Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Christian Kröner
+
Arzt Christian Kröner steht unter Polizeischutz: Er wird bedroht, da er gegen das Coronavirus impft.

Corona-Impfungen

Morddrohungen: Impfgegner starten organisierte Kampagne gegen Arzt

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
    schließen

Ein Arzt aus Bayern wird von Impfgegnern bedroht – mit altbekannten Mustern.

Neu-Ulm – Christian Kröner gilt als „Impfluencer“. Der Arzt aus Neu-Ulm in Bayern hat sich diesen Ruf durch zahlreiche Aufklärungsvideos in sozialen Netzwerken bezüglich Corona*-Impfungen erarbeitet. Auf seine Beiträge erhält Kröner allerdings nicht nur positive Rückmeldung. Der Arzt beklagt Beleidigungen und Morddrohungen. Seit Ende des Jahres 2020 werde der Arzt Opfer „unzähliger Hasskommentare im Netz, per Briefzustellung oder über Telefon“, teilt die örtliche Polizei mit. Die Kriminalpolizei ermittelt in unzähligen Fällen – und konnte bereits erste Erfolge verbuchen.

Krörner hatte Hunderte Strafanzeigen gestellt. Man habe jeden einzelnen Fall geprüft und mittlerweile „eine Vielzahl“ von Verfasserinnen und Verfassern ausfindig gemacht, so die Beamten: „Dabei handelte es sich um Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 71 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland.“

Morddrohungen gegen Arzt: Alles beginnt mit einem „Impfzettel“, der viral geht

Kröner wurde insbesondere durch einen „Impfzettel“ bekannt, der in sozialen Netzwerken viral ging. In einem Beitrag erklärte er auf ironische Art und Weise, dass durch eine Corona-Impfung keineswegs ein Chip von Bill Gates implantiert werde. Diese Vorstellung gilt als Verschwörungstheorie*, die unter anderem von der QAnon-Bewegung in den USA* verwendet wird. Sie ist jedoch auch in der Querdenken-Szene in Deutschland weit verbreitet. „Die Hate-Speech-Welle bricht organisiert über ihn herein. Das passiert nicht zufällig“, erklärt ein Polizeisprecher der Augsburger Allgemeinen.

„Ich stehe morgens auf, um den Leuten zu helfen und nicht um Kämpfe auszufechten.“

Christian Krörner im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk

Der vergleichsweise kleine Shitstorm entfaltete erst seine Kraft, als Kröner bei Markus Lanz* im ZDF* zu Gast war. In der Talkshow plädierte der Arzt für die Corona-Impfung von Kindern. Anschließend häuften sich die Hasskommentare und Beleidigungen.

Corona-Impfungen: Hausärzte werden bedroht

Kröner sagt, er sei kein Einzelfall. Es gebe weitere Kolleginnen und Kollegen, die unter Polizeischutz ständen, so Kröner im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Doch er wolle sich nicht einschüchtern lassen, sagt Kröner.

Kröners Engagement für Corona-Impfungen bei Kindern zahlt vermutlich auch auf den Fortschritt der Impfkampagne ein. Daten des Bundesgesundheitsministeriums zeigen, dass mittlerweile mehr als eine Million Kinder zwischen zwölf und 17 Jahren geimpft sind. Das entspreche 22,5 % dieser Altersgruppe, erklärt Gesundheitsminister Jens Spahn* jüngst. (tu) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare