmungen in Brasilien steigt die Zahl der Vermissten sprunghaft an. Die Suche unter Trümmern und Schlamm gestaltet sich schwierig. Die Zahl der Toten in der Bergregion von Rio de Janeiro ist auf mindestens 130 gestiegen, berichtete das brasilianische Nachrichtenportal G1 unter Berufung auf die Feuerwehr am Freitag (18.02.2022). Unter den Toten waren demnach 20 Kinder. 70 Leichen wurden identifiziert. Nach Angaben der Polizei wurden noch 218 Personen vermisst, fast doppelt so viele wie zuvor gemeldet.

„Ich habe eine riesige Zerstörung gesehen. Es ist ein Bild des Krieges“, sagte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der die Region nach seiner Rückkehr aus Russland und Ungarn am Freitag (18.02.2022) überflog. „Wir haben einen perfekten Eindruck von dem bekommen, was hier in Petrópolis passiert ist.“

Am frühen Freitagmorgen heulten in Petrópolis erneut die Sirenen, gegen Donnerstagabend hatte wieder heftiger Regen eingesetzt. Das Wetter blieb auch tagsüber wechselhaft. Einige Bewohner:innen weigerten sich dennoch, ihre Häuser zu verlassen. Die Rettungsteams setzten die Suche nach Vermissten wegen der Gefahr von Erdrutschen zu ihrer eigenen Sicherheit vorübergehend aus. Angehörige erzählten im Fernsehen von ihrer Verzweiflung. „Wir glauben, dass sie hier verschüttet ist“, sagte etwa eine Frau. „Aber die Feuerwehrleute suchen nach einer Nadel im Heuhaufen.“ 24 Personen wurden bislang gerettet. Hunderte Einwohner:innen wurden zu den mehr als 30 Auffangpunkten der Stadt - Kirchen und Schulen - gebracht.

Erdrutsche in Brasilien: Zahl der Toten steigt – Behörden warnen

Update vom Freitag, 18.02.2022, 11.00 Uhr: Die starken Regenfälle in der brasilianischen Großstadt Petrópolis halten an und könnten weitere Erdrutsche auslösen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, haben die Behörden die Anwohner:innen der verwüsteten Stadt inzwischen dazu aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Mit Sirenen und Textnachrichten wurden die Menschen unter anderem davor gewarnt, bei Verwandten oder in öffentlichen Gebäuden Zuflucht zu suchen. Wie der örtliche Zivilschutz am Donnerstagabend (Ortszeit) bekannt gab, könnte der Regen „in den nächsten Stunden mit mäßiger bis starker Intensität anhalten.“

Die verheerenden Erdrutsche in Petrópolis forderten bereits dutzende Todesopfer. Die Zahl stieg nach Behördenangaben mittlerweile auf 117. Mindestens 24 Personen konnten lebend geborgen werden, zahlreiche Menschen werden allerdings noch vermisst. Boote sowie Geländefahrzeuge sind in dem mit Geröll und Schlamm bedecktem Gebiet unterwegs, um nach weiteren Opfern zu suchen. Auch wurden rund 400 Soldat:innen zur Unterstützung entsandt.

Brasilien: Dutzende Tote nach Erdrutsch nahe Rio de Janeiro

Update vom Donnerstag, 17.02.2022, 09.30 Uhr: Nach Erdrutschen und Überschwemmungen in Folge von heftigem Regen ist die Zahl der Toten in der Bergregion von Rio de Janeiro erneut gestiegen. Mindestens 104 Menschen starben, wie das brasilianische Nachrichtenportal G1 am Mittwochabend berichtete. Auch acht Kinder waren demnach unter den Opfern. Die Zahl der Toten könne allerdings noch steigen, zitierte die Nachrichtenagentur Agência Brasil den Bürgermeister von Petrópolis, Rubens Bomtempo.

Die Zahl der Verschütteten war zunächst nicht bekannt, Feuerwehr und Bewohner suchten nach ihnen unter Trümmern und Schlamm. Insgesamt 24 Personen wurden lebend gerettet. Mindestens 80 Häuser wurden von einer Schlammlawine erfasst, mehr als 180 Bewohner von Risikogebieten wurden dem Zivilschutz zufolge in Schulen untergebracht, 372 Personen wurden obdachlos.

Schwere Unwetter in Brasilien: „Der schlimmste Regen in Petrópolis seit 1932“

Am Dienstag hatte es nach Angaben des Meteorologie-Senders Climatempo in sechs Stunden mehr geregnet, als für den gesamten Monat Februar erwartet worden war. „Es war der schlimmste Regen in Petrópolis seit 1932“, sagte Gouverneur Cláudio Castro laut der Mitteilung. Hänge rutschten ab, Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen, Straßen waren blockiert. „Es ist fast eine Kriegssituation“, sagte Castro.

Bei den Bergungs- und Aufräumarbeiten waren Hunderte Feuerwehrleute und Polizisten im Einsatz. „Unsere Aufgabe ist es nun, das Leben in der Stadt wieder in Gang zu bringen“, sagte Gouverneur Castro. „Wir haben Teams und Maschinen mobilisiert und werden alles Nötige tun, um die Stadt wieder aufzubauen und den Schmerz der Familien der Opfer zu lindern.“ Sowohl staatliche als auch private Spendenaktionen liefen an. Am meisten wurden Wasser und Hygieneartikel benötigt.

Anwohner umarmen sich, während sie auf eine Meldung über vermisste Angehörige in einem von Erdrutschen betroffenen Gebiet in Petropolis warten.
Anwohner umarmen sich, während sie auf eine Meldung über vermisste Angehörige in einem von Erdrutschen betroffenen Gebiet in Petropolis warten. © Silvia Izquierdo/dpa

Brasilien: Katastrophe nahe Rio de Janeiro fordert mindestens 78 Menschenleben 

+++ 19.20 Uhr: Nach den verheerenden Erdrutschen und Überschwemmungen in Brasilien, haben die Behörden neue Details bekannt gegeben. Die Stadt Petrópolis nördlich von Rio de Janeiro, hat es am schlimmsten getroffen, wie afp berichtet. Helfer konnten laut den örtlichen Behörden mindestens 21 Personen lebend retten.

Bei dem Unglück kamen jedoch auch mindestens 78 Menschen ums Leben. Zuvor war die Rede von lediglich 55 Toten. Die Behörden in Brasilien rechnen damit, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigen wird. Mindestens 300 Menschen kamen in Notunterkünften unter.

Brasilien: Erdrutsch nahe Rio de Janeiro tötet mindestens 55 Menschen

Update vom Mittwoch, 16.02.2022, 19.20 Uhr: In Brasilien sind bei Erdrutschen und Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen mindestens 55 Menschen ums Leben gekommen. Am schlimmsten betroffen war die malerische Stadt Petrópolis nördlich von Rio de Janeiro, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. 21 Menschen konnten nach Rettungsmaßnahmen lebend geborgen werden. Die Behörden befürchten jedoch weitere Tote. 300 Menschen kamen in Notunterkünften unter.

Bilder im Internet zeigten zerstörte Häuser, von den Fluten mitgerissene Autos und überschwemmte Geschäfte. Spezialteams mit Booten und Geländefahrzeugen suchten nach möglichen weiteren Opfern. Die Einsatzkräfte schaufelten Wege durch die Reste eingestürzter Häuser frei, von denen viele in den Slums an den Bergen gestanden hatten. 400 Soldaten wurden zur Unterstützung der Such- und Rettungsteams entsandt. Hilfsorganisationen riefen zu Spenden auf.

Brasilien: Erdrutsch nahe Rio de Janeiro tötet 34 Menschen

Erstmeldung vom Mittwoch, 16.02.2022, 09.34 Uhr: Rio de Janeiro – Starke Regenfälle haben nahe der brasilianischen Stadt Petrópolis hinter Rio de Janeiro einen Erdrutsch ausgelöst. Die Zahl der Toten ist in der von deutschen Einwanderern geprägten Bergregion auf mindestens 34 gestiegen. Das berichten brasilianische Medien am Mittwoch. Die Leichen seien gefunden worden, nachdem der Pegel im überschwemmten Stadtzentrum von Petrópolis gesunken war.

„In Moskau habe ich von der Tragödie erfahren, die sich in Petrópolis ereignet hat“, schrieb der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro auf Twitter. Am Dienstag war Bolsonaro nach Russland gereist, um am Mittwoch den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen.

Unwetterkatastrophe in Brasilien: Erdrutsche fordern mindestens 34 Tote

Nach Feuerwehrangaben waren am Dienstag (15.02.2022) rund 180 Rettungskräfte in Petrópolis im Einsatz, um nach möglichen weiteren Opfern zu suchen. Die Stadtverwaltung rief den Notstand aus. An mehreren Stellen war die Stadt überschwemmt, Autos wurden mitgerissen. Der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Claudio Castro, war zu einer Sitzung in Petrópolis in den Bergen hinter Rio erschienen, um die Maßnahmen der Landesregierung festzulegen, wie es in einer Mitteilung hieß. Die Stadt ist aufgrund seiner Lage und des kühlen Klimas in den heißen Sommermonaten auf der Südhalbkugel auch bei den Einwohnern Rios als Urlaubsort sehr beliebt.

In den vergangenen Wochen forderten erst im benachbarten Bundesstaat Minas Gerais Erdrutsche und Überschwemmungen mindestens zehn Tote. Dort kam es zudem zu einer Tragödie, als eine Felswand auf ein Touristenboot auf dem Furnas-Stausee stürzte. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben. Unklar war jedoch, ob auch der heftige Regen dazu beigetragen hatte, dass sich ein großer Teil des Felsen löste.

Zuvor hatte der Bundesstaat Bahia in Brasilien die schwersten Überschwemmungen seit mehr als 30 Jahren erlebt. Unwetterkatastrophen sind in Brasilien allerdings keine Seltenheit: Bei einer Unwetterkatastrophe im Bergland von Rio de Janeiro im Jahr 2011 waren mehr als 900 Menschen ums Leben gekommen. Sie galt als die schlimmste Unwetterkatastrophe in der Geschichte des Landes, von der unter anderem auch Petrópolis besonders betroffen war. (as mit dpa und KNA)

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