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Erhebend: eine heiße Quelle im Tongariro Nationalpark. imago images
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Erhebend: eine heiße Quelle im Tongariro Nationalpark. imago images

Neuseeland

Aotearoa!

  • VonBarbara Barkhausen
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So soll Neuseeland künfig heißen. Die Partei der Maori will außerdem englische Ortsnamen durch indigene ersetzen. Das geht einigen dann doch zu weit

Die Maori-Partei hat sich ein kämpferisches Ziel auf die Fahnen geschrieben. Die Partei der neuseeländischen Ureinwohner:innen hat eine Petition gestartet, um den offiziellen Namen Neuseelands von „New Zealand“ in „Aotearoa“ umzubenennen. Aotearoa ist der indigene Name des Landes und bedeutet „Land der langen weißen Wolke“. Er wird in Neuseeland schon heute häufig verwendet, ist bisher aber nicht offiziell abgesegnet worden.

„Verfälscht und ignoriert“

Laut Rawiri Waititi und Debbie Ngarewa-Packer von der Maori-Partei würde eine offizielle Namensänderung das Land „vereinen“. Es sei längst überfällig, dass die indigene Sprache Te Reo Maori ihren „rechtmäßigen Platz“ als erste und offizielle Sprache des Landes wiedererlange, sagten Waititi und Ngarewa-Packer in einer Presseerklärung zur Petition. „Wir sind ein polynesisches Land – wir sind Aotearoa.“ Neuseeland dagegen sei ein niederländischer Name. „Sogar die Holländer haben ihren Namen geändert – von Holland in die Niederlande“, betonten die indigenen Politikerinnen.

Mit der Petition wird die Regierung zudem aufgefordert, in den nächsten fünf Jahren die ursprünglichen indigenen Namen von Städten und Ortschaften zu identifizieren und wieder offiziell einzurichten. Sie hätten es satt, dass die Namen ihrer Vorfahren „verstümmelt, verfälscht und ignoriert“ würden, schrieben die Maori in der Petition. „Es ist das 21. Jahrhundert, das muss sich ändern.“ Geht es nach den Ureinwohner:innen, würde Neuseelands größte Stadt Auckland künftig Tamaki-makau-rau heißen, die Hauptstadt Wellington würde sich zu Te Whanganui-a-Tara umbenennen, Christchurch zu Tautahi und Dunedin zu Tepoti. Andere Orte tragen dagegen heute schon indigene Namen wie etwa Taupo, Paekakariki und Hokitika.

Obwohl der Begriff Aotearoa in Neuseeland bereits häufig verwendet wird, stößt die Petition durchaus auf Widerstand: Neuseelands ehemaliger stellvertretender Premierminister Winston Peters bezeichnete die Idee auf Twitter als „linksradikalen Mist“. „Die Namensänderung unseres Landes sowie die der Orts- und Städtenamen ist nur dummer Extremismus“, schrieb der Vorsitzende der rechtsgerichteten New Zealand First Party. „Wir ändern unseren Namen nicht in einen ohne historische Glaubwürdigkeit um“, twitterte er.

Tatsächlich soll der Name Aotearoa laut eines Forschers der Universität von Auckland ursprünglich nur für die Nordinsel Neuseelands genutzt worden sein. Er habe „nie die Südinsel von Neuseeland umfasst“, sagte Dan Hikuroa voriges Jahr dem neuseeländischen Medium Stuff.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern wurde 2020 mit den Worten zitiert, dass eine offizielle Namensänderung derzeit nichts sei, das sie weiterverfolgen wolle. Sie unterstütze aber, wenn die Menschen den Namen häufiger verwenden wollten. Dem „New Zealand Herald“ sagte Ardern: „Ob wir es gesetzlich ändern oder nicht, ändert meiner Meinung nach nichts an der Tatsache, dass sich Neuseeländer zunehmend auf Aotearoa beziehen.“

„Linksradikaler Mist“

Die indigene Sprache der Ureinwohner – Te reo Maori – ist seit Juli 1987 eine der offiziellen Sprachen Neuseelands und weithin beliebt und geschätzt. Von 2025 an sollen etwa sämtliche Schulen in Neuseeland auch Maori unterrichten. Zudem spielt die Sprache auch in Regierungsbehörden und im privaten Sektor, an Universitäten, in Fernsehshows und im Radio eine immer wichtigere Rolle.

Auch Jacinda Ardern lernt die Sprache und wendet sie immer wieder an. Nach der Geburt ihrer Tochter betonte sie in einem Interview, dass diese ebenfalls zweisprachig aufwachsen solle. Zudem gab Ardern ihr einen Zweitnamen aus der Maori-Sprache. Neben Neve nannte sie ihre Tochter Te Aroha, was in der indigenen Sprache Liebe versinnbildlichen soll.

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