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Geplatztes Aquarium: Am Bau beteiligte Firma nennt neue Details

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Von: Jan-Frederik Wendt, Alina Schröder

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Literweise Wasser flutet die Straße, das Hotel ist verwüstet: In Berlin ist das größte Aquarium der Welt geplatzt. Hotelgäste berichten von den Geschehnissen.

Update vom Samstag, 17. Dezember, 12.45 Uhr: Eine am Bau des geplatzten Aquariums beteiligte US-amerikanische Firma will ein Team zur Untersuchung des Vorfalls nach Berlin schicken. Das teilte das Unternehmen Reynolds Polymer Technology mit. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, den Faktor oder die Faktoren zu bestimmen, die zu einem solchen Riss geführt haben.“

Das Unternehmen aus den USA hat nach eigenen Angaben 2002 eine „Zylinderkomponente“ des Tanks hergestellt und installiert. Auf seiner Homepage schreibt das Unternehmen, es habe das Acrylfenster des Aquadoms hergestellt.

Reynolds Polymer spreche den Hotelgästen, allen betroffenen Hotelangestellten und den Verletzten seine „aufrichtige Anteilnahme“ aus. „Wir sind auch zutiefst betrübt über den Verlust von Tieren und Wasserlebewesen. Unser Dank gilt den Mitarbeitern und Ersthelfern, die einige der Fische retten und umbetten konnten“, hieß es.

Update vom Freitag, 16. Dezember, 16.18 Uhr: Nach dem verheerenden Unglück in einem Hotel in Berlin melden sich immer mehr Augenzeugen zu Wort. Ein riesiges Aquarium war am frühen Freitagmorgen geplatzt. Zwei Menschen wurden dabei verletzt, etwa 1500 Fische wurden aus dem Aquadom ins Freie geschwemmt. „Ich hörte diese riesige Explosion. Es klang fast wie ein Feuerwerk“, beschreibt eine Frau, die im Hotel übernachtete, den Vorfall gegenüber Focus Online. „Das Hotel bebte tatsächlich im Inneren. Ich kann es als ein ‚pfffff‘ beschreiben.“

Ein weiterer Hotelgast berichtet, er sei zunächst davon ausgegangen, es sei etwas vom Dach abgestürzt, „weil auf der Straße alles verwüstet war.“ Doch im Inneren sei die Zerstörung noch verheerender. „Die ganze Lobby und der Barbereich sind total hinüber. Total unter Wasser. Alles beschädigt. Das hätte ich mir nicht vorstellen können, dass durch einen Schaden an dem Aquarium so eine Verwüstung entstehen kann“, sagt er gegenüber Focus Online.

Das Atrium eines Hotels ist verwüstet und liegt in Trümmern. In dem Hotel Radisson Blue war das riesige Sea Life Aquarium geplatzt. Wasser strömte bis auf die Straße.
Das Atrium eines Hotels ist verwüstet und liegt in Trümmern. In dem Hotel Radisson Blue war das riesige Sea Life Aquarium geplatzt. Wasser strömte bis auf die Straße. © Iva Yudinski/dpa

Riesen-Aquarium in Berlin platzt - Augenzeugen berichten von zerstörerischen Szenen

Berlin – Am Freitagmorgen (16. Dezember) ereignete sich eine Katastrophe mit verheerenden Folgen: Nahe dem Dom platzte das berühmte Riesen-Aquarium des Sea Life in Berlin. Dabei handelte es sich um den Aquadom, das weltweit größte frei stehende Aquarium mit 1000 Kubikmetern Wasser und insgesamt 1500 Fischen aus über 100 Arten. Dieses befand sich in der Hotellobby des „Radisson Blu“, die bei der schlagartigen Explosion stark beschädigt wurde. Zwei Menschen wurden nach Polizeiangaben durch Scherben verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Die Polizei sprach von einem sehr lauten Geräusch oder einem Knall, der zu hören war. Bei der Feuerwehr ging um 5.43 Uhr der Alarm eines automatischen Feuermelders in dem Hotel ein. Teile der Fassade des Hotels seien auf die Straße geflogen. Große Mengen Wasser liefen aus dem Gebäude und bis in die Tiefgarage. Polizei und Feuerwehr sind seit dem frühen Morgen mit etwa 100 Personen im Einsatz. Mehrere hundert Menschen wurden evakuiert, wie hna.de berichtet.

Riesen-Aquarium in Berlin geplatzt: „Wir haben uns richtig erschrocken“

Nach Angaben der Feuerwehr wurde der Riesenbehälter des Aquadoms mit einer Million Liter Wasser, durch den auch ein Aufzug fährt, sehr schnell zerstört. „Das ist nicht ein kleiner Riss, aus dem das Wasser austritt, sondern das komplette Aquarium ist schlagartig geplatzt“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Gäste des Hotels in Berlin-Mitte berichteten übereinstimmend von einem explosionsähnlichen Knall. „Wir haben uns richtig erschrocken“, sagte eine junge Frau, die erst am Donnerstagabend angereist war, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ein Mann erzählte gegenüber der Bild-Zeitung: „Wir haben ein lautes Knacken mitbekommen. Wir sind dann wach geworden.“ Seine Frau habe auch etwas am Fenster vorbeifliegen sehen.

Ein Bild der Zerstörung: In Berlin ist ein Riesen-Aquarium in einer Hotellobby geplatzt.
Ein Bild der Zerstörung: In Berlin ist ein Riesen-Aquarium in einer Hotellobby geplatzt. © Annette Riedl/dpa; instagram/tnn | Iva Yudinski/dpa; Montage: Red

„Alles mit Wasser überflutet“: Aquarium-Explosion zerstört Hotellobby

„Ich habe gar nicht verstanden, was passiert ist. Ich habe meine Freundin angerufen und bin zu ihrem Zimmer gegangen. Von dort aus haben wir das Aquarium und die ganze Zerstörung gesehen. Alles ist mit Wasser überflutet“, sagte eine Frau gegenüber der Bild.

Es habe zunächst keine Informationen vom Hotel gegeben, schilderten mehrere Gäste übereinstimmend. Die Rezeption sei über das Festnetz nicht erreichbar gewesen. „Nach 8 Uhr kam dann die Info, dass wir rausmüssen“, sagte die junge Frau. „Man hat gesehen, dass das ganze Ding auseinandergebrochen ist“, sagte ein junger Hotelgast. Zahlreiche Videos und Bilder kursieren im Netz, die das Ausmaß der Zerstörung rund um den Aquadom zeigen. Gäste berichten von zerstörten Möbeln und zahlreichen toten Fischen, die in der Lobby gelegen haben sollen. Alle rund 1500 Fische seien herausgeschwemmt, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Aquarium explodiert in Berliner Hotel: Was passiert jetzt mit den Fischen?

In sozialen Netzwerken äußern sich zahlreiche Menschen unterdessen besorgt um die vielen tropischen Fische, die in dem einstigen Riesen-Aquarium beheimatet waren. „Ich will wissen, wie es den Fischen geht“, schreibt eine Nutzerin auf Twitter und fügte einen trauernden Smiley hinzu. Die traurige Nachricht: Ein Großteil der Tiere wurde bei dem Vorfall getötet, wie Bezirksstadträtin Almut Neumann gegenüber der Berliner Morgenpost bestätigte. Einige von ihnen seien aber gerettet worden. „Leider sind viele große Fische verstorben, aber kleine Fische haben überlebt“, so Neumann.

Die Fische aus dem Aquadom seien nun vorübergehend in verschiedenen Aquarien im Keller des Hotels untergebracht worden. Da allerdings auch dort die Stromversorgung ausgefallen sei, müsse man bald handeln. „Da müssen die irgendwann raus, wenn der Strom nicht angeschaltet werden kann“, sagte Neumann. Falls dies nicht bald gelingen sollte, ist der Plan, die Tiere unter anderem im Zoo unterzubringen. (asc/dpa)

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