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Auch Autos wurden vom Feuer vernichtet.

Brände in Kalifornien

Brandschutzversicherung wird unbezahlbar

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Die Folgen der Brände treffen zuerst die sozial Schwächeren. Der Wiederaufbau ist in Gefahr.

Naturkatastrophen unterscheiden nicht zwischen Arm und Reich. So machte sich in Südkalifornien in dieser Woche eine bislang ungekannte Solidarität zwischen der Showprominenz und den Durchschnittsbürgern breit. Wie ihre weniger betuchten Nachbarn standen Miley Cyrus, Gerald Butler und Robin Thicke am Wochenende vor den qualmenden Ruinen ihrer Villa in Malibu. Kim Kardashian und Kanye West heuerten eine private Feuerwehr an, um ihr Heim zu schützen, und wiesen sie an, die gesamte Nachbarschaft zu sichern.

Im Angesicht der Feuersbrunst saßen alle im selben Boot. Doch spätestens, wenn der Rauch verzogen ist und es ans Aufräumen geht, wird die Kluft zwischen Arm und Reich wieder zutage treten.

Cyrus und die Kardashians sind zweifellos hervorragend versichert, auch wenn die Prämien in Südkalifornien nach den wiederholten Bränden der vergangenen Jahre kaum mehr bezahlbar sind. Viele ihrer Nachbarn haben da weniger Glück. Die Behörden glauben zwar, dass es kaum Hausbesitzer gibt, die keine Versicherung haben. Viele der geschätzten 6700 Familien, die jetzt ihr Heim verloren haben, werden jedoch ein böses Erwachen erleben, wenn sie versuchen, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Nach den Feuern der letzten Jahre, in denen die Versicherer mehr als 16 Milliarden an Schäden begleichen mussten, hat die Branche die Zügel extrem eng angelegt. Viele Versicherer haben Klauseln in die Verträge eingebaut, welche die Deckung begrenzen – manchmal bei so wenig wie 5000 Dollar. Gleichzeitig sind die Beiträge seit 2015 in gefährdeten Gebieten um 217 Prozent gestiegen.

 So erhielt das Ehepaar Madryzk nach den Feuern von 2015 eine Benachrichtigung, dass sie nicht mehr versicherbar seien, weil sie in einer Risikozone leben. Sie erwarben eine neue Versicherung von Lloyds in London, die sie knapp 3000 Dollar pro Jahr kostete. Zu Beginn diesen Jahres wurde die Prämie auf 5800 Dollar verdoppelt. Zugleich wurde die Versicherungssumme um 200 000 Dollar gesenkt.

Viele der kalifornischen Hausbesitzer haben ihre private Brandschutzversicherung verloren. Die von Staat Kalifornien subventionierte Versicherung FAIR hat seit 2015 einen Zuwachs von 35 Prozent an neuen Policen zu verzeichnen.

Mittelfristig keine Brandschutzversicherung mehr

Die derzeitige Katastrophe dürfte die Situation noch einmal verschärfen. So sagt Carolyn Kousky, Direktorin eines Forschungsinstituts für Risikomanagement an der Wharton Universität, dass Versicherungen in Kalifornien mittelfristig vermutlich keinen Brandschutz mehr anbieten werden.

Die Konsequenzen für den Staat könnten dramatisch sein. Menschen, die nicht wieder aufbauen können, ziehen fort, die Gemeinden verlieren Steuereinnahmen. Die begehrten Wohnlagen in schöner Landschaft an den Stadträndern werden mehr noch als ohnehin schon Enklaven derjenigen, die sich das Risiko dort zu leben, leisten können.

So wird man in Kalifornien schon bald sehen können, was der Klimawandel rund um den Globus mit sich bringt. Von den Folgen getroffen werden zuerst die sozial Schwächeren. Die Kardashians und Cyrus’ werden hingegen in den schönen kalifornischen Wohnlagen hoch über dem Pazifik immer mehr unter sich sein.

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