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Infotafel im Hauptbahnhof Stuttgart, auf der Reisende über den Bahnstreik informiert werden
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Seit Donnerstag läuft der Bahnstreik der GDL (Symbolbild).

Deutsche Bahn

Neuer Bahnstreik der GDL: Was Reisende jetzt wissen müssen

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Die GDL lässt bei der Deutschen Bahn erneut streiken. Seit Donnerstag wird der Personenverkehr fast lahmgelegt. Was müssen Reisende wissen?

Frankfurt – Es geht weiter. Montags kündigte GDL-Chef Claus Weselsky auf einer Pressekonferenz an, was jeder befürchtet hatte. Die Deutsche Bahn wird erneut mit Streiks belegt. Erst der Güterverkehr, seit Donnerstag (02.09.2021) auch der Personenverkehr. Fünf Tage, also bis Dienstag, soll der Arbeitskampf andauern. Die Fronten zwischen GDL und Bahn sind verhärtet, die Tarifverhandlungen stocken, nein, sie stehen still – wie die Züge seit Donnerstag.

Knüppeldick kommt es damit auch für alle Reisenden. Wer in bestreiktem Zeitraum bequem mit der Bahn verreisen wollte, benötigt jetzt ein dickes Fell. Verspätungen, Ausfälle - Alternativen? Reisenden bieten sich nun mehrere Optionen, samt Ticketrückgabe.

Deutsche Bahn: Neue Streiks – Welche Verbindungen fahren dennoch?

Wer eine Reise mit der Deutschen Bahn im Zeitraum des Streiks gebucht hat, muss nicht direkt den Kopf in den Sand stecken. Zwar werden die meisten, aber eben nicht alle Fahrten ausfallen. Daher sollten sich Fahrgäste rechtzeitig darüber informieren, ob ihre gewünschte Verbindung nicht doch fährt. Laut Angaben der Deutschen Bahn sollen besonders nachgefragte Hauptverkehrsstrecken sowie die Anbindung an wichtige Bahnhöfe und Flughäfen in regelmäßigen Abständen bedient werden. In Metropolregionen werde demnach zumindest ein Grundangebot an Regional- und S-Bahnen fahren.

Zudem gibt es einen Ersatzfahrplan. Dieser ist in der DB Navigator App und online in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn zu finden. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sind in der Liveauskunft nur Züge zu finden, die in jedem Fall bis zum Ziel fahren. Außerdem können sich Fahrgäste an die Streikhotline der Bahn unter der Nummer 08000/99 66 33 oder an das DB-Personal am Bahnsteig wenden.

Streik: Was passiert, wenn meine Zug-Verbindung ausfällt?

Fällt die Zug-Verbindung wegen des Bahnstreiks aus, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Fernverkehr: Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass Kunden alle schon gekauften Tickets für den Streikzeitraum zwischen dem 2. und 7. September flexibel und ohne Zugbindung nutzen können. Sprich: Auch höherwertigere Züge, wie etwa ein ICE statt eines IC, können dann genutzt werden. Demnach behalten alle Fahrten über den Zeitraum hinaus bis zum 17. September ihre Gültigkeit. Wer seine Bahnreise absagen muss, bekommt den gesamten Fahrpreis zurückerstattet.
  • Nahverkehr: Zeichnet sich eine Verspätung von mindestens 20 Minuten ab, können Reisende laut dpa auch Züge des Fernverkehrs ohne Aufpreis nutzen. Allerdings müssen sich Kund:innen vorher dennoch ein gültiges Ticket kaufen, können sich die Kosten später aber von der Bahn erstatten lassen. Bedingung: Die ursprüngliche Route darf nicht länger als 50 Kilometer sein oder länger als eine Stunde dauern. Auch bei einer erheblich ermäßigten Fahrkarte, also beispielsweise einem Länder- oder Semesterticket, gilt diese Regelung nicht.

Bahnstreik der GDL: Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Bereits gebuchte Fahrten im Streikzeitraum können kostenfrei storniert werden. Der Grund des Reiserücktritts spielt dabei keine Rolle. Der gesamte Fahrpreis wird erstattet, wie die Bahn am Montag mitteilte. Das gilt ausdrücklich auch für Verbindungen, die trotz Streik verfügbar sind.

Doch wie kann man sein Ticket zurückgeben und sein Geld zurückfordern? Na so:

  • Online oder in der App erworbene Tickets werden über ein Kulanzformular auf der DB-Webseite storniert.
  • Am Schalter gekaufte Tickets können nur dort zurückgegeben werden.

Sollten bei der Ticket-Rückgabe Probleme auftreten, kann die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) helfen. Über einen Schlichtungsantrag können deren Jurist:innen Reisenden kostenlos ihr Geld zurückholen.

Streik der Deutschen Bahn: Wie viel Geld gibt es bei Verspätungen zurück?

Wie die Verbraucherzentrale auf ihrer Website schon beim letzten Bahnstreik informierte, können Fahrgäste bei Verspätungen einen Teil des Fahrpreises oder sogar den gesamten Fahrpreis zurückbekommen – je nach Verspätung. Bei mindestens 60 Minuten Verspätung haben Kund:innen Anspruch auf 25 % Erstattung, bei über 120 Minuten sind es 50 %.

Geltend gemacht werden können die Ansprüche mit dem Fahrgastrechte-Formular online, im Zug oder in einem DB-Büro. Gleiches funktioniert auch über die Reklamation im Kundenkonto auf Bahn.de oder in der DB Navigator App. Auf Verbraucherzentrale.de heißt es überdies, dass Bahngesellschaften Betroffenen bei Verspätungen von über 60 Minuten auch kostenlos Erfrischungen und Mahlzeiten in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit anbieten müssen – sofern diese im Zug oder im Bahnhof verfügbar sind.

Deutsche Bahn: Neue Streiks – Welche Alternativen habe ich?

Wer im Zeitraum des Streiks verreisen, aber auch auf Nummer sicher gehen möchte, kann auf einige Alternativen zurückgreifen.

  • Eigenes Auto: Wer hat, der kann. Wer ein eigenes Auto hat, kann einfach damit verreisen. Nur: Diese Idee dürften viele Reisende haben. Die Straßen könnten also ungemütlich voll werden.
  • Fernbus: Bus statt Bahn. Marktführer Flixbus verzeichnet durch den Bahnstreik eine erheblich steigende Nachfrage. Dadurch steigt allerdings auch der Preis. Schnell sein heißt hier die Devise.
  • Züge bahnfremder Unternehmen: Die Bahn hat auch Wettbewerber wie etwa Flixtrain. Diese streiken nicht. Allerdings können Verbindungen durch den Streik dennoch beeinflusst werden, etwa durch stehen gebliebene Züge der Deutschen Bahn.
  • Taxi/Uber: Ist die Entfernung zum Reiseziel nicht allzu groß, kann auch das Taxi bzw ein Uber sinnvoll sein.
  • Mietwagen: Wer kein eigenes Auto hat, kann auch auf den Mietwagen umsteigen. Doch auch hier gilt, was schon für den Fernbus zählt: Die Kapazitäten werden knapper, die Preise höher.
  • Flugzeug: Das Gegenteil vom Taxi - theoretisch. Doch auch hier steigt die Nachfrage im Streikzeitraum, das Ticket könnte unter Umständen teurer als sonst sein.

(nc/dpa)

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