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Atomwaffen in Nordkorea - „Besorgniserregende“ Beobachtungen

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Von: Sandra Kathe

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bei einem Raketenstart.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatte im Januar angekündigt, dass das Land seine Atomwaffen weiterentwickeln wolle. © KCTV/AFP

Satellitenbilder geben Hinweise, dass Nordkorea einen potenziell gefährlichen Atomreaktor zum wiederholten Mal wieder in Betrieb genommen hat.

Pjöngjang – Erstmals seit drei Jahren weisen Satellitenaufnahmen auf Aktivitäten im zuvor stillgelegten Atomreaktor in Nyongbyon, der nach allgemeiner Einschätzung größten nuklearen Anlage in Nordkorea, hin. Das gehe aus einem Bericht hervor, den die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA am Freitag (27.08.2021) veröffentlichte, wie das auf Nordkorea spezialisierte Nachrichtenportal Nknews.org berichtet. Weil in der Anlage auch Plutonium für den Bau von Atomwaffen aufbereitet werden kann, bewerte die Kontrollbehörde ihre Beobachtung als äußerst „besorgniserregend“.

Zu den Signalen, die man seit Juli im Umfeld des Reaktors beobachtet hätte, gehörte etwa das Ablassen von Kühlflüssigkeit. Vergleichbare Aktivitäten wären an der Anlage zuletzt vor Dezember 2018 aufgefallen. Da die IAEA keinen Zugang zu den Anlagen auf nordkoreanischem Territorium hat, müsse man immer wieder auf Satellitenbeobachtungen zurückgreifen, um die Sicherheitslage in dem diktatorisch regierten Land einzuschätzen.

Atomwaffen in Nordkorea: Beobachtungen folgen auf Drohungen von Kim Jong-un

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, der die Lage in Nordkorea zuletzt als „angespannt“ bezeichnet hatte, kündigte im Januar dieses Jahres an, das Land wolle seine Waffenentwicklung weiter „vorantreiben“ und neben „taktischen Atomwaffen“ und „strategischen Unterwasserstart-Atomwaffen“ auch „extragroße Nuklear-Sprengköpfe“ weiterentwickeln. Die Aktivitäten, welche die IAEA im Umfeld des Reaktors beobachtet hat, könnten darauf hinweisen, dass Worten nun Taten folgen.

„Die Fortsetzung des Atomprogramms der Demokratischen Volksrepublik Korea stellt einen klaren Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats dar“ heißt es abschließend in dem Bericht der IAEA. Diese Entwicklung werte man als „äußerst besorgniserregend“, heißt es im Bericht.

Beunruhigende Signale in Nordkoreas größtem Atomreaktor: Anlage war mehrfach abgeschaltet

Die Anlage liegt etwa einhundert Kilometer nördlich von Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang. Sie wurde seit dem Jahr 1962 als Atomforschungszentrum geplant und eingerichtet. Der fünf Megawatt starke Reaktor, der nun auf den Satellitenbildern mit erneuter Aktivität aufgefallen ist, wurde in den 1970er Jahren errichtet.

Berichten zufolge können dort bis zu acht Kilogramm Plutonium jährlich erzeugt werden. Seit der Zusage Nordkoreas im Jahr 2007, den Betrieb der Anlage einzustellen, war der Reaktor mehrfach heruntergefahren und wieder gestartet worden. Kontrolleure und Kontrolleurinnen der IAEA waren zuletzt im Jahr 2009 vor Ort – seither musste man sich bei der Beobachtung auf das Bildmaterial der Satelliten verlassen. (ska)

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