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Pandemie

Anti-Corona-Pille von Pfizer kurz vor Zulassung: „Großer Fortschritt für Menschheit“

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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Der Pharma-Konzer Pfizer will die Notfallzulassung für eine neue Corona-Pille beantragen. Es ist die Rede von der „überwältigenden Wirksamkeit“ des Medikaments.

New York – Das US-Pharmaunternehmen Pfizer will eine Notfallzulassung für seine neue Corona-Pille* beantragen. Laut Angaben des Herstellers könne das Medikament das Risiko für Krankenhauseinweisungen und Todesfälle bei einer Covid-19-Infektion um 89 Prozent reduzieren.

Die Anti-Corona-Pille namens Paxlovid muss innerhalb von drei bis fünf Tagen nach den ersten Covid-19-Symptomen* eingenommen werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Zusammen mit den US-Konzernen Merck und Ridgeback Therapeutics wäre Pfizer eines der ersten Unternehmen weltweit, das eine Zulassung für ein Corona-Medikament erhält.

Corona-Pille: Studie bestätigt „überwältigende Wirksamkeit“

Das Medikament von Pfizer ist ein Proteasehemmer und blockiert ein Enzym, welches die Ausbreitung des Virus im menschlichen Organismus verhindert. Die Corona-Pille wird zusammen mit einer niedrigen Dosis Ritonavir eingenommen. Der zusätzliche Arzneistoff verlängert die Verweildauer von Paxlovid im Körper und steigert somit dessen Effektivität.

Die neue Corona-Pille von Pfizer heißt Paxlovid und soll das Klinikrisiko um 90 Prozent senken. (Archivbild)

Getestet wurde das Medikament an 774 Erwachsenen aus Risikogruppen, die sich vor kurzem mit dem Coronavirus infiziert hatten. Die Probanden erhielten entweder Paxlovid oder ein Placebo. Fünf Tage lang nahmen die Testpersonen alle 12 Stunden drei Tabletten ein: Zwei Tabletten mit dem Mittel von Pfizer und eine mit einer niedrigen Dosis Ritonavir. Von der Placebogruppe mussten etwa sieben Prozent der Personen ins Krankenhaus eingeliefert werden – darunter auch zehn Verläufe, die tödlich endeten. Von den Probanden, die Paxlovid eingenommen hatten, wurden weniger als ein Prozent ins Krankenhaus eingeliefert. Todesfälle gab es keine.

Das Ergebnis der Studie wurde in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Insgesamt ergab sich ein Rückgang der Krankenhauseinweisungen um 89 Prozent und ein sicherer Schutz vor einem tödlichen Verlauf. Pfizer selbst spricht von einer „überwältigende Wirksamkeit“ und hat nun beschlossen, weitere klinische Studien einzustellen. Stattdessen will das Unternehmen eine Notfallzulassung des Medikaments zu beantragen. Noch im Mai befand sich Paxlovid in der klinischen Phase-I-Studie*.

Pfizer-Chef: Medikament soll die „Angst brechen“ und Krankenhausbelastung reduzieren

Nach den positiven Studienergebnissen schaut Mikael Dolsten, wissenschaftlicher Leiter von Pfizer, zuversichtlich in die Zukunft. „Unsere Fähigkeit, nicht mehr in Angst zu leben, ist jetzt zum Greifen nah“, sagt Dolsten im Gespräch mit Business Insider. Die Pille könne seiner Meinung eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung der Pandemie* sein: „Dies sollte wirklich die Angst brechen und die enorme Belastung der Krankenhäuser reduzieren. Das Risiko, dass man nach einer Infektion in einem Krankenhaus landet und stirbt, wird statistisch gesehen immer kleiner und ist fast nicht mehr existent.“

Gegen aktuelle Varianten des Coronavirus schlägt sich das Pfizer-Medikament sehr gut. Die weit verbreitete Delta-Variante* scheint kein Problem für Paxlovid zu sein, doch wie sieht es mit kommenden Mutationen von Covid-19 aus? Fachleute befürchten, das Virus könne über die Zeit eine Resistenz gegen die orale Behandlung aufbauen. Dolsten sieht darin jedoch kein Problem. Er rechne nicht damit, dass es in den nächsten fünf Jahren „Resistenzprobleme“ geben werde.

Mehr als 180.000 Behandlungseinheiten könne Pfizer bis Ende 2021 produzieren. Für 2022 seien mindesten 50 Millionen weitere Dosen in Planung. Auch wenn Paxlovids Notfallzulassung noch aussteht, spricht Pfizer-Chef Dolsten schon jetzt von einem „großen medizinischen Fortschritt für die Menschheit.“ (aa/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago Images

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