+
Die Briten feiern den royalen Nachwuchs.

Royales Baby ist geboren

Meghan und Harry sind Eltern

  • schließen

Die Briten kennen den Trubel um Neugeborene in der Königsfamilie. Doch nach den drei Kindern von William und Kate gibt es nun eine Premiere: Prinz Harry und Meghan sind zum ersten Mal Eltern geworden.

Die freudigen Neuigkeiten vorneweg: Das Royal Baby Number One ist endlich da. „It’s a boy“, gab ein strahlender und sichtlich bewegter Prinz Harry am Nachmittag höchstpersönlich via Video-Interview bekannt. Sie seien „außer sich vor Freude“ und sein Sohn „absolut unwiderstehlich“, wie der 34-Jährige nachschob. Am Montagmorgen um 5.26 Uhr Ortszeit brachte die Herzogin von Sussex in Anwesenheit ihres Mannes eine Woche nach dem errechneten Geburtstermin einen Jungen auf die Welt – 3260 Gramm schwer und gesund sei er, wie es vom Palast hieß.

Auch die Mutter sei wohlauf, berichtete der frischgebackene Vater, der das Erlebnis, der Geburt beizuwohnen, als „fantastischste Erfahrung“ beschrieb, die er sich jemals vorstellen konnte. „Wie Frauen das machen, was sie machen, ist unbegreiflich.“ Die königliche Familie inklusive Königin Elizabeth II. war bereits informiert und – was sonst? – alle sind überglücklich angesichts der frohen Kunde. Genauso natürlich die Mutter der Herzogin, Doria Ragland, die bei Ihrer Königlichen Hoheit in Frogmore Cottage in Windsor weilt.

Frischgebackener Papa: Prinz Harry war bei der Geburt seines Sohnes dabei.

Kurz nach der Verkündung knallten vor Schloss Windsor die Champagnerkorken und Jubel brach aus. Seit Tagen versammelten sich hartgesottene Fans in dem kleinen Örtchen, den das „Rockstar-Paar der Königsfamilie“ als Zuhause gewählt hat, schwenkten Baby-Ballons und hatten Teddybären sowie Puppen als Geschenke mitgebracht. Das Wetter war sehr englisch, trotzdem ungewöhnlich kalt für Anfang Mai und so fröstelten die Anhänger vor sich hin. Sie warteten. Und warteten. Weil Harry und Meghan vor einem Monat verrieten, dass sie die Geburt ihres ersten Kindes anders als bei den Royals üblich nicht sofort öffentlich zu verkünden gedenken, sondern das freudige Ereignis zuerst im Privaten feiern wollten, brodelte die Gerüchteküche seit Tagen. War das Kind etwa längst geboren? Dass ein Wettbüro seit Freitag keine Tipps mehr zum Termin annahm, heizte die Spekulationen nur noch an.

Gestern dann endlich, am frühen Nachmittag, meldete der Buckingham-Palast, dass Meghan in den Wehen liegt. Da war sie in Wirklichkeit bereits mit einem Jungen niedergekommen. Wie versprochen genoss das Paar die ersten Stunden mit dem Kind in Ruhe. Geschenkt. Die royale Welt ist „delighted“, entzückt, wie der Brite sagt. Einige Anhänger schrien beinahe hysterisch ihre Freude in die Kameras der Weltjournaille, die in Eile zum Schloss Windsor getragen wurden. Und der Rest der Nation ist ohnehin erleichtert über etwas Ablenkung vom tristen Brexit-Chaos.

Der noch als „Baby Sussex“ geführte Junge nimmt Platz Sieben in der Thronfolge nach Prinz Charles, Prinz William, Prinz George, Prinzessin Charlotte, Prinz Louis und Prinz Harry ein.

Das monatelange Hinfiebern auf die Geburt hat zwar nun ein Ende, aber das ist lediglich ein Kapitel in der royalen Baby-Geschichte. Denn nun warten sowohl das Königreich und, will man den Journalisten glauben, nichts weniger als die ganze Welt auf eine andere drängende Antwort: Wie wird der Nachwuchs im Hause Sussex heißen? Die Buchmacher – sie sind im Land der Zocker so etwas wie die nationalen Wahrsager – tippen auf Arthur, James, Philip, Albert oder Edward. Die Royals bedienen sich in der Regel aus dem Pool der Namen von ehemaligen Monarchen oder prominenten Mitgliedern der königlichen Familie. Gerne werden auch Namen aus der Bibel genommen, wie etwa James.

Da das Paar die Dinge gerne anders handhabt, könnte es bei der Namenwahl aber auch aus dem klassischen Korsett ausbrechen. Als möglicher Kompromiss gilt Alex, der Name sei einigermaßen traditionell und trotzdem zeitgemäß, wie Royalisten betonen. „Wir denken noch über Namen nach“, sagte Harry während seines kurzen Auftritts. Anders als bei den Geburten der drei Kinder der Herzogin von Cambridge und Prinz William wählten Meghan und Harry einen privateren Ansatz. Anstatt bereits wenige Stunden nach der Geburt perfekt gestylt und mit Baby im Arm vor die wartenden Anhänger und Journalisten zu treten wie das Kate in Perfektion vollführt hat, wollen sich Meghan und Harry erst am Mittwoch zeigen und das Baby, dann wohl auch mit Namen, präsentieren.

Wenn es um den künftigen Titel des Nachwuchses geht, wird es in royaler Tradition kompliziert. Ein Prinz wird es aller Voraussicht nicht. Ein Dokument aus dem Jahr 1917 regelt die Verleihung eines Titels oder eines Status und demnach gehört es sich nicht, dass die Kinder des zweitgeborenen Sohnes des Thronfolgers in den Genuss des Prinzen-Status kommen. Und damit wird dem kleinen Jungen der Prädikatstitel „Seine Königliche Hoheit“ verwehrt. Vielmehr wird das Baby, so hört man in Expertenkreisen, vermutlich als „Graf von Dumbarton“ geführt werden. Anrede: Lord Dumbarton. Die Grafschaft leitet sich von Prinz Harry ab, der unter anderem auch Earl of Dumbarton ist. Ebenfalls möglich wäre es, dass die Eltern ganz auf einen Titel für ihren Jungen verzichten. Das wiederum dürfte man dann tatsächlich als modern bezeichnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion