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Diese Satellitenaufnahme der NASA zeigt aufsteigenden Rauch im östlichen Teil von New South Wales.

Buschbrände in Australien

Regierung glaubt, Klimawandel sei ein Hirngespinst der „verrückten, innstädtischen Linken“.

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Der Klimawandel verschärft das Risiko für Brände in Australien. Doch führende Politiker wollen dies nicht wahrhaben.

Die Brandgefahr in Australien ist am Donnerstag etwas gesunken – dank gesunkener Temperaturen und abflauender Winde. Echte Entwarnung ist jedoch nicht in Sicht. Die Zahl der Todesopfer ist auf vier gestiegen, bei Löscharbeiten bei Kempsey im Bundessstaat New South Wales wurde die Leiche eines Mannes gefunden, der vorher als vermisst gegolten hatte. Zudem wurden zwei Brandstifter gefasst. Am Mittwoch hatten die Behörden Evakuierungen für viele Strandorte der australischen Ostküste angeordnet, die auch bei Touristen beliebt sind.

Klimwandel sei Hirngespinst der „verrückten Linken“ 

Am Tag zuvor hatten sich die Feuer der Millionenmetropole Sydney genähert, für die erstmals in der Geschichte eine Feuer-Katastrophenwarnung herausgegeben worden war. Unterdessen läuft „downunder“ eine intensive Debatte darüber, ob der Klimawandel für die Schwere der Feuerstürme mitverantwortlich ist. Besonders, nachdem Vize-Premierminister Michael McCormack das mit markigen Worten abgestritten hat. In Australien habe es „schon immer Feuer“ gegeben. Der Klimawandel sei ein Hirngespinst der „verrückten, innstädtischen Linken“.

Unbestritten ist, dass es sich um eine extreme Feuersaison handelt. Mehr als 100 Buschbrände wüten in den beiden Bundesstaaten New South Wales und Queensland, verbrannt ist bereits eine Fläche von mehr als 1,1 Million Hektar. Das passt zu den Daten der australischen Meteorologie-Behörde, die in den vergangenen Jahrzehnten eine Zunahme der Brandgefahr und eine Verlängerung der Brandsaison insbesondere im Südosten des Landes verzeichnet hat. Nach den Statistiken nehmen dort die Niederschläge vor allem im Winter ab, und Hitzewellen im Sommerhalbjahr werden stärker – ideale Bedingungen für Buschfeuer, wenn die Hitze auf eine ausgetrocknete Vegetation trifft.

Australien: Trockenster Zeitraum seit Aufzeichnungen 

In den vergangenen Jahren hat sich der Trend offenbar verschärft. Die Regionen, die derzeit in Flammen stehen, verzeichnen seit 2016 ihren trockensten Zeitraum seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen. Die winterliche Niederschlagsmenge lag in eisnigen Gebieten unter der Hälfte des Normalniveaus. In Südaustralien war der Oktober der trockenste Oktober bisher. Dieser Monat ist auf der Südhalbkugel ein Frühlingsmonat. Die Meteorologen erwarten, dass 2019 zumindest in New South Wales insgesamt ein Rekordjahr bei den Temperaturen wird. Der Januar 2019 war bisher der heißeste Monat im Land.

Alles verbrannt: Ein Kookaburra an der Ostküste.

Studien internationaler Forscher haben für mehrere Regionen den Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und Wetter-Extremereignissen analysiert. Auch für Australien konnte das gezeigt werden. Wissenschaftler der Universität Edinburgh ermittelten, dass in der Feuersaison im Sommer 2016 das Brandrisiko durch den Klimawandel doppelt so hoch war wie es ohne diesen Einfluss gewesen wäre. Ähnliche Daten gibt es auch für die westliche USA, wo erst jüngst wieder die kalifornischen Waldbrände für Schlagzeilen sorgten. Laut US-Forschern hat sich dort die Fläche der verbrannten Waldflächen unter anderem infolge des Klimawandels von 1984 bis 2015 fast verdoppelt.

Klimwandel in Australien: „Dafür gibt es wirklich nur ein Wort – Quatsch.“

Klimaexperten haben teils mit heftigen Worten darauf reagiert, dass führende australische Politiker den Zusammenhang mit dem Klimawandel abstreiten. Bill Hare, Leiter des Thinktanks Climate Analytics, antwortete auf McCormacks Einlassung: „Dafür gibt es wirklich nur ein Wort – Quatsch.“ Zwischen Klimawandel und Waldbrandrisiko bestehe „ein starker und sehr gut etablierter Zusammenhang“. Es handele sich um ein vorhersehbares Risiko, das nur durch eine Reduktion des CO2-Ausstoßes noch begrenzt werden könne. McCormacks Kommentare seien „absichtlich unwissend und, in aller Kürze, Bullshit.“ Amanda McKenzie, die Chefin des unabhängigen australischen „Climate Council“, sagte: „Es ist wichtig, über die Tatsache zu sprechen, dass der Klimawandel diese Megafeuer antreibt.“ Gemeinden, Feuerwehrleute, Gesundheitsdienste verdienten es, Bescheid zu wissen.

Greg Mullins, ein früherer Beauftragter für Brandbekämpfung in New South Wales, sagte: „Wenn dir jemand sagt: ,Dies ist Teil eines normalen Zyklus oder ,Wir hatten schon früher solche Brände‘, dann lächle höflich und gehe weg, weil sie nicht wissen, wovon sie reden.“ Er sei aber zuversichtlich, dass die Regierung, wenn sich Rauch und Staub gelegt haben, durchgreifende Maßnahmen ergreifen werde, um die Treibhausgasemissionen herunterzufahren, sagte er.

Australiens Klimapolitik ist allerdings bisher weit davon entfernt, die Klimaziele des Paris-Vertrags einzuhalten. Laut einem jüngst veröffentlichten NGO-Bericht zur Klimapolitik der G20-Staaten, genannt „Brown to Green“, bildet das Land das Schlusslicht. Die Treibhausgas-Emissionen des Landes sind demnach seit 1990 um mehr als 30 Prozent gestiegen. Die Energie gewinnt das Land zu 92 Prozent aus fossilen Quellen. Australien ist der weltweit größte Kohleexporteur und plant sogar, seine Kohleexporte zu verdoppeln.

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