1. Startseite
  2. Panorama

Anonymous soll russische Bundesbehörde gehackt haben – 360.000 Dokumente veröffentlicht

Erstellt:

Von: Svenja Wallocha

Kommentare

Die Gruppe Anonymous hat wohl eine russische Bundesbehörde gehackt und veröffentlichte 360.000 Dokumente. (Illustration)
Die Gruppe Anonymous hat wohl eine russische Bundesbehörde gehackt und veröffentlichte 360.000 Dokumente. (Illustration) © Jakub Porzycki/Imago

Hacker des Anonymous-Kollektivs sollen die russische Medienaufsicht Roskomnadsor gehackt haben. Eine riesige Menge an Daten wurde an die Öffentlichkeit gebracht.

Moskau – Auch die Hackergruppe Anonymous unterstützt die Ukraine im Krieg gegen Russland. So gab es im Ukraine-Konflikt bereits Offensiven gegen das russische Staatsfernsehen sowie einige russische Streaming-Anbieter, auch Tageszeitungen wurden bereits attackiert. Nun soll es einen neuen Angriff gegeben haben. Betroffen war diesmal: Die russische Bundesbehörde Roskomnadsor.

Hackern des Anonymous-Kollektivs ist es wohl gelungen, sich in die russische Medienaufsicht Roskomnadsor zu hacken. Die Behörde ist für die Überwachung und Zensur von Medien zuständig. „Anonymous ist erfolgreich in die Datenbank von Roskomnadzor (...) eingedrungen und hat über 360.000 Dateien an die Öffentlichkeit gebracht“, teilte die Gruppe am Donnerstag (10.03.2022) auf Twitter mit.

Ukraine-Krieg: Anonymous-Mitglied soll russische Bundesbehörde gehackt haben

Es soll sich dabei auch um zensierte Dokumente handeln, wie auch die Jerusalem Post berichtet. Unter ihnen seien auch solche, die zeigen, dass Moskau alles zensiert habe, was sich auf den Krieg als russische Invasion in der Ukraine bezieht. Die Aktivistengruppe Distributed Denial of Secrets (DDoSecrets) hat nach eigenen Angaben die riesige Menge an Daten (etwa 800 GB) online veröffentlicht. Sie sollen von einem Mitglied des Hacktivistenkollektivs Anonymous von der russischen Zensurbehörde Roskomnadsor gestohlen worden sein, heißt es.

Veröffentlicht wurden die Informationen wohl jetzt, da die Aktivistengruppe befürchte, dass Russland bald vom Internet abgeschnitten sein könnte. "Die Quelle, die zu Anonymous gehört, war der Meinung, dass die russische Bevölkerung unbedingt Zugang zu Informationen über ihre Regierung haben sollte. Sie sprachen sich auch dagegen aus, dass die russische Bevölkerung von unabhängigen Medien und der Außenwelt abgeschnitten ist", zitiert das US-amerikanische Forbes Magazine aus einer Mitteilung von DDoSecrets.

Geheime Daten von russischer Bundesbehörde veröffentlicht: „Sie scheinen echt zu sein“

Die Daten sollen laut Distributed Denial of Secrets von der Roskomnadzor der Republik Baschkortostan stammen, wie Vice berichtet. Die Republik liegt im Westen des Landes. „Sie scheinen echt zu sein, aber ich kann mich natürlich nicht für alle verbürgen“, so ein russischer Journalist gegenüber vice.de. „Im Moment sehe ich nichts wirklich Überraschendes“.

In Russland sind bereits mehrere unabhängige Medien abgeschaltet oder blockiert worden, so auch die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter. Die US-Konzerne waren zuvor schon mehrfach zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie nach Aufforderung der Behörden in Moskau kremlkritische Informationen nicht gelöscht hatten. Facebook kritisierte die Abschaltung in Russland. Zuvor waren in Russland zudem mehrere unabhängige Medien abgeschaltet worden, darunter der kremlkritische Radiosender Echo Moskwy und der Internet-Fernsehsender Doschd. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte außerdem mehrere Gesetze zur weiteren Einschränkung der freien Meinungsäußerung unterzeichnet.

Darauf reagierte auch das Anonymous-Kollektiv. Bei dem großen Hackerangriff des Anonymous-Kollektivs am 07.03.2022 sorgte die Gruppe dafür, dass das reguläre Programm unterbrochen und stattdessen Bilder aus dem Krieg in der Ukraine gezeigt wurden. (svw mit Material von dpa)

Auch interessant

Kommentare