Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Atombehörde bestreitet Leck

Atomkraftwerk in China: Beunruhigender Wert an Radioaktivität gemessen

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
    schließen

In einem Atomkraftwerk in China gibt es Probleme mit Brennstäben. Ein mögliches Leck wird von der Atomaufsicht bestritten.

Peking - Knapp 35 Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ist die Angst der Menschen vor weiteren Pannen in Atomkraftwerken nach wie vor deutlich zu spüren. Jetzt stellt sich die Frage, was es mit einem sicherheitsrelevanten Vorfall in China auf sich hat, der vor wenigen Tagen durch einen Bericht des US-Nachrichtensenders CNN bekannt wurde. Demnach gehe die US-Regierung unter Joe Biden einem Hinweis über ein mögliches Leck in einem AKW nach. Auch von einer „bevorstehenden radiologischen Bedrohung“ war darin die Rede, ein „Krisenpunkt“ sei aber noch nicht erreicht.

Betroffen ist ein neuartiger AKW-Typ, der im Grunde als besonders sicher gilt. Der „Europäische Druckwasserreaktor“ (EPR) wurde in Frankreich entwickelt und in neuem Design gebaut. Die ersten beiden Anlagen dieser Bauart liegen südlich von Hongkong an der Küste der Provinz Guangdong, rund 40 Kilometer südlich der Millionenstadt Taishan. Die beiden EPRs wurden 2018 und 2019 in Betrieb genommen und versorgen unter anderem die wichtigste Sonderwirtschaftszone des Landes, Shenzhen. Beteiligt ist das französische Atomunternehmen Framatome.

Das Atomkraftwerk in Taishan während des Baus 2010. (Archivbild)

Atomkraftwerk Taishan in China: Erhöhter Wert an Radioaktivität

Wie reagiert nun China auf die Situation? Am heutigen Donnerstag (17.06.2021) hat sich nun die Atomaufsicht zu Wort gemeldet und den CNN-Bericht, demzufolge die Atomaufsicht eine Erhöhung des Grenzwerts erlaubt haben soll, als „nicht wahr“ bezeichnet. Von einem Leck im Atomkraftwerk Taishan könne keine Rede sein.

Allerdings räumte die Behörde für nukleare Sicherheit über den Kurznachrichtendienst Weibo Probleme mit Brennstäben ein. Schätzungsweise fünf der 60.000 Brennstäbe seien beschädigt, wodurch es in Reaktor 1 einen erhöhten Wert an Radioaktivität gebe, der aber innerhalb erlaubter Grenzen liege. Messungen außerhalb des Atomkraftwerks hätten gezeigt, dass alle Werte normal seien. „Die Betriebssicherheit des Atomkraftwerkes ist garantiert“, hieß es.

Atomkraftwerk Taishan in China: Wie ernst ist die Bedrohung?

Trotzdem stellt sich die Frage, wie ernst die Bedrohung nun tatsächlich ist. Dazu äußerte sich jetzt ein Experte in den New York Times. Dass neue Brennstäbe in einem Atomreaktor Schäden erlitten, sei nicht ungewöhnlich, sagte Najmedin Meshkati. Seltener ist es nach Angaben des Professors für nukleare Sicherheit an der amerikanischen University of Southern California aber, dass sich radioaktive Gase im Wasser um die Brennstäbe bis zu dem Punkt ansammelten, dass überprüft werden müsse, welche Menge sicher sei. Eine ernsthafte Bedrohung, so Meshkati, liege aber wahrscheinlich nicht vor.

Die Framatome-Mutter EDF hatte mitgeteilt, man sei über eine erhöhte Edelgaskonzentration im Primärkreis in einem der Reaktoren informiert worden. Dass es dort überhaupt Edelgase gebe, sei bekannt und vorgesehen. Die Erhöhung deute auf eine mögliche Verschlechterung der Brennstoffhüllen hin. Die Menge liege unterhalb der Grenzwerte. Auch Framatome hatte mitgeteilt, der Reaktor funktioniere derzeit entsprechend der geltenden Sicherheitsparameter. (cs mit dpa)

Rubriklistenbild: © imago-images

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare