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Aufgeplatzte Würstchen!

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Ist das noch lecker? Oder schon ein Mangel? imago images
Ist das noch lecker? Oder schon ein Mangel? imago images © imago images

Und dann noch Mücken im Zimmer und Einheimische am Strand!Worüber sich Menschen nach Reisen in ferne Länder beschweren

In Afrika muss mit Affen gerechnet werden:

Wer in Afrika mit einer Banane rumläuft, darf sich nicht wundern, wenn Affen versuchen würden, diese Banane „zu erobern“. Das meinte zumindest das Amtsgericht Köln, als es die Klage eines Urlaubers abwies, der in Kenia von einem wilden Affen gebissen wurde, weil er entgegen aller Warnungen mit einer Banane in der Hand das Hotelrestaurant verließ. Schon am Ankunftstag waren die Reisenden darauf hingewiesen worden, dass sich wilde Affen auf dem Hotelgelände und in der Umgebung befinden würden, die nicht gefüttert werden sollten. Auch am Restaurantausgang habe sich ein Hinweisschild befunden, keine Nahrungsmittel aus dem Restaurant mitzunehmen und am Hotelpool wies ein weiteres Schild unmissverständlich darauf hin: „Don’t feed the monkeys. If you do, you’ll see“ („Affen nicht füttern. Tun Sie es doch, werden Sie schon sehen“). Selber schuld also, kein Grund zur Klage. (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen 138 C 379/10)

Australienflug darf nicht in Florida enden:

Das kann jedem mal passieren: Da bucht man einen Flug nach Melbourne in Australien und landet auch in Melbourne, allerdings in Melbourne, Florida, USA. Das gibt es nämlich auch. Dies ist drei Urlaubern passiert, die im Internet gebucht hatten und nun ihre Reisekosten für den Australienflug gerne vom Betreiber der Internetseite zurückbekommen hätten. Das Landgericht Berlin fand das auch richtig so, denn schließlich könnten Laien ja nicht wissen, dass es in Florida eine Stadt mit gleichem Namen gäbe. Daher liege hier grobe Fahrlässigkeit vor. Da die Reisenden ohnehin keine Buchungsbestätigung erhalten hatten, in der der Inhalt des zustande gekommenen Geschäfts nachgewiesen wurde, war die Sache für die Richter ganz eindeutig. (Landgericht Berlin, Aktenzeichen 33 0 130/03)

Vier bis fünf Mücken im Hotelzimmer sind okay:

Jeden Abend befänden sich vier bis fünf Mücken in seinem Hotelzimmer und das seien für ein Deluxe-Zimmer eindeutig zu viele. Das meinte zumindest ein Urlauber auf Bali und verklagte daraufhin seinen Reiseveranstalter. Und bemängelte auch gleich noch eine tropfende Klimaanlage, den seiner Meinung nach nicht ganz frischen Speck am Frühstücksbuffet, Baulärm und einen mit Müll verunreinigten Strand. Baulärm und ein verunreinigter Strand seien in der Tat Reisemängel, urteilte das Amtsgericht Charlottenburg. Die tropfende Klimaanlage hingegen wäre kein erheblicher Mangel, sondern lediglich eine Unannehmlichkeit, ebenso wie die vier bis fünf Mücken im Hotelzimmer. (Amtsgericht Charlottenburg, Aktenzeichen 221 C 95/11)

Aufgeplatzte Würstchen sind kein Reisemangel:

Wer eine Pauschalreise in einem Hotel der einfachen Kategorie gebucht hat, darf auch aufgeplatzte Würstchen serviert bekommen. Ein Urlauber hatte geklagt, dass das „Snackbüfet“, das im Katalog angekündigt war, lediglich aus Fastfood bestand und es so immer nur Hamburger, Hot Dogs und Pizza zum Mittagessen gab. Auch das Frühstück gefiel dem Urlauber nicht sonderlich, da lediglich weiße Brötchen, eine einzige Sorte Käse, Mortadella, Schinken und nur zwei Sorten Marmelade angeboten wurden. Zudem sei das Rührei wässrig gewesen und die Frühstückswürstchen aufgeplatzt. Das Landgericht Frankfurt am Main war allerdings der Ansicht, dass es sich hierbei keineswegs um Mängel handele. Das etwas lieblose Frühstück sei lediglich eine „entschädigungslos hinzunehmende Unannehmlichkeit“. Na dann: guten Appetit. (Landgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen 2-24 S 228/05)

Ein Bett darf nicht aus Cola-Kisten bestehen:

Ein Zustellbett darf nicht nur aus einem Bettrahmen bestehen, der auf ein paar Cola-Kisten gelegt wurde. Das meinte zumindest das Amtsgericht Düsseldorf und gab dem Urlauber Recht, der ein derartiges Bett nicht in Ordnung fand, und sprach ihm eine Reisepreisminderung zu. Ein bisschen Schimmel im Nassraum und der Umstand, dass das Schwimmbad nicht nach 18 Uhr genutzt werden konnte, brachte dem Pauschalurlauber allerdings nichts ein. (Amtsgericht Düsseldorf, Aktenzeichen 32 C 6159/97)

Einheimische dürfen sich auch am Strand aufhalten:

Ein Ehepaar, das einen Mauritius-Urlaub gebucht hatte, konnte sich nicht so richtig erholen, denn am Strand sei man auf Einheimische getroffen, die zudem auch noch eine Art Volksfest veranstaltet hätten. Da es auch noch einige Fliegen am Buffet gegeben haben soll und das Essen überhaupt ungenießbar gewesen wäre, ging das Ehepaar vor Gericht. Die Fliegen seien nun aber kein Mangel, stellte das Amtsgericht Aschaffenburg fest, da im Reiseprospekt mit einem „offenen Restaurant“ geworben wurde und da müsse man nun einmal mit Fliegen rechnen. Das Gericht fand die Beschwerde des Ehepaars, dass der Strand mit Einheimischen geteilt werden müsse, übrigens „schlichtweg unbegreiflich“. Selbst ein gewisser Lärmpegel, der mit dem Feiern ihrer Feste verbunden sei, könne „nicht ernstlich“ als Reisemangel vorgetragen werden. (Amtsgericht Aschaffenburg, Aktenzeichen 13 C 3517/95)

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