Wenige Funken reichen aus

„Ich hatte einfach keine Chance“: Verursacher nennt verzweifelt Grund für riesige Buschbrände in Australien

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Ein Familienvater aus Perth hat in Australien unglücklicherweise ein Feuer entfacht. Der Auslöser dafür war eine Autopanne.

  • Australien hat seit Monaten mit verheerenden Buschfeuern und Waldbränden zu kämpfen.
  • Ein Mann aus Perth entfachte unglücklicherweise ein weiteres Feuer.
  • Der Auslöser war eine Autopanne.

Perth/Australien - Ein weiterer Unglücksfall hat sich in Australien ereignet. Der eh schon von heftigen Buschbränden gebeutelte Kontinent hat mit weiteren Feuern zu kämpfen. Der Fall eines Familienvaters aus Perth zeigt, wie schnell sich ein Feuer derzeit in Australien entfachen lässt.

James Hamling hat am Donnerstag einen Brand an der australischen Westküste ausgelöst. Die Böden in der Region sind so trocken, dass ein einziger Funke reicht, um alles in Brand zu setzen. Der Auslöser für das Feuer war eine Autopanne des Vaters, der mit seinem Bootsanhänger gerade auf dem Rückweg nach Hause war.

Trockene Böden und irre Hitze begünstigen Brände in Australien enorm

Als sich plötzlich ein Rad seines Anhängers löste, krachte dieser auf die Straße und schlug Funken. Sofort entzündete sich das trockene Gras neben der Straße, Hamling hielt seinen Wagen an und versucht, das Feuer zu löschen. „Ich habe noch versucht, das Feuer zu löschen. Aber ich hatte nur zwei Liter Wasser im Auto“, sagte er gegenüber mehreren australischen Medien. „Ich hatte einfach keine Chance und das Feuer ist losgegangen“, fuhr er fort. Der Boden in Australien ist zu trocken, das Klima zu heiß*.

Sofort wählte er den Notruf, woraufhin die Feuerwehr anrückte. Für James seien seine Erinnerungen ein wenig verschwommen, da er unter Schock gestanden habe. „Es tut mir so wahnsinnig leid“, so Hamling gegenüber den Medien. „Ich machte mir keine Sorgen um das Boot oder mein Auto, ich machte mir mehr Sorgen um das Leben, die Häuser, die Tiere und das Vieh der Menschen“, schildert er die Situation. Hamling habe das Feuer auch körperlich zu schaffen gemacht, laut seiner Aussage habe er nicht schlafen können und habe die ganze Nacht hindurch gekotzt.

Buschbrände in Australien: Kein Ende der Feuer in Sicht

Doch das Feuer wuchs rasant an, mehr als 1200 Hektar brannten nieder, 150 Feuerwehrleute rückten an. Rund 40 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Doch auch am Freitag konnten die Helfer das Feuer nicht unter Kontrolle bringen. Kanada, die USA und Neuseeland haben bereits Feuerwehrleute zur Hilfe nach Australien geschickt.

Die brennenden Flächen in Australien entsprechen ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg. „Wir sind weit entfernt vom Ende der Krise und dieser Katastrophe“, sagte Ministerpräsident Scott Morrison am Freitag. Alleine im Bundesstaat Victoria verschickte die Regierung einen Notfall-Alarm an 240.000 Menschen per Handy. Wer die Möglichkeit haben, zu fliehen, der solle das tun. Währenddessen gibt es landesweit Demonstrationen gegen die konservative Politik von Morrison, der vehement gegen den Klimaschutz kämpft.

tf

Während die Buschbrände in Australien weiter wüten, hat die Regierung des australischen Bundesstaates Victoria einen grausamen Rat an die Rettungskräfte: Sie sollten Baby-Koalas töten

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Rubriklistenbild: © dpa / Dan Himbrechts

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