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Bauchfett gefährdet die Gesundheit: So lässt sich das Risiko minimieren

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Von: Tanja Koch

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Beim Abnehmen achten die meisten Menschen hauptsächlich auf ihr Gewicht. Doch gerade was die Gesundheit betritt, ist das Bauchfett viel relevanter.
Beim Abnehmen achten die meisten Menschen hauptsächlich auf ihr Gewicht. Doch gerade was die Gesundheit betritt, ist das Bauchfett viel relevanter. © Niehoff/Imago Images

Bauchfett-Messungen weisen viel stärker als der BMI auf Gesundheitsrisiken hin. Mit zwei einfachen Regeln im Alltag können Sie sich schützen.

Teheran/Toronto – Je mehr Bauchfett ein Mensch hat, desto wahrscheinlicher ist ein früher Tod. Selbst, wenn der Gesamtkörperfettanteil gering ist. Fett an der Hüfte oder am Oberschenkel hingegen schützen einfach gesagt vor einem früheren Tod.

Das zeigt unter anderem eine Metaanalyse von Forschenden aus dem Iran und Kanada, veröffentlicht in der Fachzeitschrift BMJ. Die Wissenschaftler:innen untersuchten Daten von 72 Studien mit insgesamt 2,5 Millionen Teilnehmenden. Jede Zunahme des Taillenumfangs um vier Zentimeter erhöhte demnach das Gesamtsterblichkeitsrisiko um elf Prozent. Zwei Zentimeter mehr Umfang an den Oberschenkeln senkten das Risiko um 18 Prozent.

Bauchfett setzt schädliche Botenstoffe frei und führt zu Entzündungen im Körper

Doch warum ist der medizinisch als viszerales Fett bezeichnete Bauchspeck so ungesund? „Bauchfett stört den gesamten Stoffwechsel, stört die Regulation des Blutdrucks, der Blutfette, führt zu einer erhöhten Entzündungssituation im Körper“, erklärt Ernährungsmediziner Matthias Riedl gegenüber Focus. Das lasse uns schneller altern. „Betroffene haben häufig einen wesentlich schwereren Verlauf bei Infektionskrankheiten. Wir sehen das bei Covid-19“, wird der Experte zitiert. 

Zudem produziert Bauchfett Hunderte schädliche Botenstoffe. „Es kann zu toxischen Ansammlungen in der Leber und schlimmstenfalls zu Leberversagen kommen“, sagt Prof. Matthias Blüher, Endokrinologe am Universitätsklinikum Leipzig.

Bauchfett: Schon kleine Regeln im Alltag schützen vor Gesundheitsrisiken

Um Bauchfett zu reduzieren, empfiehlt Matthias Riedl nicht, generell weniger Fett oder Kalorien zu sich zu nehmen, sondern vor allem weniger Zucker. „Anders als Haushaltszucker kann Fruktose nicht von den Zellen verwertet werden, sondern landet in der Leber, wird zu Fett umgebaut, verstopft die Leber und lagert sich um die Körpermitte an“, erklärt der Experte im Focus-Interview.

Stark verarbeitete Lebensmittel und Fast-Food enthalten besonders viel Fructose. „Wenn Sie einen Apfel gegessen haben, haben Sie weniger Fruktose zu sich genommen, als wenn Sie ein Fertigprodukt – einen Hamburger mit Cola oder etwa ein Glas vermeintlich gesunden Obstsaft – verzehrt haben“, so der Experte. Doch auch Haushaltszucker, raffinierte Kohlenhydrate oder fein gemahlene Mehle sind schädlich.

Und es gibt noch einen zweiten Stellhebel: Stress. Denn das Gehirn entnimmt dabei dem Körper Energie, sodass man an Armen und Beinen abnimmt. Stresshormone fördern aber auch Heißhunger und hemmen den Stoffwechsel – der Anteil des Bauchfetts steigt. (tk)

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