Sexismus-Vorwürfe gegen einen JU-Ortsverein in Bayern - wegen diesem Plakat.
+
Sexismus-Vorwürfe gegen einen JU-Ortsverein in Bayern - wegen diesem Plakat.

Ordentlich Ärger

Sexistisches Wahlplakat - Die Junge Union in Bayern greift daneben

  • Anna Grösch
    vonAnna Grösch
    schließen

Diese Wahlwerbung ging schief: Ein JU-Ortsverband in Bayern entschied sich für eine Kampagne, die für ordentlich Ärger sorgt. Nun wird zurückgerudert.

  • JU-Ortsverband in Bayern setzt auf sexistisches Wahlplakat
  • Kampagne geht nach hinten los und geht im Internet viral
  • Ortsverband mit Entschuldigung
Mettenheim - Politisch anpacken will der Ortsverband der Jungen Union in Mettenheim bei der kommenden Kommunalwahl - eigentlich ein löbliches Ziel. In der Umsetzung ist dieses Versprechen allerdings erst einmal nach hinten losgegangen. Die Wahlkampagne ging ziemlich schief, das Foto eines Wahlplakats geht im Internet viral und zieht jede Menge Ärger auf sich. Ein Frauenhintern in einer engen Lederhose, angefasst von zwei Händen, dazu der Slogan: „Pack ma‘s an“. 

Frauenhintern auf Wahlplakat: JU in Bayern wehrt sich gegen Sexismus-Vorwürfe

An politische Sachthemen erinnert dieses Bild nicht, anstatt politischen werden da eher andere unschöne Assoziationen geweckt. Das hat wohl nun auch der CSU-Nachwuchs eingesehen und rudert zurück. „Mit unserem Plakat wollten wir einen Eyecatcher erzeugen und uns von den üblichen Wahlplakaten abheben. Jedoch sind wir damit wohl über das Ziel hinausgeschossen“, erklärte die Junge Union Mettenheim (Landkreis Mühldorf am Inn) am Donnerstag laut Nachrichtenagentur dpa. 

„In keinster Weise wollten wir damit eine Grundsatzdebatte über Sexismus auslösen“, hieß es weiter. „Wir distanzieren uns von jeglicher Art von Frauenfeindlichkeit und wollten damit keinesfalls unter die Gürtellinie gehen. Deshalb haben wir vorsorglich diese Plakate entfernt.“

Plakat zu Kommunalwahl in Bayern: Sexismus-Vorwürfe gegen JU

Twitter-Nutzer waren von einem Foto des sexistischen Wahlplakats gar nicht begeistert und kommentierten es unter anderem mit Aussagen wie: „Uff. Unterste Schublade.“ oder „Da kannst du dich nur noch mit Grauen abwenden... Ist das Wahlvolk dort so gestrickt das die auf sowas abfahren?“

Eine andere Kommentatorin vermutet: „Wer von den ‚11 jungen Frau(en?) und Männern‘ wohl diesen Wahnsinnseinfall hatte? Ich schätze Listenplatz 8 war es nicht.“ Tatsächlich stehen laut der Facebook-Seite des Kreisverbands zehn männliche Kandidaten und eine einzige Kandidatin auf der Liste für die Kommunalwahl der rund 3500-Seelen-Gemeinde in Oberbayern. Der JU-Verband ist damit, wie die CSU generell, männlich geprägt. 2018 waren gerade einmal 20,7 Prozent der CSU-Mitglieder weiblich, wie das Statistik-Portal Statista zeigt. 

Die Plakatierungs-Affäre in Mettenheim zieht weite Kreise, die JU-Kreis- und Bezirksvorsitzenden stützen dabei den Ortsverband. Sie finden die Aufregung „überzogen“, wie ovb-online berichtet*.

Wahl in Bayern: JU reagiert auf Sexismus-Vorwürfe wegen Plakat

Der JU-Ortsverband hatte sich nach eigenen Angaben heuer bewusst dazu entschieden, zur Kommunalwahl im März mit einer eigenen Liste anzutreten. "Unser Wahlkampf steht unter dem Motto „Frischer Wind für Mettenheim“ und „Wir packen an“, da wir jungen, engagierten Mettenheimern die Möglichkeit bieten wollen, sich in der regionalen Kommunalpolitik einzubringen", hieß es.

Die Initiative Pinkstinks prangert in einem Bericht Sexismus in der Werbung an. Kritik gibt es vom Deutschen Werberat.

agr

*ovb-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare