Marc Dutroux

Belgiens Krimineller Nummer Eins

Sein Name wurde zum Inbegriff für grausamste Sexualverbrechen an Kindern: Marc Dutroux.

Der Belgier wird von Opfern und Medien als „Monster“ und „Psychopath“ bezeichnet. Mit unvorstellbarer Grausamkeit entführte und folterte Dutroux in den 1990er Jahren sechs Mädchen, vier davon starben. Seine Mädchenmorde, aber auch zahlreiche Ermittlungspannen erschütterten das Königreich.

Dutrouxs kriminelle Karriere ist lang: Schon als Jugendlicher gingen Diebstähle auf sein Konto. Wegen des Verkaufs pornografischer Fotos flog er von der Schule, bevor er Elektriker wurde. Festgenommen wurde Dutroux erstmals 1986 wegen Entführung und Vergewaltigung von fünf jungen Frauen. 1989 erhielt er dreizehneinhalb Jahren Haft. Da Dutroux als Musterhäftling galt, kam er wegen guter Führung schon 1992 wieder auf freien Fuß - trotz der Warnung von Experten, dass es sich um einen „perversen Psychopathen“ handele.

Nach der Entlassung nahm Dutroux keine geregelte Arbeit mehr an und lebte mit seiner zweiten Frau, der Lehrerin Michelle Martin, und drei gemeinsamen Kindern offiziell von Sozialhilfe. Geld besorgte er sich aber auch mit Autoschiebereien und Diebstählen. Dann begann er wieder, Mädchen zu entführen, die er zu abscheulichen sexuellen Handlungen zwang. Dutroux hatte für seine Opfer im Keller ein geheimes Verlies gebaut. Dort wurden 1996 zwei der Mädchen noch lebend gerettet, nachdem Dutroux festgenommen worden war.

In einem „belgischen Jahrhundertprozess“ gestand Dutroux nur die Taten, die ihm nachgewiesen wurden. Das Urteil lautete 2004: Lebenslange Haft. Der heute 56-Jährige glaubt aber fest daran, eines Tages wieder frei zu sein. Im September 2012 hat Dutroux einen Antrag auf vorzeitige Entlassung - überwacht durch eine Fußfessel - gestellt. Dies ist nach belgischem Recht möglich. Kurz zuvor war seine Ex-Frau Michelle Martin freigekommen und lebt seitdem in einem Kloster. (dpa)

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