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Menschen nehmen am 3. Juli 2021 an einer Demonstration gegen den Umgang des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro mit der Pandemie COVID-19 in Brasilia teil.
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Protest gegen Präsident Jair Bolsonaro am 3. Juli in der Stadt Brasilia. Dass in Brasilien mehr als eine halbe Million Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind erzürnt viele Menschen im Land.

Protest gegen Corona- und Krisenpolitik

Retourkutsche für Bolsonaro: Im Reptilienkostüm zum Impftermin

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Im Dezember 2020 irritierte Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro erneut mit einer Äußerung zur Corona-Impfung. Eine Protestaktion wendet seine Worte gegen ihn.

Rio de Janeiro – Manche Menschen möchten sich gerne impfen lassen, haben aber Respekt vor der Spritze. So eine lange Nadel, so tief im Arm. Noch dazu konnte man mit Beginn der Impfkampagne der Vorstellung eher schlecht aus dem Weg gehen: Regelmäßig wurde man mit Bildern nackter Arme konfrontiert, fest im Griff behandschuhter Hände, die bereits die Spritze mit der Dosis Impfstoff über der Haut kreisen ließen, bereit zum Stich.

In Brasilien war es jüngst eher das Impfpersonal, das angesichts eines Impfwilligen Angst bekommen haben könnte: Der Brasilianer Klinger Duarte Rodrigues aus Manaus erschien verkleidet als übergroße Anaconda zu seinem Termin. Seine Aktion hatte einen politischen Hintergrund, der in Brasilien derzeit viele Menschen beschäftigt. Ein Video von Rodrigues Auftritt machte auf der Videoplattform TikTok prompt die Runde. 6,5 Million Mal wurde es bisher aufgerufen.

Im Reptilienkostüm zur Corona-Impfung: Menschen in Brasilien protestieren gegen Bolsonaro

Samt seines Kostüms trug Rodrigues ein Schild, auf dem er dazu aufrief, den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro des Amtes zu entheben. Seine Regierung verantwortet eine gravierende Gesundheitskrise im Land, die ihren Anfang zwar mit dem Coronavirus nahm – von Bolsonaro und seinem Umfeld treu ergebener Handlanger:innen bis heute allerdings kaum effektiv bekämpft worden ist.

Auch Rodrigues‘ angeheirateter Bruder sei mit dem Virus gestorben, berichtet der Guardian. Er hatte zuletzt in Manaus gelebt, wo im Frühjahr 2021 die Gesundheitsversorgung zusammenbrach. Rodrigues sieht unter anderem eine langsame Beschaffung von Impfstoff als Ursache für die vielen Tode. Den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge haben seit Beginn der Pandemie mehr als 548 Tausend Menschen ihr Leben im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion verloren. Mehr Opfer hat im globalen Vergleich nur die USA zu beklagen.

Mehr als eine halbe Million Corona-Tote in Brasilien – Kreativer Protest gegen Bolsonaro

Rodrigues ist kein Einzelgänger: Reptilienkostüme sieht man in Brasilien derzeit besonders bei Protesten häufiger. Die Idee dafür lieferte Jair Bolsonaro persönlich, wenn auch unabsichtlich: Mitte Dezember vergangenen Jahres warnte er – offenbar ironisch – davor, der Impfstoff von Biontech/Pfizer verwandle Menschen in Krokodile.

Bisher sind etwas mehr als 46 Prozent der Brasilianer:innen teilweise geimpft worden. 17,4 Prozent haben den vollen Impfschutz. Gemessen an den verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohner:innen liegt Brasilien international betrachtet damit im Mittelfeld. 61 Länder weisen eine höhere Quote auf, in 126 Ländern ist sie aktuell niedriger. (mp)

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