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Atomwaffen-Drohung im TV – Russland testet überraschend Rakete 

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Von: Linus Prien

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Deutschland hat der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine zugestimmt. Im russischen Staatsfernsehen wird derweil von der Rückkehr zum Faschismus gesprochen.

Update vom Donnerstag, 5. Mai, 08.30 Uhr: Immer wieder deutet Wladimir Putin seine Bereitschaft für den Abschuss von Atomwaffen an. Bei einer Übung in Kaliningrad simuliert die russische Armee nun deren Einsatz.

Erstmeldung vom Samstag, 30. April, 13.00 Uhr: Moskau – In einer Talkshow im russischen Staatsfernsehen hat ein Gast gezeigt, wie russische Atomwaffen angeblich innerhalb von 106 Sekunden Berlin erreichen könnten. Das russische Staatsfernsehen dient Kreml-Chef Wladimir Putin bereits lange Zeit vor dem Ukraine-Krieg als Propagandamedium.

Ukraine-Krieg
Russland, Plessezk: Das vom russischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellten Foto zeigt den Abschuss einer Interkontinentalrakete des Typs „RS-28 Sarmat“ bei einem Test. (Archivfoto) © Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Wie Julia Davis, Kolumnistin des US-Nachrichtenportals Daily Beast, berichtet, wurde Deutschland zudem die Rückkehr zur nationalsozialistischen Ideologie attestiert. Die Journalistin ist auf die Analyse der russischen Medienlandschaft spezialisiert und Gründerin von des „Russian Media Monitor“.

Ukraine-Krieg: In 106 Sekunden sollen Atomwaffen Berlin treffen können

Auf dem staatlichen Nachrichtenkanal Rossija 1 sprach ein Talkshow-Gast laut „Russian Media Monitor“ im Bezug auf Deutschland von einem Einsatz von Atomwaffen. Auf einer Grafik wurde gezeigt, wie russische Raketen, besetzt mit Atomsprengköpfen, innerhalb von 106 Sekunden Berlin erreichen könnten. Das belegt das von „Russian Media Monitor“ zur Verfügung gestellte und transkribierte Videomaterial.

„Sie müssen sich dieses Bild anschauen. Zählt die Sekunden! Können sie das?“, heißt es in dem Video. Weiter äußerte der Talkshow-Gast: „Sie verstehen es anders nicht!“

Ukraine-Krieg: Russlands neue Interkontinentalrakete kann angeblich weltweit Ziele erreichen

Unlängst testete Russland inmitten des Ukraine-Kriegs eine neue Interkontinentalrakete. Es handelt sich um eine Sarmat-Rakete, die der Nato unter dem Codenamen „SS-X-30 Satan 2“ bekannt ist. Die russische Rakete ist die weltweit größte Interkontinentalrakete. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel sagte ein Experte: „Im Grunde könnte man so eine Rakete zum Mond schicken.“

Die Rakete, die bereits diesen Herbst an die russischen Nuklearstreitkräfte ausgeliefert werden soll, kann zudem auch Hyperschallwaffen tragen. Diese zeichnen sich durch ihre Geschwindigkeit und ihre Manövrierfähigkeit aus. Wladimir Putin sagte laut Angaben der dpa bezüglich der Rakete: Die Waffe zwinge „jene zum Nachdenken, die im Feuereifer einer abgebrühten, aggressiven Rhetorik versuchen, unser Land zu bedrohen“. Angeblich soll sie Ziele weltweit anvisieren können.

Ukraine-Krieg: Im russischen Staatsfernsehen wird Deutschland die „Reinkarnation des Faschismus“ attestiert

Nach langen Diskussionen und großem Druck auf Bundeskanzler Olaf Scholz hat auch Deutschland sich dazu entschieden, schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Im russischen Staatsfernsehen wurde darauf mit Unterstellungen gegenüber Deutschland reagiert.

In einem weiteren Tweet schildert die Kolumnistin des Nachrichtenportals Daily Beast dazu folgendes: „Eine weitere Meldung aus dem Irrenhaus des russischen Staatsfernsehens: Militärexperte behauptet, Deutschlands Bereitschaft, 88 Panzer an die Ukraine zu liefern, beweise endgültig, dass es „den Weg des Neonazismus gewählt“ habe, basierend auf nichts anderem als der Numerologie, die sie mit Hitlers ‚Mein Kampf‘.“ In rechtsradikalen Kreisen gilt die Zahl als Synonym für „Heil Hitler“, da das „H“ der achte Buchstabe im Alphabet ist. (lp/dpa)

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