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Sturm hat am Dienstag für starke Störungen im Bahnverkehr in Norddeutschland gesorgt. Wegen umgestürzter Bäume auf den Gleisen waren unter anderem die Verbindungen Hannover Göttingen und Hannover Uelzen gesperrt. Kunden klagten über Zugausfälle.

Überflutungsgefahr

Bahnchaos in Norddeutschland: Zugausfälle nach Sturmtief

Die deutschen Küstenregionen werden von kräftigen Sturmböen heimgesucht. Urlauber werden auf einer Insel von Wassermassen eingeschlossen, besonders der Bahnverkehr ist betroffen.

Update, 18. September 2019, 5.30 Uhr:

Nach den durch einen Sturm verursachten Schäden auf mehreren Strecken in Norddeutschland müssen sich Passagiere auch am Mittwochmorgen noch auf Zugausfälle gefasst machen. "Die Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Bremen werden weitgehend ausfallen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover könne es zu Einschränkungen kommen. "Wir empfehlen, dass sich Fahrgäste vor Reiseantritt über ihre Verbindung informieren."

Grund für die Ausfälle und Verspätungen seien unter anderem Reparaturarbeiten. Zudem seien viele Züge und Bahnmitarbeiter durch die Probleme am Vorabend nicht dort angekommen, wo sie ihren Dienst am Morgen hätten antreten sollen. Das könne sich zum Betriebsstart auch auf Regionalverbindungen auswirken.

Der Sturm hatte dem Bahnverkehr am Dienstagabend große Probleme beschert: Passagiere mussten auf andere Züge ausweichen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer lagen in den Gleisen und Oberleitungen wurden beschädigt. In Hannover mussten 200 Menschen in Zügen übernachten.

Erstmeldung: Ein Sturm sorgt in Norddeutschland für Chaos

Berlin - Ein Richtung Baltikum ziehendes Sturmtief sorgt vor allem im Norden und Nordosten Deutschlands für Schauer und Sturmböen. Vorwiegend an der vorpommerschen Küste, aber auch weiter landeinwärts, sei auch in der Nacht noch mit teils schweren Sturmböen aus nordwestlicher Richtung zu rechnen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Auch in den östlichen Mittelgebirgen sollte es teils stürmisch werden. Die Schauer sollten im Verlauf der Nacht nach DWD-Angaben zumindest im Küstengebiet anhalten.

Von starken Winden wurde bereits am Dienstagnachmittag die Besatzung eines Segelboots auf der Müritz an der Mecklenburgischen Seenplatte überrascht. Bei stürmischem und böigem Südwestwind bis Stärke acht kenterte das Boot - und der Mast des Schiffs bohrte sich in den Boden des Sees, wie die Polizei mitteilte. Ein Fahrgastschiff nahm die fünf Segler auf, die Feuerwehr barg das havarierte Schiff bei Wassertemperaturen um 16 Grad.

Umgestürzte Bäume in Norddeutschland: Zugausfälle 

Für Ungemach sorgte das stürmische Wetter auch im norddeutschen Bahnverkehr: Wegen umgestürzter Bäume auf den Gleisen meldete die Bahngesellschaft Metronom starke Einschränkungen auf ihren Strecken. Unter anderem sollte die Strecke zwischen Hannover und Uelzen bis Mitternacht voll gesperrt werden. Auch die Verbindung zwischen Hamburg und Bremen war voll gesperrt. Zu Verspätungen kam es zwischen Hannover und Göttingen in beiden Richtungen sowie auf der Strecke Uelzen-Lüneburg-Hamburg. Teilweise sollten Ersatzbusse fahren.

Erst Anfang August kam es zu heftigen Unwettern über Deutschland

Auch bei der Deutschen Bahn war der Zugverkehr beeinträchtigt. Es lägen im Norden teils Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer in den Gleisen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am späten Abend. Einige Züge hätten deshalb ihre Fahrt unterbrechen müssen. Die Strecke Hannover-Bremen war zunächst noch gesperrt, auf der Strecke Hamburg-Hannover habe es für etwa zwei Stunden große Probleme gegeben, bevor der Verkehr wieder anrollen konnte. „Es gibt noch den ganzen Abend lang Auswirkungen auf den ganzen Bahnverkehr, mit Schwerpunkt im Norden Deutschlands“.

Sturm in Norddeutschland: Menschen auf Norderney von Wassermassen eingeschlossen 

Per Twitter hatte die Bahn zuvor mitgeteilt: „Bei ICE1272, IC2900, IC2173, ICE1749, ICE885 dauert es leider länger. Die Züge stehen im Streckenabschnitt und können ihre Fahrt leider nicht fortsetzen.“ Ob Züge evakuiert werden müssen, war zunächst unklar. „Im besten Fall schaffen wir es, alle Züge zurück zu fahren“, sagte die Sprecherin. Für an Bahnhöfen gestrandete Menschen wollte die Bahn am Abend in Hannover, Kassel-Wilhelmshöhe und am Hamburger Hauptbahnhof Aufenthaltszüge bereitstellen, wie sie auf Twitter mitteilte.

Nach einem schweren Unwetter im Norden Deutschland stecken am Dienstagabend viele Zugreisende am Bahnhof in Hannover fest.

Auf der ostfriesischen Insel Norderney wurden Urlauber von Wassermassen eingeschlossen. Die Gruppe war nach Angaben der Feuerwehr am Dienstag im Osten der Insel auf eine Düne geklettert und hatte einen Notruf abgesetzt. Das Hochwasser war wegen eines Sturms in der Nordsee deutlich höher als normal ausgefallen. Ein Rettungshubschrauber nahm die Urlauber an Bord und brachte sie zurück auf einen Parkplatz.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hatte für Dienstag und die Nacht zum Mittwoch vor erhöhten Wasserständen an der niedersächsischen Küste gewarnt. Demnach besteht Überflutungsgefahr für Strände und Flächen vor den Deichen. (dpa)

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