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Es nutzt ja nichts: Es gehe jetzt darum, die Situation anzunehmen, so der Autor. 

Ausgangssperren und Kontaktverbote

Es ist, wie es ist

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Ausgangssperren und Kontaktverbote gelten weiterhin. In einem Buch hat der Autor Thomas Brezina Tipps zusammengetragen, wie sich in Corona-Zeiten Angst bewältigen und Freude erleben lässt. Ein Auszug.

Innerhalb kurzer Zeit hat das Coronavirus unser gesamtes Leben aus den Angeln gehoben. Das persönliche Leben von jedem Einzelnen. Das öffentliche Leben. Was wir derzeit erleben ist ein Schock, der Angst auslöst. Ungewissheit. Schreckensmeldungen aus allen Ländern. Maßnahmen, wie die Schließung der Unis und Schulen und sogar der Geschäfte.

Ich bin 57 Jahre alt, ich kann mich an nichts erinnern, was irgendwie vergleichbar wäre. Eine sehr menschliche Reaktion ist jetzt… PANIK! Wenn sie eintritt, hilft nur ein Wort: STOPP!

Wir müssen alles akzeptieren und dann das Beste daraus machen, was wir im Moment machen können. Es geht um unsere Gesundheit und um die Gesundheit vieler anderer. Beunruhigung bleibt. Dazu kommen viele neue Herausforderungen: soziale Kontakte meiden, zu Hause bleiben, Kinder betreuen, Telearbeit.

Thomas Brezina (57) ist Autor, vor allem für Kinder- und Jugendbücher, TV-Moderator und Produzent.

Keine Ablenkungen und Zerstreuungen wie Partys, Theater, Konzerte oder Museen, wahrscheinlich kein Restaurantbesuch, kein Abstecher ins Café. Was vor Wochen noch als Albtraum für Krimis hergehalten hätte, ist Wirklichkeit geworden. Dazu das Virus. Man sieht es nicht. Man riecht es nicht. Man kann nur seine Auswirkungen spüren, wenn man es bekommt.

Das alles jagt Angst und Sorge ein. Ich kenne niemanden, bei dem es nicht so ist.

Glücklich bleiben …

• bei so vielen schrecklichen

Meldungen

• bei Maßnahmen, die unser

normales Leben völlig

verändern

• bei Angst, Ungewissheit und

großer Sorge um die eigene

Zukunft

… ist möglich.

Glücklich bleiben ist enorm wichtig! Für jeden von uns. Für jeden rund um uns.

In diesem Buch möchte ich Gedanken teilen und Tipps geben, die ich im Laufe der Jahre gelernt und alle selbst angewandt habe. Mir haben sie geholfen, freudiger, optimistischer und gefestigter zu bleiben, vor allem, wenn ich verzweifelt oder traurig war.

Ich freue mich, wenn für Sie, für Euch, Hilfreiches und Nützliches dabei ist. Der, aus meiner Sicht, wichtigste Satz in allen Lebenslagen, vor allem in Krisen und schlimmen Zeiten: Es ist, wie es ist! Das mag auf den ersten Blick sehr banal oder simpel klingen. Aber das ist es nicht.

Es ist, wie es ist! – das bedeutet, nutzlos sind Gedanken oder Gespräche wie:

• Das ist ja schrecklich.

• Wieso muss das so sein?

• Wieso ausgerechnet wir?

• Ich will das nicht.

•Hätte man nur schon

früher …

Ja, vieles ist fürchterlich. Unfassbar. Erschreckend. Das Leben von jedem von uns wird von einem Moment auf den anderen aus der Bahn geworfen. Existenzielle Sorgen sind mehr als verständlich, wenn jemand auf Kurzarbeit oder unbezahlten Urlaub gesetzt wird. (...)

Man muss schon ein abgestumpftes Wesen ohne Gefühle und mit wenig Hirn sein, wenn das alles nicht wie ein heftiger Schlag empfunden wird. Aber: Es ist, wie es ist! Sinnlos ist es, dagegen anzukämpfen oder es nicht wahrhaben zu wollen. Auch Jammern bringt nichts.

Am besten verkneifen zu sagen: Oh Gott, eine Katastrophe, schrecklich! Es ist schrecklich, aber vom Herumjammern wird es nicht besser. Jammern und Ankämpfen kostet sinnlos Kraft und Energie. Kraft und Energie brauchen wir aber jetzt für etwas Wichtigeres. Wir müssen Freudiges sehen und alles daran setzen, glücklich zu bleiben. Das kann ein Kraftakt sein. Doch dafür seine Energie einzusetzen, lohnt sich. Wenn wir innehalten und die Situation annehmen, dann können wir mehr Klarheit bekommen, was zu tun ist.

• Was kann ich jetzt tun?

• Was muss ich tun?

• Was soll ich tun?

Im Flugzeug heißt es immer: „Bei Druckverlust in der Kabine fallen Sauerstoffmasken herab. Bitte ziehen Sie eine zu sich, bevor Sie Mitreisenden oder Kindern helfen.“ Das klingt erst mal sehr egoistisch, ist es aber nicht. Wer in diesem Notfall keine Luft bekäme, könnte auch nicht anderen helfen. Daher ist eine wichtige Frage:

• Was brauche ich jetzt,

um stark und freudig zu

bleiben?

Achte ich (so gut wie möglich) auf meine Kräfte und auf meine Stimmung, dann kann ich Freudiges in die Welt strahlen und anderen Mut machen. Anderen Mut machen stärkt selbst, ist meine Erfahrung. Freude, Optimismus, Lachen, freudige Gedanken und Worte sind nachgewiesenermaßen sehr gut für das Immunsystem und ein starkes Immunsystem brauchen wir jetzt.

Stress, Angst, Sorge, Hektik, Streit können im Gegenzug das Immunsystem schwächen. Auch, wenn wir jetzt miteinander eine Extremsituation erleben, bitte nie, nie, nie vergessen: Freundlich bleiben! Liebevoll! Entschuldigen und erklären, wenn es zu einem Ausbruch auf Grund von Gereiztheit kommt, die mehr als verständlich wäre.

• Zusammenhalt

• Verbundenheit

• Das Bewusstsein für ein

noch größeres Miteinander

als sonst …

… sind jetzt wie Stützpfeiler für die Europabrücke. (Sie befindet sich in Tirol, ist 850 Meter lang und 190 Meter hoch.)

Das Buch „Auch das geht vorbei! Glücklich bleiben in schweren Zeiten" edition a, 76 Seiten, Wien, 2020.

Eine Nachrichten-Diät hilft auf jeden Fall, um glücklich zu bleiben oder wieder zu werden. Sich ständig mit schrecklichen Neuigkeiten zu befassen, macht Angst und schwächt. Dazu kommen die zahlreichen Falschmeldungen. Da wird Alarm über bevorstehende Maßnahmen der Regierung gegeben, die nicht wahr sind. Verschwörungstheorien sind im Umlauf, aber auch Kommentare, dass alles viel harmloser ist.

Ständig zu verfolgen, wie die Erkrankungszahlen und die Todesfälle steigen, macht uns doch verrückt. Es ist wichtig, informiert zu sein. Die Quelle muss aber wirklich absolut verlässlich sein. Ein kurzer Überblick am Tag reicht. Manche Nachrichtenseiten berichten auch über die Zahl der wieder Genesenen. Das beruhigt auch. (…) Meine Einstellung lautet:

Wenn ich persönlich nichts unternehmen kann, hilft meine Betroffenheit über schreckliche Nachrichten und Zahlen keinem. Meine freudige Sicht, mein Lächeln, mein Lachen, aufbauende Worte helfen mir und anderen.

Was kann ich also jetzt tun? Für mich? Für die Menschen rund um mich? Was kann ich mit der Situation und aus der Situation machen? Welche Möglichkeiten habe ich? (…)

Wenn wir alle aufgerufen werden, die sozialen Kontakte zu minimieren und zu Hause zu bleiben, bringt das auch Zeit. Was kann ich mit dieser gewonnenen Zeit zu Hause tun? Auch dazu habe ich viele Gedanken von Leuten bekommen. Einige Beispiele, die mir genannt wurden: ein Instrument spielen, Malen, endlich die „Herr der Ringe“-Trilogie lesen, ein Blog anlegen, an einem Buch schreiben …

Es tut auch so gut, zu lesen, wie positiv und konstruktiv Familien mit der Ausnahmesituation umgehen. Natürlich können wir auch sitzenbleiben und herumjammern, dass wir nicht „eingesperrt“ sein wollen. Aber das ändert nichts. Die Zeit auf irgendeine Art zu nutzen, die etwas Freudiges hat, kann ein Gewinn sein.

Ist das alles einfach? Nein!

Aber ist es das wert? Ja!

In Krisenzeiten ist unser Verständnis und Zusammenhalt gefordert. Das Einfachste und Effektivste ist es, selbst damit anzufangen und nicht zu warten, dass es andere tun. Menschen folgen durchaus gerne einem guten Beispiel. Nimmt man eine fröhlichere Haltung ein, dann steht man wie ein Leuchtturm da. Zu schimpfen, dass andere diese Haltung nicht haben und sie selbst nicht einzunehmen, kostet nur Kraft.

Das Buch „Auch das geht vorbei!“  von Thomas Brezina ist als Onlineversion kostenlos erhältlich. Die PDF zum Download gibt es unter der Webseite http://www.edition-a.at/index.php

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