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Corona-Impfung
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Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit einem Impfstoff gegen Covid-19.

Pandemie

Booster-Impfung: Welche Corona-Impfstoffe eignen sich zur Auffrischung?

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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In Deutschland werden Corona-Booster-Impfungen mit Moderna und Biontech durchgeführt. Eine Studie untersucht die Effektivität mehrerer Vakzine.

London – Die vierte Corona-Welle treibt Deutschland immer weiter in den Ausnahmezustand. Die Lösung dagegen? Nach den vom Corona-Gipfel am Donnerstag (02.12.2021) festgelegten Maßnahmen, sollen Auffrischungsimpfungen der „Wellenbrecher“ sein. „Booster, booster, booster“, forderte Bayern Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Auf einer Bundespressekonferenz vor Weihnachten (03.12.2021) kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, dass es genug Impfstoff geben würde, um die gesamte Bevölkerung zu boostern. Doch welcher Corona-Impfstoff eignet sich am besten für den dritten Piks? In Deutschland werden Personen über 18 Jahre mit den mRNA-Vakzinen von Biontech und Moderna geboostert. Doch sind sie auch die einzigen effektiven Mittel zur Auffrischung? Eine britische Studie hat untersucht, wie wirkungsstark die auf dem Weltmarkt erhältlichen Impfstoffe bei einer Booster-Impfung sind.

Booster-Impfung gegen Corona: Biontech, Moderna und Co. auf dem Prüfstand

The Lancet, eines ältesten und renommiertesten Fachmagazine im Bereich Medizin, veröffentlichte die Studie aus Großbritannien. Mehr als 2800 Probandinnen und Probanden nahmen an den Untersuchungen teil und stellten ihre Blutproben einer Laboranalyse zur Verfügung. Jede teilnehmende Person wurde vorher mit zwei Dosen Biontech oder Astrazeneca geimpft. Insgesamt sieben Vakkzine wurden auf ihre Booster-Qualitäten getestet: Biontech, Astrazeneca, Johnson & Johnson, Moderna, Novavax, außerdem der Corona-Impfstoff CureVac aus Tübingen und der neue Totimpfstoff von Valneva. Zur Kontrolle bekam eine Testgruppe einen Meningokokken-Impfstoff verabreicht.

Vier Wochen nach der Auffrischungsimpfung wurden Blutproben entnommen und auf Antikörper untersucht. Außerdem beobachtete das Forscherteam die Entwicklung der T-Zellen. Diese dienen der Körperabwehr und greifen Coronaviren bereits in einem frühen Stadium der Krankheit an.

Die Resultate der Studie fielen durchweg positiv aus: Sowohl die Anzahl der Antikörper als auch die der T-Zellen hatte sich nach der Auffrischungsimpfung im Vergleich zur Kontrollgruppe gesteigert. Die Qualitäts-Schwankungen waren allerdings deutlich bemerkbar. Während der Booster von Valneva den Antikörper- und T-Zellen-Spiegel der Testpersonen um etwa 30 Prozent verbesserte, verzeichnete das Vakzin von Moderna eine exorbitante Steigerung von fast 1000 Prozent. Die Ergebnisse seien trotzdem ein voller Erfolg: „Die wichtigste Botschaft zum Mitnehmen ist, dass wir eine große Anzahl hervorragender Booster-Impfstoffe haben“, sagt Merryn Voysey, Forscherin an der Universität Oxford.

Booster mit mRNA-Impfstoff: Potenziell effektiver

Die Studienautoren untersuchten lediglich die Zahl der Antikörper und T-Zellen. Es wurde nicht nachverfolgt, wie gut die Booster-Impfungen eine Infektion verhindern. Das Niveau an Antikörper entsprach bei den meistern Auffrischungen einem Corona-Schutz von etwa 90 Prozent.

mRNA-Impfstoffe erwiesen sich als besonders effektiv bei der dritten Impfung. Immunologin Eleanor Riley von der University of Edingburgh würde die mRNA-Vakzine als Booster empfehlen: „Ein mRNA-Booster ist eine gute Sache, egal welche Impfstoffe man als erste hatte.“ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die meisten der getesteten Vakzine stark genug sind, um vor einer Infektion zu schützen.

Auch wenn es Unterschiede bei der Effektivität der Wirkstoffe gibt, sei es am Ende egal, auf welches Mittel zurückgegriffen wird: „Wenn in Ihrem Land oder Ihrer Region nur ein Vakzin für die Booster-Impfungen zur Verfügung steht, dann ist es vollkommen sicher und in Ordnung diesen zu nutzen“, sagt Saul Faust, Co-Autor der Studie. Neben den mRNA-Impfstoffen wären auch alle anderen Varianten ausreichend. Kollege John Moore, ein Virologe aus New York bestätigt das: „Es ist kein Schönheitswettbewerb. Es geht nicht darum, welcher [Impfstoff] ein bisschen besser ist als der andere. Wir dürfen nicht wählerisch sein.“

Booster-Impfung gegen neue Omikron-Variante: Was bisher bekannt ist

Doch wie gut hilft eine Booster-Impfung gegen die Omikron-Variante? In diesem Punkt sind sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch nicht einige. Die neue Mutation ist zu jung und unerforscht, um darüber eine Aussage zu treffen. Es besteht jedoch die Befürchtung, dass die Variante aus Südafrika deutlich resistenter ist. Ein 90-prozentiger Schutz könnte gegen Omikron deutlich schwächer wirken. „Ich denke, wir werden erste Resultate in ein paar Wochen sehen“, so Saul Faust.

Neben der Unwissenheit über die Omikron-Variante bereiten auch die Nebenwirkungen der Booster-Impfungen Sorge. Erste Studien zeigen, mit welchen unerwünschten Auswirkungen Geboosterte rechnen müssen. (aa)

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