Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Historische Aufname von zwei Männern mit Hut bei einem Krocketspiel.
+
2015 wurde eine Aufnahme, die Billy the Kid (links) beim Krocketspiel zusammen mit Pat Garrett im Jahr 1878 zeigen soll, vom Auktionshaus „Kagin’s Inc.“ als authentisch bewertet.

Western

Billy the Kid: 140 Jahre wilde Legende

  • VonMomsen Einsmann
    schließen

Ob als Gesetzloser und Mörder gefürchtet oder als mutiger Kämpfer gefeiert – auch 140 Jahre nach seinem Tod am 14. Juli 1881 fasziniert der Mythos des Revolverhelden Billy the Kid.

Ein junger Mann betritt einen abgedunkelten Raum. Er fragt zweimal auf Spanisch: „Wer ist da?“. Dann fallen Schüsse. Henry McCarty ist tot. Er wurde nur 21 Jahre alt. Der Schütze im Dunkel des Zimmers war Sheriff Pat Garrett.

Henry McCarty war schon damals eine Legende, er nannte sich auch William H. Bonney, Henry Antrim oder auch Kid Antrim, aber berühmt wurde er unter dem Namen Billy the Kid.

Jung. Blond. Blauäugig: Wahrscheinlich am 17. September 1859 (oder 20. bzw. 23. November) in New York oder Indiana als Kind irischer Einwanderer geboren. Billy the Kid wird als hilfsbereit, einnehmend, wagemutig, aber auch als jähzornig und skrupellos bezeichnet. Er wurde nur 21 Jahre alt und behauptete, für jedes Lebensjahr einen Menschen getötet zu haben.

Alles, was wir heute über Billy wissen, beruht größtenteils auf dem Buch, das der Mann, der ihn tötete, nur acht Monate später veröffentlichte. Neuere Erkenntnisse gibt es wenige. Zur Legendenbildung braucht es abenteuerliche Geschichten, und die wurden von Pat Garrett geliefert. Die damaligen Zeitungen schmückten den Mythos zusätzlich aus.

Billy the Kid: Ein Mythos, der selbst den Tod in Frage stellt

Schon Geburtsort und -datum sind strittig. Nach dem Tod des Vaters beginnt eine Zeit rastlosen Umherziehens der Familie. Das Kind Henry wird als aufgeweckter Junge beschrieben. Er besucht die Schule, kann lesen und schreiben und spricht fließend Spanisch. Nach der erneuten Heirat seiner Mutter hat er Probleme mit seinem Stiefvater – weshalb der Junge sich immer häufiger in den Saloons von Silver City herumtreibt und sich als guter und gewitzter Spieler hervortut. Schon mit zwölf Jahren begeht er seine erste Straftat, je nach Legende ein Diebstahl von Kleidungsstücken oder gar der Mord an einem Mann, der seine Mutter beleidigte. Die Flucht aus dem Gefängnis soll ihm durch den Kamin gelungen sein.

Seine Spur führt über Arizona nach Mexiko, zurück zum Rio Grande und nach Lincoln County, New Mexico. Er lebt vom Kartenspiel und Rinder- und Pferdediebstahl, befreit einen Freund mit einem sechsstündigen, legendären 81-Meilen-Ritt und anschließender Schießerei aus dem Gefängnis. Schließlich schließt er sich in Lincoln den Cowboys des „Rinderkönigs“ John Chisum an. Er wird zu einer wichtigen Figur im Lincoln-County-Rinderkrieg.

Pat Garret: Freund, Sheriff, Biograf. 1850 in Cusseta, Alabama geboren. Sein 1882 mit Hilfe eines Ghostwriters erschienenes Buch trug maßgeblich zur Legenden- bildung um Billy the Kid bei. Er hatte, bevor er Sheriff wurde, lange freundschaftlichen Kontakt zu Billy. Zunächst für seine Tat bejubelt, mieden später immer mehr Menschen den Kontakt zu ihm. Im Februar 1908 wurde er selbst erschossen.

Der Rinderkrieg

Lincoln County wird Mitte des 19. Jahrhunderts von einer Gruppe von Politikern, Kaufleuten, Richtern und Sheriffs dominiert, deren oberstes Ziel Gewinnmaximierung ist. Ihr steht der sozial eingestellte John Chisum gegenüber. Mit bis zu 80 000 Rindern und seiner damit einhergehenden Marktmacht ist er dem Santa-Fe-Ring ein Dorn im Auge. Als Chisum und der Engländer John Tunstall ein eigenes Kaufhaus errichten, um dem Wucher des bestehenden etwas entgegenzusetzen, eskaliert die Lage. Ab Februar 1978 kommt es zu fingierten Schuldscheinen und bewaffneten Auseinandersetzungen, in deren Folge Tunstall getötet wird. Billy gehört zu Chisums Leuten. Sie nennen sich die „Regulatoren“ und verfolgen Tunstalls Mörder. Von vielen werden sie als eine Art Freiheitskämpfer angesehen. Auch Washington wird auf die Situation in New Mexico aufmerksam. Die Vorgänge um den Santa Fe-Ring werden untersucht und am Ende als eine ungeheuerliche Fülle an Machtmissbrauch und Korruption bezeichnet. Lew Wallace wird neuer Gouverneur.

Auch 140 Jahre nach seinem Tod ranken sich die Legenden um den Revolverhelden Billy the Kid

Trotz seines einnehmenden Wesens bringt Billy mit seinen gesetzlosen Aktionen schließlich Gönner und Bevölkerung gegen sich auf. Pat Garrett wird beauftragt, ihn zu stellen. Die „Jagd“ zieht sich, Billy ignoriert zwei sechswöchige Ultimaten, das Land in Richtung Mexiko zu verlassen. Schließlich kommt es zu den Schüssen in Fort Sumner. Pat Garrett wird zunächst gefeiert, muss dann aber um die versprochene Belohnung kämpfen und wird zunehmend von Menschen gemieden.

„Pals“, Freunde steht auf dem Grabstein von Billy the Kid und seinen Gefährten.

Die Legende von Billy the Kid ist bis heute Vorlage für zahlreiche Filme, sogar für ein Ballett. Billy liegt derweil zusammen mit zwei Kumpanen am Ufer des Rio Pecos begraben. Der Grabstein trägt die einfache Inschrift „Pals“– Freunde.

Charlton Comics - Ab 1957 erschien in den USA der Western Comic mit fiktiven Geschichten rund um Billy the Kid.

Billy the old man?

Bis zum heutigen Tag halten sich Gerüchte, dass Billy the Kid nicht von Garrett erschossen wurde. Historische Beweise für diese Geschichten gibt es zwar nicht, doch den Mythos hält das nicht auf. So zum Beispiel auch bei einem gewissen John Miller aus Hico, Texas. Er sah der Legende nicht nur sehr ähnlich, sondern sprach auch fließend Spanisch. Zudem gibt es keinerlei Dokumente über Millers Leben bis zu seiner Heirat am 8. August 1881 in Las Vegas, einen Monat nach der angeblich tödlichen Schießerei. Alte Weggefährten behaupteten später ebenfalls, dass Billy the Kid in Hico, Texas, leben würde. Legenden leben länger. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare