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Über den Türmen: der rote Mond am Morgenhimmel.

Im Bann des Blutroten

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Ein Spektakel für Frühaufsteher: Die Mondfinsternis war vielerorts bestens zu sehen.

Das frühe Aufstehen am Montagmorgen hat sich vielerorts gelohnt: Gut sichtbar stand am frühen Morgen der sogenannte Blutmond am Himmel, im Rhein-Main-Gebiet störten kaum Wolken die Sicht auf die totale Mondfinsternis.

Gegen 4:10 Uhr konnte man beobachten, wie der Erdschatten den Mond langsam von unten links „anknabberte“, ab 4:34 Uhr wanderte der Mond in den Kernschatten, den die Erde warf. Bei einer totalen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Vollmond auf einer Linie. Der Mond, der das Licht der Sonne reflektiert, wandert dabei langsam in den Schatten der Erde. Diese blockiert einen großen Teil des Sonnenlichts – der Mond „verschwindet“ scheinbar. Doch kaum ist er komplett im Erdschatten verschwunden, taucht er wieder auf. Dabei leuchtet er blutrot, was ihm den Namen „Blutmond“ eingebracht hat.

Nächster „Blutmond“ 2028

Tatsächlich wechselt jedoch nicht der Mond seine Farbe, sondern das Licht, das den Mond anstrahlt, ändert sich: Der Schatten der Erde blockiert das Sonnenlicht und lässt nur noch rotes Licht durch. So leuchtet der Mond rostrot – das Phänomen lässt sich regelmäßig bei Sonnenauf- und -untergängen beobachten.

Um 5:41 Uhr begann dann die totale Phase, die insgesamt 62 Minuten andauerte. Das ist deutlich kürzer als die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts, die im vergangenen Juli stattfand und bei bestem Sommerwetter lange 103 Minuten dauerte.

Doch zurück in den kalten Januarmorgen: Um 6:43 Uhr – der Mond war zwischenzeitlich weiter in Richtung westlicher Horizont gesunken – endete die totale Phase und der Mond verlor seine rote Färbung. Wieder war nur eine kleine Sichel des Mondes zu sehen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter vergrößerte, bis um 7:51 Uhr wieder der komplette Vollmond zu sehen war. Zu diesem Zeitpunkt stand der Erdtrabant bereits tief im Westen und ging etwa eine halbe Stunde später unter.

Es wird für viele Beobachter in Deutschland die letzte totale Mondfinsternis für eine lange Zeit gewesen sein. Zwar gibt es in den kommenden Jahren viele Finsternisse, doch die wenigsten davon wird man in Deutschland verfolgen können. Die Mondfinsternis vom 14. März 2025 lässt sich zwar in Deutschland beobachten – allerdings geht der Mond bereits vor der Totalität unter. Die nächste totale Phase einer Mondfinsternis kann man hierzulande erst wieder in knapp zehn Jahren sehen: Am 31. Dezember 2028 gibt es wieder einen „Blutmond“ über Deutschland.

Für die totale Mondfinsternis im Januar gab es gleich mehrere Spitznamen: Neben dem häufig benutzten Begriff „Blutmond“ galt er auch als „Supermond“ – er befindet sich derzeit mit nur etwa 357 000 Kilometern Abstand recht nah an der Erde – und als „Wolfmond“. Dieser Begriff bezeichnet den ersten Mond des Jahres und stammt vermutlich von den Ureinwohnern der USA und aus Zeiten, als Wölfe noch außerhalb der Dörfer heulten. Keiner der Begriffe – weder „Blutmond“ noch „Supermond“ oder „Wolfmond“, werden von der Wissenschaft genutzt, im allgemeinen Sprachgebrauch tauchen sie dagegen immer häufiger auf.

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