Linke

„Bäder unverzichtbar“

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Katja Kipping fordert einen Masterplan für den Schwimmunterricht von Kindern.

Die Bundesvorsitzende der Linken, Katja Kipping, sieht dringenden Handlungsbedarf beim Schwimmunterricht von Kindern und fordert einen bundesweiten Plan. „Inzwischen kann nicht einmal mehr die Hälfte aller Kinder nach der vierten Klasse sicher schwimmen“, sagte Kipping dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Ende der Achtzigerjahre waren es noch über 90 Prozent.“

Kipping führt die Situation vor allem darauf zurück, dass in den vergangenen Jahrzehnten von den Kommunen bundesweit knapp 1000 Bäder aufgegeben worden seien. „Etwa die Hälfte der öffentlichen Bäder hat erheblichen Sanierungsstau. Klamme Kommunen nehmen das oft zum Anlass, die Bäder zu schließen“, so die Linken-Politikerin. „Schulen, Schwimmvereine und Wasserrettungsorganisationen haben es immer schwerer, angemessene Trainingsbecken zu finden.“

Die Parteichefin der Linken fordert vom Bund, die Kommunen nicht allein zu lassen mit dem Problem. „Wir brauchen dringend einen bundesweiten Masterplan, um die Versorgung mit Bädern und Schwimmunterricht für alle Kinder sicherzustellen. Das ist eine staatliche Aufgabe und Verpflichtung“, sagte sie. „Es ist kein Zufall, dass die Zahl der Badeunfälle mit denen der Bäderschließungen mitgewachsen ist.“

Die Kommunen, so Kipping, könnten im Rahmen eines Masterplans „die notwendigen Ausgaben für die Bäderversorgung“ vom Bund erstattet bekommen. „Etwa drei Viertel der Kosten eines Bades entstehen während der Betriebsphase, weswegen auch die langfristige Finanzierung sichergestellt werden muss.“

Dieses Geld sei gut angelegt, bekräftigte Kipping. „Öffentliche Bäder machen als Sport-Freizeiteinrichtungen Wohnorte attraktiver. Sie sind unverzichtbar, damit junge Menschen schwimmen lernen. Damit helfen sie auch, Unfälle zu vermeiden.“

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), hatte Donnerstag in ihrer Halbjahresbilanz kritisiert, dass viele Kinder nicht mehr richtig schwimmen lernten. Nur knapp über 40 Prozent der Kinder könnten nach ihrer Zeit in der Grundschule schwimmen. Sorge bereitet der DLRG auch die Schließung vieler Bäder. Seit dem Jahr 2000 habe es pro Jahr im Schnitt 80 Bäder weniger gegeben, so ein Sprecher. „Und ohne Schwimmbad keine Schwimmausbildung.“

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