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 Putzig! Der Koala hängt im Weihnachtsbaum.
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Putzig! Der Koala hängt im Weihnachtsbaum.

Australien

Baumschmuck mit Fell

  • vonBarbara Barkhausen
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Er dringt in die Wohnung ein und hängt sich in den Christbaum: Ein Koala wird zum Internetstar

Das gibt es wirklich nur in Australien: In Südaustralien hat eine Frau einen echten Koala auf ihrem Weihnachtsbaum entdeckt. Der knuddelige Beutler saß – recht unerschrocken – zwischen Weihnachtskugeln und Sternen.

Der weibliche Koala hatte sich unbemerkt ins Haus von Amanda McCormick geschlichen und machte keinerlei Anstalten, den Weihnachtsbaum wieder zu verlassen. Nachdem die Frau nicht wusste, wie sie den hübschen neuen Weihnachtsschmuck wieder ins Freie befördern sollte – Koalas haben lange Krallen und können durchaus eigensinnig sein – rief sie eine Hilfsorganisation an, die einen 24-stündigen Notruf für Koala-Rettungen in Südaustralien betreibt.

Dort habe man zuerst an einen Schabernack gedacht, schrieben Vertreter:innen von „1300KOALAZ“ auf Facebook. „Aber nein, ein Koala, der wild darauf war, in Weihnachtsstimmung zu kommen, war in Amandas Haus gewandert und hatte beschlossen, die Elfe auf dem Weihnachtsbaum zu sein.“

Eine solche Rettungsaktion hätten sie zuvor noch nie erlebt, sagten die Tierschützer:innen im Interview mit „Channel 9“. Grundsätzlich seien Koalas aber durchaus neugierige Tiere und „wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt, dann werden sie auf Erkundungstour gehen. Wir haben Koalas schon aus Hühnerställen, Badezimmern und von Hausinspektionen gerettet sowie von Kinderwagen, Fahrrädern, Besen und Spielzeugautos entfernt, aber ein Weihnachtsbaum ist bisher eine Premiere für uns.“

Bedrohte Beutler

Die Tierschutzgruppe wird von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern betrieben, die sich in ihren eigenen Häusern um die Tiere kümmern, bis diese wieder in die Wildnis entlassen werden können. Die Bilder des kleinen Koalas im Weihnachtsbaum, die die Gruppe auf Facebook veröffentlichte, erregten im Internet weltweites Aufsehen. „Das ist der beste Weihnachtsschmuck überhaupt“, schrieb eine Frau, während eine zweite meinte, das sei das Beste, das sie das gesamte Jahr über gesehen habe.

Koalas haben, wie viele andere Tiere Australiens, extrem unter den Buschfeuern zur Jahreswende gelitten. Zehntausende kamen in den Feuern, die über Monate im Frühling und Sommer 2019/20 wüteten und mehr als zwölf Millionen Hektar Land zerstörten, ums Leben. So soll im Naturparadies Kangaroo Island mehr als die Hälfte der 50 000 Koalas verbrannt sein. Mehr als 8000 Koalas sollen auch im Bundesstaat New South Wales gestorben sein. Vor allem um den Küstenort Port Macquarie ist eine wichtige Koalapopulation stark dezimiert worden.

Während die Koalapopulationen in den Bundesstaaten Victoria und Südaustralien bisher eigentlich als stabil galten oder sogar zunahmen, sind die Tiere im Osten des Landes – in den Staaten Queensland und New South Wales – bedroht. In diesen bevölkerungsreichen Staaten haben Infrastrukturprojekte Wohnräume der Tiere zerstört und auch Hunde und der Straßenverkehr bedrohen die Beutler, die 18 bis 20 Stunden am Tag schlafen. Zudem dezimiert die sogenannte Chlamydia-Infektion die Baumbewohner, die durch die Krankheit erblinden und unfruchtbar werden. Seit einigen Jahren machen zudem die Folgen des Klimawandels das Leben der Koalas schwieriger. Extreme Temperaturen und langanhaltende Dürren machen den Eukalyptus, den die Koalas fressen, trockener und härter.

Im November verkündete Australiens Umweltministerin Sussan Ley daher eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Koalas. 18 Millionen Australische Dollar (etwa elf Millionen Euro) sollen für ihren Schutz ausgegeben werden. Im Maßnahmenpaket enthalten ist auch eine „Koala-Volkszählung“ sowie ein Überwachungsprogramm, das herausfinden soll, wo Koalas sich aufhalten und wie gut es ihnen geht.

Forscherinnen und Forscher der Universität Sydney schätzten bisher, dass rund 330 000 Koalas in Australien leben. Die Universität von Queensland ging vor den Bränden von 120 000 bis 300 000 aus. Doch wie die Situation nach den verheerenden Feuern aussieht, ist bisher unbekannt. So mangele es an Daten, „wo sich die Populationen tatsächlich befinden, wie es ihnen geht und wie sie sich nach den verheerenden Buschbränden am besten erholen können“, wurde Ley im staatlichen Sender „ABC“zitiert.

Neben der Volkzählung fließen Gelder in Forschungsarbeiten über den Gesundheitszustand der Beutler, in eine verbesserte Buschfeuer-Planung und in die Wiederherstellung einiger Lebensräume. Ferner sollen Areale zum Schutz der Tiere eingezäunt werden.

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