Australien

Kampf gegen die Zeit

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Zwei Vermisste werden im australischen Outback lebend gefunden. Doch die Suche nach einer dritten Person geht weiter.

Das Outback Australiens ist ein menschenfeindlicher Ort. Zu Beginn des Sommers klettert das Thermometer auf der Südhalbkugel auf weit über 30 Grad. Dass zwei Menschen, die im Outback des Northern Territory verschollen waren, nun nach fast zwei Wochen lebend gefunden wurden, ist eine Sensation. Einheimische bezeichneten die Nachricht gar als „Wunder“.

Das Northern Territory ist mit 1,4 Millionen Quadratkilometern fast viermal so groß wie Deutschland. Das Terrain, in dem die drei Freunde – nach einer dritten Frau wird weiter gesucht – verloren gingen, ist extrem vielfältig – eine Mischung aus Sanddünen, waldigen und felsigen Bereichen.

Die Gruppe hatte am 19. November auf einer Fahrt durch den Busch versucht, mit ihrem Auto ein Flussbett zu durchqueren, als sie im Schlamm steckenblieben. Tamra McBeath-Riley (52) wurde bereits am Sonntag lebend gefunden, am Dienstag entdeckte ein Farmer nun den 40-jährigen Phu Tran. Er war ebenfalls in gutem Zustand, allerdings leicht verwirrt und desorientiert. McBeath-Rileys Partnerin, Claire Hockridge, wird noch vermisst.

Unter dem Auto eingegraben

Der Mann wurde laut lokalen Medien von einem Farmer in einem einsamen Gebiet südlich von Alice Springs entdeckt. Er überlebte, weil er Grundwasser gefunden hatte. Auch Tamra McBeath-Riley überstand die Tortur nur, weil sie Zugang zu Wasser hatte. Sie war als einzige nicht zu Fuß losgegangen, da sie bei ihrem Hund bleiben wollte, der die Hitze ansonsten nicht überstanden hätte. Beide harrten an einer Wasserstelle rund eineinhalb Kilometer vom Auto entfernt aus.

Bereits am Montag hatte McBeath-Riley gesagt, dass die Gruppe zunächst etwa drei Tage beim Auto geblieben sei und versucht habe, es aus dem Schlamm zu befreien. „Tagsüber ist es einfach sehr heiß, also haben wir uns unter dem Auto eingegraben, nachts konnten wir im Auto schlafen“, so die Australierin zu Reportern. Sie hätten alle Vorräte an Wasser sowie einige alkoholische Getränke, Kekse und Nudeln mit Rindfleisch, die sie im Auto hatten, aufgebraucht. Schließlich fanden sie eine Wasserstelle und kochten das Wasser, bevor sie es durch ein Hemd siebten. „Es war immer noch ziemlich schmutzig, kein hygienisches Wasser, aber es hat sie am Leben gehalten“, sagte eine Polizeibeamtin dem Sender ABC. Letztendlich trennte sich die Gruppe, um Hilfe zu holen. Aufgrund der enormen Entfernungen suchte die Polizei vom Helikopter aus nach den Vermissten. Nachdem Tran gefunden wurde, konnte die weitere Suche von der Stelle ausgehen, an der er sich von der dritten Vermissten getrennt hat.

Das Outback fordert immer wieder Opfer. Im Januar verdurstete eine 62-jährige Deutsche im Zentrum Australiens. Selbst Einheimische unterschätzen die Gefahren oft. Trotzdem gibt es immer wieder Überlebensgeschichten: 2014 überdauerte ein Australier fast einen Monat im Busch: Er war 15 Kilo leichter, doch dank Schmetterlingen, Süßwassermuscheln, Buschfrüchten und einem Fluss, der Wasser führte, konnte er überleben.

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