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Historische Überschwemmungen in Australien: Regierung ruft nationalen Notstand aus

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Von: Svenja Wallocha, Isabel Wetzel, Sarah Neumeyer

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Heftige Regenfälle und Stürme haben in Australien zu massiven Überschwemmungen geführt. Im Osten wurde der nationale Notstand ausgerufen.

Update vom Mittwoch, 09.03.2022, 09.30 Uhr: Australien hat seit Tagen mit heftigen Regenfällen und Überschwemmungen zu kämpfen. Die Regierung hat nun an der stark betroffenen Ostküste den nationalen Notstand ausgerufen. Dadurch kann Betroffenen in den Hochwassergebieten schneller und unbürokratischer geholfen werden. Premierminister Scott Morrison kündigte die Maßnahme am Mittwoch bei einem Besuch in der Stadt Lismore im Norden von New South Wales an, wo die Zerstörung besonders groß ist. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Er versprach zudem zusätzliche finanzielle Hilfen für die überschwemmten Regionen und besonders betroffene Familien.

Überschwemmungen solchen Ausmaßes kämen höchstens einmal in 500 Jahren vor, betonte Morrison vor Journalisten. „Ein derartiges Hochwasserereignis in diesem Teil Australiens gab es seit Menschengedenken noch nicht, und das ist eine tiefgründige Aussage.“ Es müssten dringend Maßnahmen ergriffen werden, um Hochwassern in der Region besser vorzubeugen. Die Menschen bräuchten jetzt vor allem „Hoffnung für die Zukunft“.

Historische Überschwemmungen in Australien: 60.000 Menschen von Evakuierung betroffen

Ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet hat seit Ende Februar zu historischen Überschwemmungen in den Bundesstaaten Queensland und New South Wales geführt. Betroffen ist auch die Millionenmetropole Sydney, wo es zweieinhalb Wochen lang fast ununterbrochen geregnet hat. Meteorologen sprachen vom nassesten Jahresbeginn in der größten Stadt Australiens seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1858. Wegen der steigenden Flusspegel hatten die Behörden am Dienstag Evakuierungsbefehle und -warnungen für etwa ein Dutzend Vororte ausgegeben. Rund 60.000 Menschen waren betroffen.

Anwohner gehen durch Hochwasser in Windsor, nordwestlich von Sydney. Meteorologen warnen davor, dass die Gemeinden an der 1000 Kilometer langen Küste von New South Wales mit neuen Überschwemmungen und Erdrutschen rechnen müssen.
Anwohner gehen durch Hochwasser in Windsor, nordwestlich von Sydney. Meteorologen warnen davor, dass die Gemeinden an der 1000 Kilometer langen Küste von New South Wales mit neuen Überschwemmungen und Erdrutschen rechnen müssen. © Bianca De Marchi/dpa

20 Tote bei Unwettern in Australien: Erneute Warnung vor Sturm, Regen und Flutwellen

Update vom Dienstag, 08.03.2022, 11.00 Uhr: Nachdem sie lange von den seit einer Woche herrschenden Unwettern an der Ostküste Australiens verschont wurde, ist nun auch die Metropole Sydney voll getroffen worden. Zwei Menschen seien im Hochwasser getötet worden, teilte die Polizei am Dienstag (08.03.2022) mit. Bislang ist außerdem nicht mit einer Entspannung der Lage zu rechnen: Aufgrund weiterer Unwetterwarnungen riefen die Behörden erneut zehntausende Menschen auf, ihre Wohnungen zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Es gibt derweil keine Entwarnung: Die kommenden 48 Stunden könnten „schwierig“ werden, warnte der australische Wetterdienst. Es drohten massive Überschwemmungen. Rund 60.000 Menschen wurden zum Verlassen ihrer Häuser aufgerufen. Für einen rund 2000 Kilometer langen Küstenstreifen im Bundesstaat New South Wales wurde außerdem Flutwellen-Alarm ausgegeben.

Bei Überschwemmungen in Australiens größter Stadt Sydney sind zwei Menschen getötet worden. Damit steigt die Zahl der Todesopfer durch die extremen Unwetter auf insgesamt 20.
Bei Überschwemmungen in Australiens größter Stadt Sydney sind zwei Menschen getötet worden. Damit steigt die Zahl der Todesopfer durch die extremen Unwetter auf insgesamt 20. © Dan Himbrechts/Imago Images

Durch die Unwetter wurden in Sydney Brücken zerstört, unzählige Häuser beschädigt, Autos weggespült und auch das Dach eines Supermarktes weggerissen. Ein Mann und eine Frau seien in ihrem Auto von Wassermassen weggespült worden, teilte die Polizei von Sydney mit. Sie konnten nur noch tot geborgen werden. Damit stieg die Zahl der Toten in den seit einer Woche herrschenden Stürmen und Regenfällen an der Ostküste des Landes auf 20.

Australien: 200.000 Menschen wegen extremer Überschwemmungen evakuiert

Update vom Donnerstag, 03.03.2022, 11.30 Uhr: Nach den verheerenden Regenfällen im Osten Australiens, stehen weite Teile des Landes noch immer unter Wasser. Die Unwetter-Lage ist noch nicht vorbei. Der Premierminister des Bundesstaates New South Wales, Dominic Perrottet, warnte am Donnerstag: „Die Dinge werden schlimmer werden, bevor sich die Lage bessert“. Die Behörden haben 200.000 Menschen aufgefordert, wegen eines herannahenden Unwetters auf die Großstadt Sydney ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Weitere Warnungen vor sintflutartigem Regen rund um Sydney hoben die Meteorologinnen und Meteorologen aber am Nachmittag (Ortszeit) auf. Überall liefen derzeit Aufräumarbeiten.

Bei den historischen Überflutungen sind bislang mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, zehn in Queensland und drei in New South Wales. Auslöser für das Extremwetter war ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet. In einigen Gegenden hatte es innerhalb von wenigen Tagen so viel geregnet wie sonst in einem ganzen Jahr.

Polizist:innen patrouillieren im Hochwasser: Im Osten Australiens stehen immer noch weite Teile der Region unter Wasser.
Im Osten Australiens stehen immer noch weite Teile der Region unter Wasser. Tausende Menschen müssen ihre Häuser verlassen. © Dan Himbrechts/dpa

Historische Überschwemmungen in Australien: Zahl der Todesopfer steigt

Update vom Mittwoch, 02.03.2022, 09.15 Uhr: Nach verheerenden Überschwemmungen im Osten von Australien sind zwei weitere Menschen ums Leben gekommen. Die zwei Todesopfer seien am Mittwoch in der besonders betroffenen Stadt Lismore bestätigt worden, berichtete der australische Sender ABC unter Berufung auf die Behörden. Damit sind im Bundesstaat News South Wales mittlerweile drei Menschen ums Leben gekommen. Im angrenzenden Queensland wurde der Polizei zufolge ebenfalls ein weiteres Opfer geborgen. Hier starben bislang zehn Menschen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Die Behörden rechnen angesichts der dramatischen Situation in vielen Gebieten mit weiteren Toten. „Realistisch gesehen wissen wir, dass wir in den kommenden Tagen möglicherweise mehr Todesfälle verzeichnen werden“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident von New South Wales, Paul Toole. „Dies ist ein katastrophales Ereignis.“

Nach einem Besuch in der Stadt Ipswich sagte die Regionalpremierministerin von Queensland, Annastacia Palaszczuk, die Situation sei „unbeschreiblich“. Es werde lange dauern, die Region wiederaufzubauen. Die Menschen seien untröstlich. Viele weinten und wüssten derzeit nicht, wie es weitergehen soll.

Noch immer gab es keine Entwarnung: Meteorologen sagten vor allem für die Region rund um die größte australische Stadt Sydney sowie für den Südosten von Queensland weiteren Starkregen mit möglichen Überflutungen voraus. Der Wetterdienst von Queensland warnte auf Twitter vor „großem bis gigantischem Hagel“ und „möglicherweise zerstörerischen Windböen“.

Heftige Regenfälle und Überschwemmungen in Australien: Noch keine Entwarnung

Erstmeldung vom 01.03.2022: Sydney/Brisbane – In Australien haben massive Überschwemmungen zwei weitere Menschen das Leben gekostet. Laut Behördenangaben sind seit Beginn der heftigen Regenfälle am vergangenen Mittwoch (23.02.2022) mindestens zehn Menschen in zwei Bundesstaaten gestorben.

In Queensland sei ein 76-Jähriger in seinem Auto fortgespült worden und nun von den Einsatzkräften tot geborgen worden, berichtete der australische Sender ABC am Dienstag (01.03.2022). In der besonders schlimm betroffenen Stadt Lismore in New South Wales sei eine ältere Frau in ihrem überfluteten Haus ertrunken – sie ist das erste Todesopfer in dem Bundesstaat.

Extremwetter in Australien: Einsatzkräfte unermüdlich im Einsatz

Die Einsatzkräfte waren auch am Dienstag (01.03.2022) unermüdlich im Einsatz, um in Not geratene Menschen mit Hubschraubern und Booten von ihren Häuserdächern zu retten. 300.000 Menschen im Bundesstaat New South Wales sollten sich bereit machen, um notfalls auch kurzfristig in Sicherheit gebracht werden zu können, sagte Steph Cooke, die Regionalministerin für Rettungsdienste. Sie forderte Betroffene auf: „Bitte packen Sie eine Tasche und Ihr Mobiltelefon samt Ladegerät“.

Auslöser für das Extremwetter ist ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet. Dieses ziehe nun vom Norden in Richtung Süden. Die Millionenstadt Sydney und die Südküste von New South Wales müssten sich auf „starken bis sintflutartigen Regen“ einstellen, warnten Meteorologen. In Sydney, der größten Stadt in Down Under, war es zuletzt bereits zu Überschwemmungen gekommen - Experten und Expertinnen zufolge war es der nasseste Sommer in der Metropole seit 30 Jahren.

Überschwemmungen in Australien: Wetterdienst meldet weitere Stürme

„Der Wetterdienst und andere Behörden melden weitere Stürme und weitere zu erwartende Überflutungen im Laufe der Woche“, sagte Premierminister Scott Morrison. Am schlimmsten betroffen sei die Stadt Lismore. „Sie waren dort immer an Überschwemmungen gewöhnt, aber so etwas haben sie in ihrem Leben noch nicht erlebt.“ Medien sprachen von einer „historischen Katastrophe“ im gesamten Bundesstaat. Ganze Ortschaften seien von den Wassermassen „verschluckt“ worden. In vielen Häusern standen die braunen Fluten bis zur Decke.

Eine Frau trägt ein Baby, während Menschen mit kleinen Booten durch das Hochwasser fahren. Sintflutartiger Regen hat die schweren Überschwemmungen im Osten Australiens weiter verschärft.
Eine Frau trägt ein Baby, während Menschen mit kleinen Booten durch das Hochwasser fahren. Sintflutartiger Regen hat die schweren Überschwemmungen im Osten Australiens weiter verschärft. © Jason O'brien/dpa

Im Bundesstaat Queensland waren derweil die Aufräumarbeiten voll im Gange. Von Überschwemmungen betroffen waren hier auch die Millionenmetropole Brisbane und die Städte Gympie und Maryborough sowie Gebiete entlang der Sunshine Coast. In einigen Gegenden hatte es innerhalb von wenigen Tagen so viel geregnet wie sonst in einem ganzen Jahr. In Gympie erreichte das Wasser die Höhe von Strommasten: Auf Fotos war zu sehen, wie ein Quad in großer Höhe an einer Stromleitung hing, nachdem die Fluten zurückgegangen waren. (sne/svw mit dpa)

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