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Corona-Impfstoff

Astrazeneca: Großbritannien meldet neue Thrombose-Fälle – Wie Fachleute das Risiko einschätzen

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Großbritannien meldet weitere Thrombosen nach der Impfung mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca. Doch die Risiko-Nutzen-Rechnung fällt auf der Insel ganz anders aus als in Deutschland.

London – Großbritannien hat neue Fälle von Blutgerinnseln nach der Impfung mit dem Corona-Vakzin des schwedisch-britischen Pharmaunternehmens Astrazeneca gemeldet. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA teilte in einem aktuellen Bericht mit, dass bei mehr als 18 Millionen Impfungen mit Astrazeneca insgesamt rund 30 Fälle von seltenen Thrombosen festgestellt wurden.

Zwar gebe es Thrombosefälle im Vereinigten Königreich, jedoch sei die Gefahr durch den Astrazeneca-Impfstoff nicht allzu groß: „Das Risiko, diesen speziellen Typ von Blutgerinnseln zu bekommen, ist sehr klein“, hieß es in dem MHRA-Dokument. Es seien bislang 22 Fälle der auch in Deutschland aufgetretenen Hirnvenenthrombosen und acht andere Arten von Thrombosen gemeldet worden (Stand: 24.03.2021) .

Britische Behörde empfiehlt Corona-Impfstoff von Astrazeneca weiterhin

In einem anderen Schreiben der Behörde wurden insgesamt 24 Fälle der Hirnvenenthrombosen aufgeführt. Diese Differenz ist dadurch begründet, dass dabei auch Thrombosen eingerechnet sind, die nicht durch eine zu geringe Anzahl an Blutplättchen entstanden sind. „Auf Basis dieser fortlaufenden Untersuchung sind die Vorteile der Impfungen gegen Covid-19 weiterhin größer als die Risiken“, schreiben die britischen Experten.

Ein Mann bekommt in London die Impfung mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca verabreicht. So umstritten wie in Deutschland ist das Präparat in Großbritannien nicht.

In Deutschland hatten die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern am Dienstag (30.03.2021) beschlossen, dass das Corona-Präparat in der Regel nur noch Menschen ab 60 gespritzt werden soll – außer jüngere wollen es nach Klärung mit dem Arzt auf eigenes Risiko. Hierzulande waren bis Anfang der Woche 31 Verdachtsfälle von Hirnvenenthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung gemeldet worden, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) kürzlich berichtete.

Astrazeneca-Impfstoff: Expert:innen kritisieren deutsche Entscheidung

Einige Expert:innen warnten nach der Entscheidung der Gesundheitsminister vor den schlimmen Folgen. „Wenn die geänderte Altersempfehlung für den Impfstoff von Astrazeneca zu einer weiteren Verzögerung der Impfkampagne führt, wird der Schaden dieser geänderten Empfehlung deutlich überwiegen“, hieß es in einem offenen Brief an Angela Merkel, der von mehreren Forschenden des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen unterschrieben wurde.

„In der jetzigen Situation ist es sehr kritisch, einseitige Entscheidungen zu treffen, die nur auf mögliche seltene Nebenwirkungen fokussieren, auch wenn diese Schicksale tragisch sind und man sie vermeiden möchte“, hieß es weiter. Die Unterzeichner:innen forderten „ein systematisches Abwägen des Schadens, der sich aus der möglichen seltenen Nebenwirkung ergeben kann, gegenüber dem Schaden, der sich durch eine Verzögerung der Impfkampagne ergeben wird.“

Zwei Flaschen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca

Mehr Hirnvenenthrombosen nach Astrazeneca-Impfung in Deutschland als in Großbritannien

Bislang haben knapp drei Millionen Menschen eine erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca bekommen. Das bedeutet, dass es in Deutschland bezogen auf eine Million Geimpfte wesentlich häufiger einen Verdacht auf Hirnvenenthrombose gab als in Großbritannien. Über die Gründe dafür kann nur spekuliert werden – wissenschaftliche Erklärungen gibt es dafür bisher noch nicht.

In Großbritannien sind insgesamt bereits mehr als 31 Millionen Menschen erstgeimpft worden, mehr als 18 Millionen davon mit Astrazeneca. Die Corona-Infektionslage im Land hat sich seither deutlich verbessert, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 55 Fällen pro 100.000 Einwohner:innen. Auch die Zahl der neuen täglichen Todesfälle ist massiv gesunken. (tvd/dpa)

Rubriklistenbild: © Daniel Leal-Olivas/AFP

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