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In der Antarktis wurde eine Rekordtemperatur von 18,3 Grad Celsius gemessen (Symbolbild).

Klimawandel

Trauriger Rekord in der Antarktis: „Warm genug für ein T-Shirt“

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Ein Rekord jagt den anderen: In der Antarktis wurde der wärmste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Es ist warm genug für ein T-Shirt.

  • Neue Rekordtemperatur in der Antarktis
  • Messstation von Argentinien misst 18,3 Grad Celsius
  • Die Region erwärmt sich deutlich stärker als der globale Durchschnitt

Buenos Aires - Die Antarktis hat einen neuen traurigen Rekord: 18,3 Grad Celsius wurden auf einer argentinischen Forschungsstation gemessen, der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961, wie der argentinische Wetterdienst auf Twitter mitteilt. Dies schlägt die bisherige Rekordtemperatur um fast einen Grad - gemessen im Jahre 2015. Gemessen wurde der neue Rekord auf der Station Esperanza, an der nördlichen Spitze der Antarktis.

An der argentinischen Forschungsstation wurde ebenfalls ein Rekord aufgestellt: Mit 14,1 Grad Celsius wurde dort die wärmste Temperatur in einem Februar seit 1971 gemessen. Die Halbinsel, auf der die argentinischen Messstationen liegen, ist eine der am schnellsten erhitzenden Regionen der Welt. In den letzten 50 Jahren hat sich die Temperatur dort um gut 3 Grad Celsius erwärmt, wie die UN-Weltorganisation für Meteorologie berichtet. 

An der nördlichen Spitze der Antarktis wurde eine neue Rekordtemperatur gemessen: 18,3 Grad Celcius.

Klima in der Antarktis: Erwärmung in der Region schneller als global

Klimaexperte James Renwick sagte gegenüber dem Guardian, dass der neue Rekord und das überdurchschnittlich schnelle Ansteigen der Temperaturen auf den menschengemachten Klimawandel und auf natürliche Schwankungen zurückzuführen sei. Starke Nordwestwinde hätten zusätzlich die Region aufgeheizt.

Renwick weiter: „Die Werte sind beeindruckend, weil es erst fünf Jahre her ist, dass es den letzten Rekord gegeben hat und der aktuelle ist fast ein Grad höher als der Letzte. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich die Region schneller aufheizt als der globale Durchschnitt.“ Klimaforscher Renwick geht davon aus, dass der nächste Rekord nicht lange auf sich warten lässt.

Klima in der Antarktis: Erwärmung führt zum Kollaps des Schelfeises

Die Klimaforscherin Nerilie Abram, die an der Australian National University zu der Region forscht, warnte im Guardian auf die steigenden Meeresspiegel hin: „Die Region erwärmt sich sehr schnell“, es sei mitunter warm genug für ein T-Shirt, wie sie hinzufügt. Die hohen Temperaturen würden sich außerdem noch dramatischer auf das Schmelzes des Eises in der Antarktis auswirken. „Selbst kleine Anstiege in den Temperaturen können zu einem großen Anstieg von Energie führen, das zum Schmelzen des Eises zur Verfügung steht. Das Resultat ist der Kollaps des Schelfeises auf der Halbinsel.“

Von Lukas Reus mit Material von The Guardian

Klimaforscher blicken gebannt auf die Antarktis.* Die Entwicklung dort entscheidet mit, wie stark sich der Klimawandel auf die gesamte Erde auswirken wird. Nun gibt es neue Zahlen zum Eisschwund in der Region.

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