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Regenbogenpresse

Ansteckender Ruhm

  • Martin Dahms
    VonMartin Dahms
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Wie ein spanischer Richter seinen Weg in die Boulevardblätter findet

Santiago Pedraz war bekannt, jetzt ist er berühmt, weil seine neue Freundin die Ex des Ex der Ex von Julio Iglesias ist. So funktionieren die Ansteckungsketten des Boulevardruhms in Spanien. Man muss nur wollen. Und Pedraz, ein attraktiver 62-Jähriger, will. „Wenn man liebt, möchte man es in alle Welt hinausrufen“, sagt er. Nun gut.

Pedraz ist Richter an Spaniens Nationalem Gerichtshof. Das ist ein Sondergericht für Fälle organisierten Verbrechens; wer dort ermittelt, macht sich meist schnell einen Namen. So wie Pedraz’ Vorgänger und Freund Baltasar Garzón, der es als Pinochet-Verfolger zu internationalem Ruhm brachte. Ganz so schlagzeilenträchtig waren die Fälle von Pedraz bisher nicht. Dafür hat er es jetzt aber aufs „Hola“-Titelblatt gebracht. Die „Hola“ ist so etwas wie das offizielle Verlautbarungsblatt des spanischen Boulevards. Dort auf dem Cover aufzutauchen, ist der Ritterschlag der Regenbogenwelt. Und in dieser Welt zählen keine juristischen Erfolge. Amouröse dafür umso mehr.

Pedraz wurde vor einiger Zeit von seiner langjährigen Ehefrau geschieden, verbandelte sich danach mit einer Anwältin und dann mit einem Fotomodell, Esther Doña, eben jener Frau, an deren Seite er jetzt auf dem „Hola“-Titel erschien. Von ihr hat er seinen Ruhm geliehen. Aber auch Doñas Ruhm ist ein geliehener.

Die heute 42-Jährige war die vierte und letzte Ehefrau von Carlos Falcó, dem Marqués de Griñón, der im vergangenen Jahr im Alter von 83 Jahren als einer der ersten Spanier der Covid-19-Epidemie zum Opfer fiel. Adel hilft, um von der „Hola“ wahrgenommen zu werden, aber noch mehr half im Fall des Marqués, dass seine zweite Ehefrau Isabel Preysler hieß. Die kennen in Spanien alle. Sie war die erste Ehefrau von Julio Iglesias. Und was Julio Iglesias anfasst, wird zu Gold.

Dass der Richter Santiago Pedraz heute seine Liebe vom Titelblatt der „Hola“ in alle Welt hinausrufen darf, hat er also einer Liebschaft des 27-jährigen Julio Iglesias zu verdanken. Die Wege des Ruhms sind wunderbar und die des Boulevardruhms allemal. Im Nationalen Gerichtshof nehmen das einige Kolleg:innen mit heiterer Gelassenheit, weiß „El Mundo“ zu berichten, andere fürchten um den guten Ruf der Justiz. Vor allem deshalb, weil die Justiz derzeit in Spanien eben keinen besonders guten Ruf genießt. Immerhin weiß jetzt alle Welt, dass dort ein schöner Richter arbeitet, der Erfolg bei schönen Frauen hat.

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