„Veganazi“

Attila Hildmann: Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Corona-Leugner

  • vonMirko Schmid
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Attila Hildmann hält sich für einen Revolutionär und zündelt mit wirren Worten. Jetzt wird in Berlin gegen den aus der Spur geratenen Corona-Leugner ermittelt.

  • Attila Hildmann hetzt seine Anhängerschaft gegen die Bundesregierung und Behörden auf.
  • Hildmann feiert regelmäßig Gewalttaten im Rahmen von Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen.
  • Jetzt ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft zentral gegen Attila Hildmann.

Berlin - Die Berliner Staatsanwaltschaft macht Ernst und nimmt den rechtsextremen Verschwörungsagitator Attila Hildman ins Visier. Nachdem der vegane Kochbuchautor und „Let‘s Dance“-Vorvorletzte 2016 in den letzten Monaten sowohl in seinem Telegram-Channel als auch auf verschiedenen Demonstrationen massiv zu Gewalttaten aufgerufen hatte, geht es ihm jetzt juristisch an den Kragen.

Attila Hildmann: Die Ermittlungen gegen den Antisemiten laufen.

Berliner Staatsanwaltschaft hat alle Ermittlungen gegen Corona-Leugner Attila Hildmann übernommen

Wie verschiedene Medien berichten, hat die Berliner Staatsanwaltschaft alle Ermittlungen gegen Attila Hildmann übernommen, nachdem sich die Anzeigen gegen den „Veganazi“ („taz“) an seinem Wohnort Brandenburg in den letzten Monaten gestapelt hatten, ohne dass eine Anklage erhoben wurde.

Den Medienberichten zufolge (unter anderem „SZ“, NDR und WDR) sind inzwischen 60 Bände Akten plus 33 weitere Fallakten von Brandenburg nach Berlin geschickt worden. Ab sofort wird die Berliner Justiz alle Anzeigen gegen Attila Hildmann bearbeiten - egal, an welchem Ort bundesweit diese erstattet werden.

Ermittlungen gegen Attila Hildmann folgen auf Hausdurchsuchung beim ehemaligen Let‘s Dance-Kandidaten

Erst vor Kurzem wurden Attila Hildmann im Rahmen einer Hausdurchsuchung Laptops und Handys konfisziert, die Berliner Staatsanwaltschaft will garantieren, dass diese technischen Geräte als Beweismittel so lange im Besitz der Staatsanwaltschaft bleiben, bis alle Daten ausgelesen worden sind. Hildmann hatte sich in seinem Telegram-Channel bitter darüber beschwert, dass er im Vorfeld der Durchsuchung „nicht mal ein Schreiben“ bekommen habe.

Im Rahmen der Hausdurchsuchung bei Attila Hildmann im Landkreis Barnim am Dienstag (17.11.2020), durchgeführt durch den Staatsschutz des Landeskriminalamtes, wurden außer Laptops und Handys auch SIM-Karten und Speichermedien beschlagnahmt.

Staatsanwaltschaft Berlin will Attila Hildmann für Hasspredigten zur Rechenschaft ziehen

Auch Hildmanns Bauerntrick, seine Gewaltaufforderungen im Konjunktiv zu verpacken, will die Staatsanwaltschaft dem rechtsextremen Agitator nicht mehr durchgehen lassen: „Auch wenn jemand scheinbar im Konjunktiv spricht, kann das unter Umständen dieselbe aufhetzende Wirkung bei den Zuhörenden auslösen.“ Um diese Rechtsansicht abzusichern, möchten die Strafbehörden eine „klärende, möglichst obergerichtliche Rechtsprechung“ („tagesspiegel“) erreichen.

In einem solchen im Konjunktiv gehaltenen Beitrag hatte Attila Hildmann davon fabuliert, den Grünenpolitiker Volker Beck „durch Eiertreten“ umbringen lassen zu wollen, „wenn“ er „Reichskanzler wäre“. Das Motiv hinter dem Konjunktiv ist klar: Hildmann wollte sich ein Hintertürchen lassen, um sich einer juristischen Verfolgung zu entziehen. Eine erstaunliche Tatsache, handelt es sich bei Hildmann doch um einen selbsternannten Mann der „klaren Worte“, der seine Anhängerschaft immer wieder dazu auffordert, zu ihrer „Überzeugung zu stehen“.

Attila Hildmann wütet auf Telegram gegen die Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft

Wenig überraschend ist Attila Hildmann nicht erfreut über die gegen ihn laufenden Ermittlungen, in seinem Telegram-Channel inszeniert er sich als Märtyrer. Das selbst erklärte Opfer politischer Verfolgung schreibt: „Sie wollen mich um jeden Preis mundtot bekommen! Jede Mafia und jeder Araberclan ist weit harmloser als die BRD-Politmafia! Bin gespannt auf den Prozess, hier wird sicher Rechtsbruchgeschichte geschrieben!“ Bescheidener macht es der Möchtegern-Reichskanzler nicht. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Stefan Zeitz via www.imago-images.de

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