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Jahrhundertflut in Australien: Extremwetter hält an – Menschen werden evakuiert

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Von: Karolin Schäfer, Jan Oeftger

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In Australien sind einige Ortschaften komplett überschwemmt. Es könnte noch Wochen dauern, bis diese wieder über den Landweg erreichbar sind.

Update vom Donnerstag, 5. Januar, 10.15 Uhr: Das Extremwetter mit großen Überschwemmungen in Australien hält an. Dabei ist der Nordwesten mit mehreren Ortschaften in der Region Kimberly besonders betroffen. Murray Watt, Minister für Notfallmanagement, befürchtet, dass der Ort Fitzroy Crossing und etwa 50 Outback-Gemeinden erst in Wochen wieder auf dem Landweg erreichbar sein könnte. Dies sagte der Minister am Donnerstag (5. Januar) im australischen Radio. In den genannten Gebieten leben vor allem Ureinwohnerinnen und Ureinwohner.

Das Militär soll Menschen in Not nun helfen. Dafür hat die Regierung von Western Australia zwei Evakuierungszentren eingerichtet. Wie Watt betonte, sollen Menschen vom Militär in die Stadt Broome geflogen werden. Der Sender ABC berichtet unter Berufung auf den Betreiber Horizon Power, dass der Strom in einigen Teilen wegen des hohen Wasserpegels abgestellt worden ist. In anderen Landesteilen Australiens herrschen andere Extremwetter-Situationen, wie dpa berichtet. In Queensland an der Ostküste gab es mehr als 200.000 Blitze, im Südwesten des Bundesstaates Western Australia fliehen Menschen vor einem Buschfeuer.

Überschwemmungen in Australien: Menschen mit Hubschraubern gerettet

Erstmeldung vom Mittwoch, 4. Januar: Broome – Derzeit setzen extreme Regenfälle mehrere Ortschaften in Australien unter Wasser. „Wir haben so einen Regen schon seit mindestens 100 Jahren nicht mehr gesehen“, sagte Stephen Dawson, Minister für die Notdienste in der Kimberley-Region im Westen des Landes.

Besonders schlimm betroffen ist die Gemeinde Fitzroy Crossing, die inzwischen von der Außenwelt abgeschnitten ist, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Nach Einschätzung der Notdienste könnte es eine Woche dauern, bis die Ortschaft wieder auf dem Landweg zu erreichen ist.

Auch der nahe gelegene Great Northern Highway, der die Metropole Perth mit der nördlichen Hafenstadt Wyndham verbindet, sei in beide Richtungen unpassierbar, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP am Mittwoch (04. Januar). Deshalb seien zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner mit Hubschraubern aus der Stadt Broome ausgeflogen worden.

In Australien sind mehrere Ortschaften komplett überflutet. Hilfe ist nur mit Booten oder Hubschraubern möglich.
In Australien sind mehrere Ortschaften komplett überflutet. Hilfe ist nur mit Booten oder Hubschraubern möglich. © Supplied/dpa

Die Situation sei sehr gefährlich und verändere sich ständig, informierte Dawson. Nicht nur Menschen sind in Gefahr, auch die Tierwelt leidet unter dem Unwetter. Aufnahmen des Senders 9News zeigten, wie Kängurus und Kühe versuchten, sich vor den Fluten in Sicherheit zu bringen. Wallabys retteten sich auf Veranden von Häusern. In diesem Zusammenhang warnten die Behörden vor Schlangen, die sich in den Wasserfluten befinden könnten.

Jahrhundertflut in Australien: Weitere Regenfälle am Mittwoch erwartet

Meteorologinnen und Meteorologen zufolge sind die heftigen Regenfälle Ausläufer des tropischen Zyklons Ellie, der vor rund zwei Wochen das Land getroffen hatte. Die Fachleute erwarten am Mittwoch weitere starke Schauer. „Die Menschen im Norden von Westaustralien kennen diese Art von Wetterbedingungen zu dieser Jahreszeit, aber die ausgedehnte Natur dieses Ereignisses und die damit verbundenen Überschwemmungen sind ungewöhnlich und gefährlich“, teilte der Wetterdienst mit.

Australiens Ostküste wurde im vergangenen Jahr immer wieder überschwemmt. Neben New South Wales waren vor allem die Bundesstaaten Queensland, Victoria und Südaustralien betroffen. Australien leidet besonders unter den Folgen der Klimakrise. Einem Bericht des Weltklimarates (IPCC) vom Februar 2022 zufolge, soll das Land zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean künftig häufiger von verheerenden Naturereignissen heimgesucht werden. (kas/dpa)

Währenddessen machen Organisationen und Aktivisten auf das Versagen beim Klimaschutz aufmerksam. Im November legten die Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ den Berliner Flughafen BER lahm.

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