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Durch eine Fehlfunktion des Telefoniedienstes Facetime können andere Nutzer ausspioniert werden.

Bug bei Facetime

Bug in Apples Facetime ließ Lauschangriffe zu

Ein Softwarefehler in Facetime ermöglichte das Ausspionieren von Kontakten. Apple deaktiviert die betroffene Funktion.

Ein neu entdeckter Softwarefehler in Apples iPhone-Telefoniedienst Facetime ermöglichte das Ausspionieren von Kontakten ohne deren Wissen. Die Fehlfunktion wurde als erstes von der Webseite 9to5mac beschrieben. Ein auf dem Twitterkonto @BmManski veröffentlichtes Video zeigt, wie einfach es ist, den Fehler auszunutzen und mithilfe von Facetime ein iPhone als Wanze zu missbrauchen. Bis zum Dienstagmorgen wurde das Video mehr als zwei Millionen Mal angesehen und mehr als 40.000 Mal geteilt.

Das Video zeigt: Wenn eine Nummer mithilfe des Dienstes angerufen wird, kann der Anrufer die Option wählen, einen weiteren Nutzer zum Gespräch hinzuzufügen. Wählt der Anrufer nun den ursprünglich gewählten iPhone-Nutzer auch als den zusätzlichen Gesprächspartner, beginnt die Telefonkonferenz, ohne dass der Angerufene abgenommen hat. Der Anrufer könnte nun die betroffene Nummer belauschen. In manchen Fällen ist sogar die Kamera aktiv.

Laut einer Apple-Hilfsseite war die Telefonkonferenz-Funktion von Facetime ab Montagabend (Ortszeit, 04.16 Uhr Dienstag MEZ) „vorübergehend nicht erreichbar“. Apple hat die Funktion für Gruppenanrufe mittlerweile deaktiviert. Der Fehler sei gefunden worden und werde in den kommenden Tagen per Software-Update behoben, teilte Apple mit.

Für Apple ist es eine schmerzhafte Panne, denn der iPhone-Konzern wirbt gerade mit der Komplett-Verschlüsselung und Sicherheit seiner Dienste. Erst wenige Stunden bevor die Sicherheitslücke bekannt wurde, hatte sich Konzernchef Tim Cook anlässlich des Europäischen Datenschutztages per Tweet für eine striktere Absicherung der Privatsphäre starkgemacht. (afp/dpa)

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