1. Startseite
  2. Panorama

Betonschwellen könnten Unglück verursacht haben

Erstellt:

Von: Michael Bayer

Kommentare

D efekte Betonschwellen könnten die Ursache des Zugunglücks von Garmisch-Partenkirchen sein. Entsprechende Hinweise verdichten sich.

Defekte Betonschwellen könnten das Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen verursacht haben. Entsprechende Hinweise verdichten sich. Die Deutsche Bahn berichtet von einem „umfangreichen Inspektions- und Austauschprogramm“. Geprüft würden rund 200 000 Schwellen genau jenes Bautyps, den die Behörden in Bayern in den Blick genommen haben.

Die querlaufenden Schwellen tragen die Schienen und sollen die korrekte Spurweite sicherstellen. In Kurven müssen sie die Fliehkräfte der Züge ableiten. Am 3. Juni war eine Regionalbahn auf ihrem Weg von Garmisch-Partenkirchen nach München entgleist. Vier Frauen sowie ein 13-Jähriger starben. 16 Menschen wurden schwer verletzt, etwa 50 leicht.

Ein jüngst bekannt gewordener Bericht des Bundesverkehrsministeriums an den Verkehrsausschuss des Bundestags spricht von „horizontalen Brüchen in den Betonschwellen“. Deshalb hätten sich die Schienen unter der Last des Zuges in der Kurve verschieben können. „In der Folge kam es vermutlich zu einer unzulässigen Spurerweiterung und dem Verlust der Spurführung.“

Die Deutsche Bahn schreibt, sie habe sich vorsorglich zu der Inspektion entschieden – auch wenn die Untersuchungen zur Unfallursache noch nicht abgeschlossen seien. Betroffen seien nach derzeitigen Erkenntnissen 0,25 Prozent aller Betonschwellen. Im Schnitt seien die Bauteile 15 Jahre alt.

Bis die Arbeiten beendet sind, fahren die Züge über die betroffenen Stellen mit geringer Geschwindigkeit. In einzelnen Fällen können Streckenabschnitte auch gesperrt werden. bay

Auch interessant

Kommentare