MH370

Beging der Pilot Suizid?

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Australiens ehemaliger Premier äußert sich zum Verschwinden.

Flugkapitän Zaharie Ahmad Shah ist seit Langem im Visier der Ermittlerinnen und Ermittler. Dass der damals 53-Jährige die vermisste Malaysia-Airlines-Maschine ins Meer gesteuert hat, um sich selbst zu töten, ist eine der zahlreichen Theorien, die sich um das Verschwinden des Fliegers drehen.

Bisher galt das als Spekulation. Nun hat sich jedoch der frühere australische Premier Tony Abbott in einer Dokumentation des Senders Sky News geäußert: Er habe früh von malaysischen Beamtinnen und Beamten erfahren, dass der Pilot wahrscheinlich Suizid begangen habe. „Mein Verständnis von den obersten Ebenen der malaysischen Regierung ist, dass sie von Anfang an dachten, es sei ein Suizid und damit Mord durch den Piloten.“

Auch fast sechs Jahre nach dem Verschwinden der Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord bleibt das Schicksal von MH370 weitgehend unbekannt. „Good Night, Malaysian 370“ – das waren am 8. März 2014 die letzten Worte aus dem Flieger an die Außenwelt. Irgendwann danach verschwand das Flugzeug, das auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking war.

Wohin es flog und wo es abstürzte, ist bis heute ein Rätsel. Satelliten gaben Hinweise, auch einige Trümmer, die an der Ostküste Afrikas, auf La Réunion und Madagaskar angespült wurden, lassen die Vermutung zu, dass der Absturzort des Flugzeuges im Indischen Ozean liegt. Doch sowohl eine offizielle, von Australien geleitete Suche, wie auch eine private Suche der US-Firma Ocean Infinity wurden erfolglos abgebrochen.

Auf den abgesuchten 200 000 Quadratkilometern konnte kein Wrack und damit auch kein Flugschreiber gefunden werden, der Aufschluss über Ablauf und Grund des Unglücks geben könnte. Die Aussagen von Abbott deuten nun darauf hin, dass die Suchregion deutlich erweitert werden müsste. Denn im Fall eines Piloten-Suizids könnte dieser bis zum bitteren Ende am Steuer gesessen und die Richtung des Flugzeuges in letzter Sekunde noch abgeändert haben.

„Ich werde nicht sagen, wer was zu wem gesagt hat“, betonte Abbott allerdings. „Aber lassen Sie mich noch einmal wiederholen – ich möchte absolut kristallklar sein – es wurde auf höchster Ebene so gehandelt, dass dies mit ziemlicher Sicherheit ein Suizid und damit Mord durch den Piloten war.“

Abbott widerspricht damit ganz deutlich dem Abschlussbericht der Malaysier. Dort hatte es geheißen, Kapitän Zaharie Ahmed Shah sei wohl nicht für das Verschwinden verantwortlich. Kritiker hatten zuvor schon behauptet, dass es der malaysischen Regierung daran gelegen sei, die Suizid-Theorie zu vertuschen, um ihr Gesicht zu wahren. Malaysia Airlines ist ein staatliches Unternehmen.

Abbott betonte, dass er trotz der widersprüchlichen Aussagen keine Verschwörung vermute. Er plädierte aber dafür, die Suche nach dem Flugzeug wieder aufzunehmen und neue Bereiche zu untersuchen, die ein Pilot im Falle der Suizidtheorie angesteuert haben könnte.

Erst vergangene Woche hatte eine Gruppe unabhängiger Experten drei neue Bereiche vorgestellt, die laut ihren Berechnungen noch untersucht werden sollten. Das Verschwinden von MH370 gilt weiterhin als das größte Rätsel der Luftfahrt. Mehr als 100 Bücher wurden bereits über das Flugzeugunglück geschrieben. Etliche der Publikationen propagieren teils absurde Verschwörungstheorien.

Eine solche beschreibt beispielsweise, wie der Pilot die Passagierinnen und Passagiere ermordet und sich selbst per Fallschirm abgesetzt haben könnte. „Die Angehörigen der Passagiere von MH370 werden durch die endlosen Spekulationen, die hauptsächlich von britischen Boulevardblättern und Webseiten angeheizt werden, traumatisiert“, schrieb der Flugexperte Geoffrey Thomas einst auf Airlineratings.com. Jede Woche tauche eine neue Theorie auf.

Neben vielen bizarren Theorien gibt es jedoch auch mehrere plausible Szenarien, die beschrieben werden. Darunter ist die des Piloten-Suizids, aber auch eine Flugzeugentführung, ein Feuer, eine Rauchentwicklung oder ein Sauerstoffmangel, der von einem technischen Fehler ausgelöst wurde.

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