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Im 100. Stock: Die Plattform hat einen gläsernen Boden.

New York

Aussicht mit Ecken und Kanten

In New York City eröffnet die neue Aussichtsplattform „The Edge“.

Bislang war „The Edge“ nur von unten zu bestaunen. Wie ein Schnabel ragt die spitz zulaufende, gläserne Plattform aus dem 100. Stockwerk des Wolkenkratzers „30 Hudson Yards“ in New York City. Seit gestern aber dürfen Besucherinnen und Besucher auf die – nach Angaben der Bauherren – höchstgelegene öffentlich zugängliche Outdoor-Aussichtsterrasse der westlichen Welt.

Die Terrasse mit durchsichtigem Glasboden hänge „quasi in der Luft, was einem das Gefühl gibt, im Himmel zu schweben, mit einem 360-Grad-Ausblick, den man so nirgendwo anders haben kann“, heißt es. „So haben Sie New York noch nie erlebt.“ Die Neugier auf die spektakuläre neue Aussichtsplattform auf 335 Metern ist selbst im Ausblick-verwöhnten New York denn auch riesig.

Viele der rund 36 Dollar, also etwa 32 Euro teuren Tickets waren schon im Vorfeld ausverkauft. Gleichzeitig heizt die neue Terrasse den Wettbewerb der Aussichtsplattformen in der Millionenmetropole New York, auf die wohl fast jeder schwindelfreie Gast einmal hinabschauen möchte, ganz neu an. Fünf Jahre ist es erst her, dass eine neue Aussichtsplattform in Manhattan eröffnete.

Das „One World Observatory“ auf dem One World Trade Center, gebaut dort, wo die Anschläge vom 11. September 2001 die Zwillingstürme des alten World Trade Centers zum Einstürzen brachten. Die anderen beiden Konkurrenten im Wettbewerb um die Besucherinnen und Besucher sind alteingesessener. Das „Top of the Rock“ etwa , die bis zu rund 260 Meter hohen, 2005 eröffneten Terrassen auf dem Rockefeller Center, und die Aussichtsplattformen des Empire State Buildings.

Welche Terrasse die beste ist, darüber können New York-Fans stundenlang streiten. Die Plattformen des One World Trade Centers und des Empire State Buildings waren mit rund 380 Metern bisher jedenfalls die höchstgelegenen, das Rockefeller Center hat dafür einen riesigen Außenbereich. Die Eintrittspreise ähneln sich – und die Aussicht letztlich auch.

Weil das so ist, müssen sich die Betreiberinnen und Betreiber der Attraktionen im Wettbewerb immer mehr einfallen lassen. Gastronomie und Souvenir-Shops alleine reichen schon lange nicht mehr aus. Das „One World Observatory“ war das erste, das den Besuch zu einer multimedialen Erfahrung ausbaute – mit Video-Show in den Aufzügen zum Beispiel. Das fast 90 Jahre alte Empire State Building zog kürzlich mit einer Komplett-Renovierung nach.

Das berühmte Gebäude mitten in Manhattan hat bislang auch die Nase vorn, wenn es um die Besuchszahlen geht: Rund vier Millionen Menschen kommen jedes Jahr auf die Aussichtsplattformen des Empire State Buildings, jeweils rund die Hälfte staunen vom Rockefeller Center oder dem One World Trade Center aus. Nun will auch „The Edge“ im neuen Viertel Hudson Yards im Westen Manhattans in diesem Markt mitmischen.

Rund 60 Millionen New York-Besucherinnen und -Besucher pro Jahr seien genügend potenzielle Kundschaft auch für eine vierte Aussichtsplattform, so die Hoffnung. Außerdem sei die neue Terrasse ganz anders als die anderen. „Das klingt wahrscheinlich abgedroschen, aber es ist ein frischer Blick“, sagt John Kelly von der Baufirma Related Companies, die das Viertel konzipiert und gebaut hat. „Eine 700 Quadratmeter große Außenfläche. Es ist wie ein großer Platz unter freiem Himmel.“

dpa

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