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Zocken sorgt für gute Laune: Johannes Jaeger (l.) und Jan Cronauer alias Hunter & Cron.

Gesellschaftsspiele

„Bei Brettspielen kann jeder seinen Weg gehen“

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Sie testen mehrmals die Woche Neuheiten auf Youtube - und tausende Spielefans folgen den beiden im Netz. Ein Gespräch mit den Spiele-Experten Hunter & Cron über - genau: Gesellschaftsspiele.

Johannes Jaeger und Jan Cronauer alias Hunter & Cron stellen zahlreiche Gesellschaftsspiele auf Youtube und ihrer Homepage vor - und künftig auch regelmäßig in der FR. Fünf Fragen an die beiden Spiele-Profis:

Welches Spiel hat Sie zuletzt richtig begeistert?

Hunter: Dem Spiel Little Town vom französischen Verlag IELLO gelingt ein besonderes Kunststück. Ein Strategiespiel in kleiner Schachtel und mit ganz wenig Material, das trotzdem sehr viele Möglichkeiten bietet und jedes Mal einen komplett anderen Verlauf nimmt.

Was macht ein gutes Spiel aus?

Cron: Es ist originell und hat gute Regeln, die - unabhängig von der Schwierigkeit des Spiels - leicht verständlich sind. Außerdem sollte es einen möglichst hohen Wiederspielreiz bieten, also nicht langweilig werden. Gute Spiele zeichnen sich auch oft dadurch aus, dass sie eine spannende Geschichte erzählen oder ein bestimmtes Thema spielerisch gut nachempfinden. Zuletzt sind uns auch die Optik und das Material wichtig, denn das Auge spielt mit.

Mehr Infos und Rezensionen auf hunterundcron.de

Sind Sie gute Verlierer und haben Sie einen Ratschlag für Menschen, die nur schlecht verlieren können?

Hunter: Wenn man so oft neue Spiele ausprobiert wie wir, dann lernt man ganz gut zu verlieren, Generell ist es so, dass man in modernen Brettspielen nur selten so „brutal“ verliert wie bei den berühmt-berüchtigten Klassikern wie Monopoly oder Risiko, wo man seinen gegenüber ja regelrecht auslöscht. Wenn Verlieren ein Problem ist, sollte man die Spieleauswahl anpassen: Kürzere Spiele aussuchen, dass man eine Revanche spielen kann oder auf kooperative Spiele umsatteln.

50 000 Abonnenten auf Youtube: für einen Spielekanal klingt das nach viel – aber kann man davon gut leben?

Cron: Für einen reinen Brettspiel-Kanal ist das tatsächlich eine beachtliche Zahl. Aber im Vergleich zu anderen Themengebieten auf Youtube ist das eher bescheiden, daher reichen unsere Werbeeinnahmen nicht zum Leben. Dafür bringen wir andere Projekte voran, zum Beispiel die Berlin Brettspiel Con oder der Reprint von besonderen Brettspielen mithilfe unserer Community. Außerdem ist die Unterstützung unserer Zuschauer über Plattformen wie Patreon oder Steady sehr wichtig für uns. Am Ziel sehen wir uns damit natürlich noch nicht. Es war mal so ein Traum mit dem Kanal die 100 000 zu knacken, aber letztlich ist die Anzahl der Abonnenten gar nicht mehr so entscheidend. Wir würden uns wünschen genügend Unterstützer zu gewinnen, damit wir unsere Videos möglichst ohne finanziellen Druck weiter herstellen können.

Wenn spieleunerfahrene Paare oder Familien in der Corona-Isolation ein Spiel suchen – wie finden sie im Dschungel der Spielewelt das Passende?

Hunter: Wir haben sowohl für Familien als auch für Paare spezielle Empfehlungsvideos gemacht. Das besondere an dem Hobby ist, dass es viele unterschiedliche Spiele gibt und jeder seine Interessen und Vorlieben wiederfinden kann, anders als bei Computerspielen oder Filmen, wo die meisten die Triple-A-Titel zocken oder alle Blockbuster gesehen haben. Bei modernen Brettspielen kann jeder seinen individuellen Weg gehen.

Interview: Andreas Sieler

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