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Der wohl fleißigste Gratulant Deutschlands - doch was kosten Söders Glückwünsche den Staat?

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Von: Katarina Amtmann

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Bayerns Ministerpräsident: Markus Söder von der CSU.
Bayerns Ministerpräsident: Markus Söder von der CSU. © IMAGO / Sven Simon

1700 Glückwünsche täglich! Mit über 635.000 Briefen pro Jahr hängt Söder die anderen Ministerpräsidenten ab. Doch wie teuer ist das Ganze?

München - Der wohl fleißigste Gratulant Deutschlands heißt Markus Söder*: Der bayerische Ministerpräsident verschickt tagtäglich über 1700 Glückwünsche an Geburtstagskinder und Hochzeitsjubilare - das ist mehr als dreimal so viel wie die 15 übrigen Länderchefs zusammen.

Söder gratuliert Bayern - Über 635.000 Glückwunschbriefe des CSU-Chefs

Pro Jahr lässt der CSU*-Chef 635.000 Glückwunschbriefe mit seiner Unterschrift zu Geburtstagen und Hochzeitsjubiläen verschicken. Damit übertrifft Söder alleine die Regierungschefs und -chefinnen der übrigen 15 Bundesländer um mehr als das Dreifache, wie eine dpa-Umfrage bei den Staats- und Senatskanzleien ergeben hat.

Zahlen fehlen nur aus Schleswig-Holstein, die vierzehn restlichen Länderchefs verschicken in Summe gerade einmal gut 170.000 Urkunden und Glückwunschschreiben an Jubilare. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne*) liegt mit insgesamt 80.000 Gratulationen an Geburtstagskinder und Hochzeitsjubilare auf Platz zwei - weit hinter Söder. Auch in Schleswig-Holstein dürfte die Zahl der Gratulationen überschaubar sein. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU*) gratuliert erst ab dem 90. Geburtstag, während Söder auch sehr viel Jüngere bedenkt.

Söder gratuliert Bayern zum Geburtstag oder zur Hochzeit - Opposition kritisiert Selbstdarstellung

Die Opposition im bayerischen Landtag kritisierte Söders Glückwünsche schon 2019 als politisch motivierte Selbstdarstellung - damals wurden allerdings noch sehr viel weniger Gratulationen in Söders Auftrag versandt. Laut Finanzministerium in München dienen die guten Wünsche der demokratischen Kultur: „Die Glückwunschschreiben schaffen eine persönliche Verbindung zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und ihrer Regierung und pflegen diesen wichtigen Kontakt“, erklärte eine Sprecherin.

Die Zahl der bayerischen Bürger, die Post vom Ministerpräsidenten bekommen, hat sich seit Söders Amtsantritt vervielfacht. „Glückwunschschreiben des Ministerpräsidenten erhalten Bürgerinnen und Bürger Bayerns zum 18., 70., 75., 80., 85., 90., 95., 100. und zu jedem weiteren Geburtstag sowie zum 60., 65., 70., und 75. Ehejubiläum“, heißt es in der Antwort des Finanzministeriums.

Bundesweit üblich sind Glückwunschbriefe dagegen je nach Bundesland ab dem 90., 95. oder 100. Geburtstag - so praktizierten es in Bayern auch Söders Amtsvorgänger. Gratulationen an Ehepaare ab dem 50. oder 60. Hochzeitstag sind ebenfalls bundesweit üblich. In dieser Hinsicht weicht Söder nicht von den Traditionen ab.

Söder-Glückwünsche: Was kosten sie dem Staat?

Wie teuer Söders Glückwünsche für die Staatskasse insgesamt sind, ist im bayerischen Staatshaushalt nicht nachvollziehbar. Söders Gratulationskosten sind im Etat des Landesamts für Finanzen verbucht, welches die Briefe verschickt, sie sind dort aber nicht einzeln ausgewiesen. Auffällig ist, dass sich die jährlichen Portokosten der Behörde seit 2019 um über eine Million Euro erhöht haben.

Dies hängt laut Finanzministerium aber auch damit zusammen, dass im Heimbüro tätige Mitarbeiter nun Gehaltsabrechnungen nach Hause geschickt bekommen, die sie vor Beginn der Corona-Pandemie* noch persönlich im Empfang nahmen.

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Jetzt doch: Freedom-Day für Bayern

Erst am Montag verkündete Markus Söder zähneknirschend den Corona „Freedom Day“ in Bayern. Welche Regeln nun zukünftig im Freistaat gelten, lesen Sie in unserer Übersicht.* (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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