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Mai Thi Nguyen-Kim klärt in ihrem Youtube-Kanal „MaiLab“ über den Corona-Impfstoff von Astrazeneca auf.
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Mai Thi Nguyen-Kim klärt in ihrem Youtube-Kanal „MaiLab“ über den Corona-Impfstoff von Astrazeneca auf.

MaiLab

Astrazeneca: Mai Thi Nguyen-Kim klärt auf Youtube über Corona-Impfstoff auf

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Mai Thi Nguyen-Kim erklärt auf ihrem Youtube-Kanal „maiLab“, wie sicher der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist. Ihr Appell geht auch an den Bund.

  • Nach einer Überprüfung durch die EMA hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Wiederaufnahme der Astrazeneca-Impfungen gegen das Coronavirus angekündigt.
  • Doch wie sicher ist der Impfstoff von Astrazeneca nun wirklich?
  • Die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim, die hinter dem Youtube-Kanal „maiLab“ steckt, weiß Rat.

Frankfurt - „Ohhh... Astrazeneca.“ Die Verzweiflung von Mai Thi Nguyen-Kim ist spürbar, ja beinahe mit den Händen greifbar. Passender hätte man das Tohuwabohu rund um den schwedisch-britischen Corona-Impfstoff kaum einleiten können. Es ist ein Ausruf, der das Video von „maiLab“, moderiert von Nguyen-Kim, einleitet. Der Titel des Clips: „Wie sicher ist Astrazeneca wirklich?“ Ja, wie sicher ist das Vakzin denn nun?

Die Frage ist mehr als berechtigt, war die Verimpfung aufgrund möglicher Nebenwirkungen zwischendurch doch gestoppt worden, ehe Jens Spahn nach Bewertung der EMA die Astrazeneca-Impfung wieder freigab. Ganz Deutschland kennt plötzlich die Krankheit Sinusvenenthrombose, selten wie gefährlich. Und diese Krankheit soll in Verbindung mit dem Corona-Impfstoff mit Astrazeneca stehen? Ist das bewiesen? MaiLab klärt auf.

Astrazeneca: „MaiLab“ erklärt Corona-Impfstoff – „Immer mit Restrisiko zugelassen“

Nguyen-Kims Einleitung ist so simpel wie wichtig: „Das, was gerade mit Astrazeneca passiert ist, kann mit jedem anderen Impfstoff auch passieren.“ Um zu verstehen, was in den vergangenen Tagen und Wochen mit dem Astrazeneca-Impfstoff passiert ist, brauche man erstmal das Basic-Wissen zum Ablauf einer Impfstoff-Zulassung.

In Europa habe man sich beim Coronavirus gegen eine Notzulassung und für einen Durchlauf des normalen Sicherheitsprozesses entschieden. Derzeit befindet man sich in Phase vier, also nach der Zulassung des Impfstoffes, erklärt „maiLab“ und betont: „Impfstoffe werden immer mit einem gewissen Restrisiko zugelassen.“

Heißt: Tauchen Nebenwirkungen bei einem Fall von 100.000 oder gar einer Million auf, fällt das in der klinischen Studie mit „nur“ 10.000 Probanden statistisch nicht auf. Dieses Restrisiko müsse man in Kauf nehmen, sagt Nguyen-Kim, denn es „steht in keinem Verhältnis zu den Risiken von Covid-19“.

Gibt es beim Astrazeneca-Impfstoff häufiger Nebenwirkungen?

Selbstverständlich sind die Nebenwirkungen eines Impfstoffes dennoch nicht egal. Genau dafür gibt es nach den klinischen Studien in Phase eins, zwei und drei noch Phase vier. In dieser Phase befinden wir uns jetzt, erklärt „maiLab“ weiter. „Alles, was nach einer Impfung auftritt und über eine normale Impf-Reaktion hinausgeht, muss dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden.“ Und: Diese Meldepflicht ist gesetzlich sogar vorgeschrieben.

Man müsse sich allerdings auch - bei all dem Astrazeneca-Chaos - bewusst machen, dass nach Impfungen so oder so „Dinge passieren“. Daher laute die Frage nicht, ob Beschwerden, Krankheiten, Todesfälle nach einer Impfung auftreten. „Denn das werden sie“, verspricht „maiLab“. Die Frage lautet stattdessen, ob es häufiger als sonst passiert.

Corona: Astrazeneca-Impfstoff könnte für Sinusvenenthrombosen verantwortlich sein

Was aber ist nun mit den berühmt-berüchtigten Sinusvenenthrombosen? Derzeit kommen in Deutschland sieben Fälle auf 1,6 Millionen mit Astrazeneca Geimpfte. Auffällig sei dabei, dass alle Fälle innerhalb von 4 bis 16 Tagen nach der Corona-Impfung aufgetreten sind. Normal sei aber eher ein Fall in diesem Zeitraum. Daher, betont „maiLab“, ist eine Überprüfung vollkommen richtig.

Ob oder inwiefern eine Sinusvenenthrombose mit der Impfung durch Astrazeneca zusammenhängt, wird durch die European Medicines Agency (EMA) derzeit noch überprüft.

Klar ist laut EMA aber schon jetzt: Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Sinusvenenthrombosen eine echte Nebenwirkung der Astrazeneca-Impfung sind, steht das Risiko in keinem Verhältnis zum Risiko von Covid-19. Aktuell sind 18 Fälle von Sinusvenenthrombosen bei gleichzeitig 20 Millionen Geimpften bekannt, zählt „maiLab“ auf, „während täglich Tausende an und mit Covid-19 sterben“.

Astrazeneca: Mai Thi Nguyen-Kim kritisiert Gesundheitsminister Spahn – „Find‘s unmöglich“

Musste die Astrazeneca-Impfung also tatsächlich ausgesetzt werden? Selbst im „maiLab“-Team gehen dazu die Meinungen auseinander, verrät Nguyen-Kim. Man sei sich jedoch einig, dass es richtig ist, die Corona-Impfungen nach der EMA-Überprüfung wiederaufzunehmen.

Vielmehr stößt die mangelhafte Kommunikation seitens der Regierung auf Unverständnis bei Nguyen-Kim. „Ich find‘s unmöglich, sowas wie das Aussetzen von Astrazeneca zu droppen, ohne ausführlichere Erklärungen direkt mitzuliefern“, wettert sie und: „Es kann doch nicht sein, dass Zeitungsartikel oder Twitter-Threads ausführlichere Erklärungen liefern als offizielle Stellen.“ Das FAQ sei viel zu spät gekommen.

Durch derartige Intransparenz würden Verschwörungstheorien, Skepsis und Verunsicherung deutlich angestoßen. Und so lautet Nguyen-Kims abschließende Botschaft an Regierung, Bundesgesundheitsministerium um Jens Spahn und an das Paul-Ehrlich-Institut: „Aufklärung ist eine der wichtigsten Maßnahmen für diese Pandemie.“ (nc)

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